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Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein zur Bilanzpressekonferenz

07. April 2010 (Kiel/HL-Red-RB). Die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein hat sich in der Wirtschaftskrise als zentrale Stütze der kleinen und mittleren Unternehmen des nördlichsten Bundeslandes bewährt. Im vergangenen Jahr haben so viele Firmen wie nie zuvor auf die Hilfe des Förderinstituts ge-setzt. „Mit 1.050 Anträgen hat die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein das höchste Antrags-volumen in ihrer über 60-jährigen Geschichte erlebt“, erklärte der Geschäftsführer der Bürg-schaftsbank Schleswig-Holstein, Hans-Peter Petersen, auf der Bilanzpressekonferenz Dienstag in Kiel.

Das Volumen der ausgegebenen Bürgschaften und Garantien konnte die Bank um 11 Prozent auf € 83 Millionen steigern. „Wir haben als verlässliche und stabile Wirt-schaftsfördersäule dazu beigetragen, dass die Kreditversorgung auch in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld funktioniert“, so Petersen. Die Gefahr einer Kreditklemme sieht der Ge-schäftsführer für wirtschaftlich sinnvolle Vorhaben auch in diesem Jahr nicht. Erfreulich ist zudem die auch im neuen Jahr steigende Zahl der Existenzgründungen und echten Firmen-Neugründungen. Sorge bereitet der Bürgschaftsbank demgegenüber die Entwicklung im Kfz-Gewerbe.
Zahl der begleiteten Unternehmen auf Rekordniveau
Die Zahl der von der Bürgschaftsbank geförderten Unternehmen erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Anstieg von neun Prozent auf insgesamt 736 Firmen einen neuen Höchststand. Damit liegt die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein weiterhin hinter der Bürg-schaftsbank Baden-Württemberg bundesweit auf Platz zwei. Die Summe der ausgelösten Investitionen nahm gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent auf € 302 Millionen kräftig zu. Mit den von der Bürgschaftsbank begleiteten Maßnahmen konnten 2009 insgesamt 13.160 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen werden. Das entspricht einem Zuwachs von 22 Prozent und ist ebenfalls Rekord. Vor dem Hintergrund der schlechten Wirtschaftslage stieg bei der Bürgschaftsbank die Zahl der Anträge für eine Begleitung von Betriebsmittelkrediten. In 2009 kletterte dieser Anteil von 25 auf 33 Prozent. „Das zeigt, wie hoch der zusätzliche Betriebsmittelbedarf der kleinen und mittleren Firmen war“, so Petersen. Eine erfreuliche Entwicklung nahmen im vergangenen Jahr die echten Firmen-Neugründungen, sie wuchsen um fast 50 Prozent auf 95.
Zahl der Insolvenzen im ersten Halbjahr 2009 gestiegen: höhere Risikokosten
Der Rückgang des Bruttoinlandsproduktes in Schleswig-Holstein um 2,5 Prozent hat 2009 deutliche Spuren hinterlassen. „Auch wenn das nördlichste Bundesland im Vergleich zu anderen Standorten mit einem blauen Auge davongekommen ist, schmerzt dieses blaue Auge“, betonte Petersen. Die Zahl der Insolvenzen stieg in 2009 um gut 8 Prozent auf über 1.200. Für das zweite Halbjahr liegen noch keine Zahlen vor. „Diese Entwicklung und die Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage hat bei uns zu einem Anstieg der Risikokosten von 50 Prozent geführt“, berichtete Petersen. Er erwarte allerdings nicht, dass sich diese Entwicklung im neuen Jahr fortsetzen werde. Aus den Konjunkturpaketen fließen insgesamt über € 400 Millionen nach Schleswig-Holstein und stützen so die wirtschaftliche Erholung. G:\Öffentlichkeitsarbeit\PRESSE\Pressekonferenz\2010 Bilanzpressekonferenz\PI Bilanzpressekonferenz.doc
