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Agentur für Arbeit Lübeck

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Deutliches Zeichen gegen Rechtsextremismus

09. März 2010 (HL-Red.). Die Bürgerschaft hat während ihrer jüngsten Sitzung den unten aufgeführten interfraktionellen Antrag der Fraktionen SPD, „Bündnis 90/ Die Grünen“, DIE LINKE, CDU, BfL, FDP und Dr. Hildegund Stamm einstimmig angenommen. Dieser Antrag wird von Bürgermeister Bernd Saxe voll unterstützt und daher jetzt in vollem Umfang als Pressemitteilung zur Kenntnis gegeben:

„Die Stadtpräsidentin, der Bürgermeister und die Bürgerschaft der Hansestadt Lübeck laden alle Bürgerinnen und Bürger, die demokratischen Parteien, Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Kirchen, Kultur, Wissenschaft, Gewerkschaften, Sport und Verbänden ein zum gemeinsamen Erinnern und Handeln am Sonnabend, 27. März 2010.
Die Bürgerschaft ruft alle Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt auf, in würdiger Weise der Opfer des Nationalsozialismus und des 2. Weltkrieges, der von Deutschland ausging, zu gedenken.
Gleichzeitig wollen wir ein deutliches Zeichen gegen den von rechtsextremen Gruppen geplanten Aufmarsch in Lübeck setzen. Die Unterzeichnenden bitten alle Bürgerinnen und Bürger, sich an den Andachten, Kundgebungen und dem Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am Holstentor und auf dem Bahnhofsvorplatz zu beteiligen.
Die Unterzeichnenden unterstützen ausdrücklich alle friedlichen Aktivitäten zur Erinnerung und Mahnung sowie das Engagement gegen Rechtsextremismus.
Gemeinsam fühlen wir uns folgenden Grundsätzen für den Umgang mit dem Erinnern verpflichtet:
Woran wir erinnern:
Wir gedenken der unzähligen Opfer des Nationalsozialistischen Terrors und ehren ihr Andenken.
Wir gedenken der wenigen, die Widerstand geleistet haben gegen Krieg und Gewaltherrschaft und ehren ihr Vermächtnis.
Wir erinnern an die Opfer der Zerstörung Lübecks durch alliierte Bombenangriffe in der Nacht zu Palmsonntag, am 28. März 1942.
Wir erinnern an die Bombardierung Coventrys durch deutsche Truppen, die dem Angriff auf Lübeck vorausging.
Wir erinnern daran, dass in Coventry und Lübeck gleich nach Kriegsende erste Schritte zur Versöhnung gesucht wurden, die mit zur Grundlage für ein friedliches Europa wurden.
Warum wir erinnern:
Wir erinnern, weil die Opfer nationalsozialistischer Gewaltherrschaft und der Bombardierung Lübecks und ihre Nachkommen das Recht haben, ihrer Erinnerung und ihrer Trauer öffentlich Raum zu geben.
Wir erinnern, weil wir aus unserer Geschichte die Verpflichtung zur Aussöhnung und zum Frieden ableiten.
Wir erinnern, weil die Auseinandersetzung mit unserer Geschichte uns die Verantwortung für die Gestaltung unserer Gesellschaft zeigt. Wir sind uns ihrer Fundamente bewusst: Demokratie, Freiheit, Toleranz, Schutz von Minderheiten.
Wir erinnern, weil wir durch Aufklärung, Bildung und Begegnung dazu beitragen wollen, dass Rassenwahn, Gewaltverherrlichung und Antisemitismus keinen Raum mehr in unserer Gesellschaft finden.
Was wir ablehnen:
Wir wehren uns gegen die Instrumentalisierung der Opfer der Bombardierung Lübecks durch rechtsextreme Gruppen, um die millionenfachen Verbrechen des Nationalsozialismus zu verharmlosen.
Wir wehren uns gegen jede Verhöhnung der Opfer.
Wir wehren uns gegen Revanchismus und Gewaltverherrlichung.
Wir wehren uns gegen Behindertenfeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus.
Wir wehren uns dagegen, dass Rechtsextremisten ihre demokratiefeindliche Gesinnung offen zeigen und für ihre menschenverachtenden Ziele werben.
Wir wehren uns gegen den geplanten Aufmarsch von Nazis am 27. März 2010 in unserer Stadt.“

Quelle: LÜBECK Pressedienst

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