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IHK-Umfrage für IV. Quartal 2009: Es geht weiter aufwärts

23. Februar 2010 (HL-Red.). Die Konjunkturerholung ist in Schleswig-Holstein auch im vierten Quartal 2009 weiter vorangekommen. Zum dritten Mal in Folge ist der Konjunkturklimaindex, der einen Wert zwischen 0 und 200 annehmen kann, angestiegen. Mit einem Wert von 101 liegt er auch deutlich über dem Vorjahreswert von 80 Punkten.

Dazu erklärte Margarete Böge, Präsidentin der
IHK Schleswig-Holstein: „Die Konjunkturerholung ist in Schleswig-Holstein
zur Jahreswende 2009/2010 wieder ein Stück voran gekommen. Die Ergebnisse
unserer Umfrage zeigen einen deutlichen - wenn auch nicht steilen –
Aufwärtstrend und signalisieren steigende Zuversicht bei unseren
Unternehmen. Ich warne aber vor dem falschen Schluss, dass damit die Folgen
der Wirtschafts- und Finanzkrise schon überwunden wären.“

Insgesamt beurteilen 24,8 Prozent der befragten Unternehmen ihre
Geschäftslage als gut, 48,6 Prozent als befriedigend und 26,6 Prozent als
schlecht (Vorquartal: 18,5 Prozent; 45,9 Prozent; 35,6 Prozent). Die
Positivstimmen konnten damit fast wieder mit den Negativstimmen
gleichziehen. Dazu Prof. Dr. Bernd Rohwer, Hauptgeschäftsführer der IHK
Schleswig-Holstein: „Waren es in den beiden Vorquartalen noch die deutlich
gestiegenen Geschäftserwartungen, die den Klimaindex verbessert haben, so
sehen wir jetzt auch eine deutliche Verbesserung der aktuellen
Geschäftslage.“

Bei den Zukunftsaussichten überwiegen die positiven Urteile bereits wieder,
auch wenn sie im Vergleich zum Vorquartal nur leicht zugenommen haben.
Dieses Ergebnis zeigt, dass die Unternehmen in der Mehrzahl eher mit einer
langsamen Konjunkturerholung rechnen. Motor des erwarteten Aufschwungs wird
nach den Einschätzungen der Unternehmen wieder einmal der Export sein.

Zu den einzelnen Wirtschaftsbereichen:
Die aktuelle Lage in der Industrie ist wegen vielfach nicht ausgelasteter
Kapazitäten noch unbefriedigend. Die verbesserte Auftragslage insbesondere
durch Auslandsbestellungen hat aber die Zukunftserwartungen deutlich
verbessert. In der von der Wirtschaftskrise besonders betroffenen
Investitionsgüterindustrie ist die Stimmungsverbesserung am deutlichsten
ausgeprägt. Die Lage der Bauwirtschaft hat sich trotz des relativ harten
Wintereinbruchs im Vergleich zum Vorquartal leicht verbessert, bleibt aber
insgesamt unbefriedigend. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass die
Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket II ihre volle Wirkung voraussichtlich
erst im Jahr 2010 entfalten werden. Der Einzelhandel konnte sich - auch
bedingt durch ein gutes Weihnachtsgeschäft - konjunkturell deutlich
verbessern. Auch im Großhandel wird die Geschäftslage im Vergleich zum
Vorquartal positiver bewertet. Im Verkehrsgewerbe ist die Situation
weiterhin unbefriedigend. Bei den Dienstleistungsunternehmen zeigt das
Konjunkturbarometer deutlich nach oben. Die aktuelle Lage der
Kreditwirtschaft ist gut, die Entwicklung in den kommenden Monaten wird
allerdings sehr skeptisch bewertet. Dazu Böge und Rohwer: „Nach wie vor
gibt es in Schleswig-Holstein keine Kreditklemme. Die Ergebnisse unserer
Umfrage zeigen aber auch deutlich, dass die Finanzierungsbedingungen für
die Unternehmen schwieriger werden. Die ausreichende Kreditversorgung der
Unternehmen ist aber Voraussetzung für die weitere Konjunkturerholung. Hier
gilt es, zum Beispiel durch eine stärkere Berücksichtigung der
Zukunftsperspektiven der Unternehmen in den Ratingverfahren die
Finanzierung des Aufschwungs abzusichern.“

Die weiteren Zukunftsaussichten beurteilen die Unternehmen vorsichtig
optimistisch. Insgesamt erwarten 26,2 Prozent der Unternehmen eine
Verbesserung ihrer Situation, 50,4 Prozent eine gleichbleibende und 23,4
Prozent eine schlechtere Lage (Vorquartal: 23,4 Prozent; 49,8 Prozent; 26,8
Prozent). Insbesondere bei den Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes ist
wegen der momentan noch schwachen Auslastung in den kommenden Monaten mit
einem weiteren Personalabbau zu rechnen, zumal in einem Teil der
Unternehmen derzeit kurzgearbeitet wird. Insgesamt wird sich der
Beschäftigungsabbau aber deutlich verlangsamen. Positive
Beschäftigungssignale kommen vom Einzelhandel und aus dem
Dienstleistungssektor. Die Investitionsneigung der Unternehmen liegt noch
knapp im negativen Bereich, hat sich gegenüber Vorquartal und Vorjahr aber
verbessert.

Quelle: IHK SH

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