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Zudem sorgen nach seinen Worten die drei Förderinstitute (Bürgschaftsbank, Investitions-bank und Mittelständische Beteiligungsgesellschaft) mit der SH-Finanzierungsinitiative „Kapital für Stabilität und Wachstum“ für eine schnelle und einfache Versorgung des Mittelstandes mit Krediten und Beteiligungskapital. Für das Jahr 2010 erwartet die Bürg-schaftsbank vor dem Hintergrund ihrer guten Eigenkapitalausstattung ein weiteres Wachs-tum. „Die Erhöhung des Bürgschaftshöchstbetrages auf € 2 Millionen und die neue so ge-nannte Kleinbeihilfe-Regelung geben uns zusätzliche Spielräume“, so Petersen.
Handel belegt erneut Spitzenplatz – Industrie mit starkem Zuwachs
Bei den Branchen hat der Handel erneut mit 195 geförderten Unternehmen und einer Bürg-schaftssumme von 21 Millionen Euro den Spitzenplatz belegt. „Dies zeigt, dass der Handel nicht von der Wirtschaftskrise 2009 erfasst wurde und dämpfend auf die gesamte konjunkturelle Entwicklung gewirkt hat“, erklärte der Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Harald Bock. Auf Platz zwei rangierte mit 186 Firmen (ein Plus von neun Prozent) das Handwerk und bleibt damit nach wie vor ein starker Partner der Bürgschaftsbank. Stark zu-genommen hat nach Worten von Bock sowohl bei der Stückzahl (Plus 53 Prozent) als auch beim Bürgschaftsvolumen (Plus 104 Prozent) die Industrie. Im Vordergrund standen Modernisierungsinvestitionen, um die Marktposition zu sichern oder auszubauen. Vielfach wurden Produktionsstätten optimiert und Betriebsabläufe verbessert. „Diese Unternehmen nutzten die Chance, gestärkt aus der Krise herauszukommen“, so Bock. Das Kfz-Gewerbe – insbesondere der Kfz- Handel - bereitet der Bank hingegen Sorge. Die Entwicklung habe sich um 12 Monate verschoben und werde den Norden voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte treffen. Bei der regionalen Verteilung der ausgelösten Investitionen lagen 2009 die Kreise Nordfriesland, Rendsburg-Eckernförde, Stormarn und Segeberg an der Spitze.
Firmennachfolge früh geregelt – Nischenmärkte erobert
Wie sich die Unternehmen der Krise und ihren Herausforderungen gestellt haben, zeigen zwei Beispiele. „Mut und Zuversicht in diesen Zeiten zeigten beim verarbeitenden Gewerbe auch Unternehmen, die die Unternehmensnachfolge regelten“, so Bock. Ein Beispiel ist die Firma Biermann & Kröger Gummiwarenfabrik GmbH & Co, KG in Rendsburg. Dieses 1993 gegründete und auf die Fertigung von Gummiteilen für die Pkw- und Lkw-Zulieferindustrie spezialisierte Unternehmen vollzog den Generationswechsel mit Unterstützung der Bürg-schaftsbank, obwohl die Probleme in der Automobilindustrie bei diesem gut aufgestellten Unternehmen umsatz- und ertragsmäßig auch Spuren hinterließen. Ein Beispiel, wie man in der Krise mit Qualität als Dienstleister in einer Nische wachsen kann, ist die Filiago GmbH & Co. KG in Bad Segeberg. Seit Gründung des Unternehmens im Frühjahr 2003 bietet Filiago bundesweit Internetverbindungen über Satellit an. In abgelegenen Regionen ist die Nach-frage nach schnellen Internetanschlüssen groß. Dies erkannte Filiago und ist durch permanente Weiterentwicklung der eingesetzten Technologie kontinuierlich gewachsen auf zurzeit 20 Mitarbeiter. In Tests schnitt dieses Unternehmen als bester nicht kabelgebundener Internetprovider ab. Die Bürgschaftsbank half, dieses Wachstum zu finanzieren.

www.bb-sh.de

Quelle: Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein GmbH

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