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Lübecker BUNT unzufrieden mit Plänen für Hafen-City

29. November 2008. Nicht nur Bomben können verwüsten - Neue Wege in der Gestaltung der Hansestadt gefordert: Die unabhängige Bürgervereinigung Lübecker BUNT ist unzufrieden mit den Ergebnissen der jüngsten städtebaulichen und architektonischen Projekte in der Hansestadt. BUNT fordert mehr Klasse und zusätzliche Wettbewerbe, um dem Einerlei der aktuellen Architektur zu entkommen. „Wir müssen auch die Bürger mit einbeziehen und deren Ideenreichtum und Wünsche für die Gestaltung der Hansestadt nutzen“, sagt BUNT-Mitglied Annette Schulte. Dies könne erstmals bei der Planung der Hafen-City geschehen, die ansonsten ein weiterer Reinfall Lübecks zu werden drohe.




Foto(Lübecker BUNT): Annette Schulte


Das umstrittene P+C-Kaufhaus am Markt, das neue Haerder-Center, die geplante Bebauung auf dem Schrangen und die projektierte „Hafen-City“ auf der Nördlichen Wallhalbinsel haben laut BUNT-Einschätzung eine bedauernswerte Gemeinsamkeit: Sie seien allesamt hässlich, unorganisch, fehl am Platze und des UNESCO-Weltkulturerbe unwürdig. „Dies ist auch der Grund, warum die Pläne und Bauten von der überwiegenden Mehrheit der Bürger abgelehnt werden, nicht etwa ein fehlendes Fachwissen von Laien“, so Schulte.

Dies sehe man gut, wenn man sich auf den St.-Petri-Turm begebe. „Das neue Haeder-Center glänzt mit einer grottenhässlichen Dachlandschaft und konkurriert im Wettbewerb um das misslungenste Gebäude mit dem zu groß geratenen P+C-Textilhaus am Markt und den Beton-Parkhäusern, die einem auch ohne Höhenangst auf St. Petri schlecht werden lassen.“ Dies könne man auch ohne Architekturstudium leicht erkennen. Die Argumente der Architekten und Baufachleute in Lübecks Verwaltung, die schlechte Entwürfe häufig mit euphemistischen Prädikaten wie „hervorragende städtebauliche Lösung“ und „gelungene Formensprache unserer Zeit“ belegen, seien reines Schönreden von Dingen, die man weder als schön noch als gelungen bezeichnen könne.

Mit einer derartigen Gestaltungssprache möchte der Bürger aus gutem Grund nichts zu tun haben. Die Mehrzahl wettere zu Recht gegen die Bausünden in der Innenstadt, die - so Schulte weiter - „inzwischen längst eine größere Verwüstung am Weltkulturerbe bewirkt haben als alle britischen Bomber der Bombennacht 1942 zusammen“. Die jetzt mit ersten Preisen bedachten Entwürfe für die Hafencity seien wiederum einfallslos, ohne jeglichen Charme und trostlos wie Überwinterungscontainer in der Antarktis. „Wir fragen uns, warum von den pfiffigen Plänen, die vor einem Jahr vorgestellt wurden, so wenig übrig geblieben ist“, sagt Schulte. Die ursprüngliche Zickzackanordnung von Gebäuden habe immerhin noch einen gewissen Pfiff gehabt. „Was wir jetzt befürchten müssen, ist eine Fortsetzung des Einerleis, das nichts mehr mit Lübeck gemein hat.“

Der Lübecker BUNT spricht sich daher dafür aus, die bisherigen Pläne zurückzuweisen und einen weiteren Gestaltungswettbewerb durchzuführen. Die exzellente Lage der Hafen-City in direkter Nachbarschaft zu Lübecks Altstadtinsel sei viel zu schade, um unausgegorenen und schnellen Entscheidungen einiger weniger Fachleute und selbsternannter Experten geopfert zu werden. [textende]

Weitere Informationen über den Lübecker BUNT: E-Mail info@luebeckerbunt.de

Quelle: Lübecker BUNT

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