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Buchbindermeister Uwe Holtz feierte Goldene Meisterprüfung

04. Oktober 2009 (HL-red.) "Es begann eigentlich im "Lauerholz"," lachte Buchbindermeister Uwe Holtz, als er kürzlich die Vorgeschichte zu seiner Buchbinderei in der Niendorfer Straße erzählte. Anlass: Er feierte seinen nun Goldenen Meisterbrief, den er vor 50 Jahren abgelegt hatte. "Genauer war es zunächst die Buchbinderei Wilhelm Runge in der Fleischhauerstraße, die im Gefängnis eine "Nebenstelle" hatte", so Uwe Holtz weiter. 1958 hatte er die Werkstatt in der Innenstadt übernommen, und da diese für die Aufstellung moderner Maschinen ungeeignet war, zog er 1961 in die bis heute gültige Adresse Niendorfer Straße um. Eine der in dieser Zeit ausgebildeten über zwei Dutzend Lehrlinge war Birgit Bleuß, die heute in "ihrer" Werkstatt einen Empfang für ihren Meister vorbereitet hatte. Als "Hausherrin" gewissermaßen; denn 2003 hatte sie wiederum den Betrieb übernommen. Immerhin ist der Jubilar heute 73 Jahre alt, der zu wohl rechter Zeit erkannt hatte, diesen in kompetente Hände abzugeben. Ein Schritt, den mancher "Chef" mitunter zu lange hinauszögert und der dann eines Tages vor Nachfolgeproblemen steht. Hier also ist das in bemerkenswert erfolreicher Weise gelungen. Uwe Holtz ist jedoch nicht nur Nachbar geblieben; denn wenn Birgit Bleus wegen großer Auftragsvolumen "SOS" meldet, steht der Senior rasch und gerne zur Stelle. Außerdem ist für sie nach wie vor dessen besonderes Fachwissen und seine anhaltende Geschicklichkeit von besonderer Bedeutung.
Ein ebenso besonderer Tag – wenn auch mit anderem Hintergrund – aber heute. Neben lieben Gästen und seiner Ehefrau Edith, die ihn als Kassenwartin in seinem Ehrenamt etwa bei der früheren Landesinnung gerne ebenfalls beruflich begleitet und unterstützt hat, traf ein Gast ein, dem er weiter freundschaftlich verbunden ist: der ehemalige Innungsobermeister Friedrich Castagne, der Uwe Holtz die Ehrenurkunde zur Goldenen Meisterprüfung gemeinsam mit Birgit Bleus überreichte. Die wiederum überraschte ihren ehemaligen Chef mit einer Geburtstagstorte, die mit (essbaren) Fotomotiven aus gemeinsamer Tätigkeit verziert war. Außerdem glitzerte in einem Etui ein goldenes Etwas, das ihn ebenfalls sehr erfreute. Nach dem obligatorischen Gläschen Sekt. O-Saft und Schnittchen erinnerte man sich bei Kaffee, Torte und Kuchen engagiert früherer Zeiten – so, als wären diese noch gar nicht so lange her. Beispielsweise der speziellen Technik der Mischung von Farben und Ochsengalle zur Gestaltung von Buchdeckeln oder Mappen ähnlich einer „Marmorierung“, die man allerdings lieber nur zur Sommerzeit machen sollte. Bestimmte Temperaturen sind dafür wichtig und als Werkstatt wird aus gutem Grund der Hofbereich genutzt. Muster dieser Arbeit durften bestaunt werden; denn so etwas wird nur noch selten hergestellt.







Ob Birgit Bleus dem Jubilar nacheifert und auch noch ihre Meisterprüfung ablegen wird, beantwortete sie nur mit gewissem Lächeln. Die Notwendigkeit dafür, etwa um ausbilden zu dürfen, ist bekanntermaßen durch den Gesetzgeber in vielen Sparten „aufgeweicht“ worden. Wie die anwesenden Fachleute übereinstimmend erklärten, muss das für ihr oftmals filigranes Handwerk nicht unbedingt von Vorteil sein. Denn damit dürfte so manche Technik und manches Wissen mit der Zeit verloren gehen. Und gerade wenn es um aufwendige Fingerfertigkeit geht, so gibt Birgit Bleus gerne zu, ist ihr ihr Meister mitunter mehr als willkommen.

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Fotos © Reinhard Bartsch


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