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Ausbildung: Betriebe halten Kurs, Besetzungsprobleme nehmen zu

08. April 2010 (HL-Red/RB). 77 Prozent der Unternehmen wollen ihr Ausbildungsengagement im Jahr 2010 konstant halten oder ausbauen. Demgegenüber planen nur 23 Prozent eine Verringerung ihres Ausbildungsangebots. Die Auswirkungen der Krise auf das Ausbildungsangebot schwächen sich ab. So lautet das Ergebnis der aktuellen Umfrage der IHKs in Schleswig-Holstein, an der sich 569 Ausbildungsunternehmen beteiligt haben.

„Die Trendwende auf dem
Ausbildungsmarkt ist da. Zunehmend werden geeignete Bewerber knapp. Das gefährdet die
Fachkräftesicherung. Selbst im Krisenjahr 2009 konnten über 20 Prozent der Betriebe nicht
alle Ausbildungsplätze besetzen. Dadurch sind grob geschätzt über 1.300 Ausbildungsplätze
im IHK-Bereich unbesetzt geblieben. Weil Demografie und mangelnde Ausbildungsreife die
Besetzung für die Betriebe erschweren, müssen immer mehr Betriebe Nachhilfe
organisieren.“ Das erklärte Margarete Böge, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein zu den
Umfrageergebnissen.
Die Befragung zeige deutlich, dass Unternehmen Fachkräftesicherung als Leitmotiv für ihre
Ausbildungsentscheidung sehen. So hätten in der Umfrage 50 Prozent (Vorjahr 33 Prozent)
der Unternehmen angegeben, dass die Sicherung des Fachkräftebedarfs entscheidenden
Einfluss auf ihre Ausbildungsentscheidung habe. Die Geschäftserwartungen hätten hingegen
nur bei 22 Prozent der Unternehmen entscheidenden Einfluss auf das
Ausbildungsplatzangebot. Die betrieblichen Ausbildungspläne fielen damit trotz der noch
nicht überwundenen Wirtschaftskrise insgesamt optimistischer aus als im Vorjahr. Wenn die
Konjunktur in den kommenden Monaten weiter Tritt fasse, sei mit einer Fortsetzung des
positiven Trends beim Ausbildungsangebot zu rechnen.
Die IHK Schleswig-Holstein verweist in diesem Zusammenhang auf die Entwicklung der
Schulabgängerzahlen. Hier sei nach dem Rückgang im letzten Jahr für 2010 eine weitere
leichte Reduzierung zu erwarten. Dadurch dürften sich die Chancen der Jugendlichen auf
einen Ausbildungsplatz in diesem Jahr erneut verbessern.
Zunehmende Probleme bei der Bewerbergewinnung belegten Aussagen der Betriebe über
wesentliche Ausbildungshemmnisse. Als Hemmnis Nummer eins nennen drei Viertel der
Unternehmen mangelnde Ausbildungsreife der Schulabgänger; 2009 waren es noch
67 Prozent. Die größten Mängel sehen Unternehmen bei elementaren Rechenfertigkeiten
(54 Prozent), im mündlichen und schriftlichen Ausdrucksvermögen (51 Prozent), bei der
Nr. 15/2010
Ihr Ansprechpartner:
Michael Legband
Telefon:
0431 5194-224
E-Mail:
legband@kiel.ihk.de
08.04.2010
IHK Schleswig-Holstein | Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern zu Flensburg, zu Kiel und zu Lübeck
Postanschrift: Industrie- und Handelskammer zu Kiel | 24100 Kiel | Büroanschrift: Bergstraße 2 | 24103 Kiel
Internet: www.ihk-schleswig-holstein.de 2|2
Disziplin (54 Prozent), der Leistungsbereitschaft und Motivation (48 Prozent); 46 Prozent
beklagen mangelnde Belastbarkeit. So verwundere es nicht, dass Nachhilfe im Betrieb für
56 Prozent der Ausbildungsbetriebe inzwischen zum Normalfall geworden sei und
32 Prozent der Betriebe ausbildungsbegleitende Hilfen der Arbeitsagenturen in Anspruch
nähmen.

Quelle:
IHK Schleswig-Holstein
Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern zu Flensburg, zu Kiel und zu Lübeck

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