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IHK Schleswig-Holstein fordert Gesamtreform der Umsatzsteuer

05. Februar 2010 (HL-Red.). „Die aktuellen Probleme bei der Umsetzung der beschlossenen Umsatzsteuersenkung für Beherbergungsleistungen zeigen deutlich, dass wir statt immer komplizierterer Sonderregelungen eine Gesamtreform der Umsatzsteuer brauchen – und zwar rasch. Die jetzigen Unterschiede bei den Mehrwertsteuersätzen sind sachlich nicht mehr nachvollziehbar und führen zu immer mehr Bürokratie.“ Das erklärte die Präsidentin der IHK
Schleswig-Holstein, Margarete Böge, zur aktuellen Steuerdiskussion.

Aus Gründen der Vereinfachung und einer gerechten Besteuerung müssen daher sämtliche
Regelungen für Ermäßigungen und Befreiungen überprüft und gegebenenfalls abgeschafft
werden. Dies würde Raum für eine Absenkung des Regelsteuersatzes bieten. Klar ist dabei
auch, dass es zwingend eine EU-weite und einheitliche Lösung geben muss, damit zwischen
den EU-Staaten nicht erhebliche Wettbewerbsverzerrungen zu Lasten der deutschen
Unternehmen ausgelöst werden.
Die Senkung der Umsatzsteuer für Beherbergungsleistungen führt in der Praxis hinsichtlich
der lohnsteuerlichen Behandlung von Auswärtstätigkeiten der Arbeitnehmer zu einer
massiven Verkomplizierung und zusätzlicher Bürokratie zu Lasten von Arbeitgebern und
Arbeitnehmern. Die aktuellen Probleme zeigen nun deutlich die Notwendigkeit einer
Strukturreform des Steuerrechts, für die sich die IHK-Organisation bundesweit stark macht.
Wegen der seit dem 1. Januar 2010 geltenden unterschiedlichen Steuersätze für
Beherbergungs- und Frühstücksleistungen besteht für den Aussteller der Rechnung
nunmehr die Verpflichtung, in der Rechnung die Beherbergungsleistung mit sieben Prozent
Umsatzsteuer und die Frühstücksleistung mit 19 Prozent Umsatzsteuer jeweils gesondert
auszuweisen.
Da das bisherige Vereinfachungsverfahren nicht länger angewendet werden kann, hat der
Arbeitnehmer bei Übernachtungen anlässlich von Dienstreisen das Frühstück in voller Höhe
zu versteuern. Zudem kommt insbesondere im lohnsteuerlichen Massenverfahren auf die
Nr. 3/2010
Ihr Ansprechpartner:
Michael Legband
Telefon:
0431 5194-224
E-Mail:
legband@kiel.ihk.de
03.02.2010
IHK Schleswig-Holstein | Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern zu Flensburg, zu Kiel und zu Lübeck
Postanschrift: Industrie- und Handelskammer zu Kiel | 24100 Kiel | Büroanschrift: Bergstraße 2 | 24103 Kiel
Internet: www.ihk-schleswig-holstein.de 2|2
betroffenen Arbeitgeber ein höherer Verwaltungsauswand im Hinblick auf die
Reisekostenabrechnungen der Arbeitnehmer zu. „Dies ist vor dem Hintergrund schon
bestehender Bürokratie nicht zumutbar!“, so Böge.
Die IHK-Organisation setzt sich derzeit dafür ein, dass für den Regelfall einer üblichen
Dienstreise eines Arbeitnehmers die bisherige, in der Praxis bewährte
Vereinfachungsregelung weiter Anwendung finden kann. Dies ist notwendig, um die politisch
nicht gewollten Folgen der Umsatzsteuersenkung für Beherbergungsleistungen kurzfristig
abzumildern.

Quelle: IHK Schleswig-Holstein

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