Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Arbeit Wirtschaft H'werk Politik

Wärmedämmung an Außenwänden rechtfertigt Mieterhöhung

29. September 2009 (HL-red.) Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. teilt mit: "Erstmalig: Landgericht Hamburg gibt Vermieter Recht: Wärmedämmung an Außenwänden rechtfertigt Mieterhöhung - bundesweite Bedeutung: Das Landgericht Hamburg hat erstmalig in seinem Urteil vom 11. September 2009 (Az. 311 S 106/08) der Klage einer Wohnungsgenossenschaft gegen ihren Mieter wegen einer Mieterhöhungsklage aufgrund einer Wärmedämmung stattgegeben.

Der Fall: Die Genossenschaft hatte im Jahr 2000/2001 eine Wärmedämmung an der Außenfassade des Gebäudes aufgebracht. Ende 2007 verlangte sie von ihrem Mieter eine Mieterhöhung oberhalb des Mittelwertes des Mietspiegels, jedoch noch im Bereich des 2/3-Wertes mit der Begründung, die Wärmedämmung sei eine Wohnwertverbesserung, weil sie zu einer erheblichen Einsparung von Energie führe.

Das Landgericht Hamburg ist dieser Rechtsauffassung gefolgt. Es sah in der Wärmedämm-Maßnahme aufgrund der von der Genossenschaft vorgelegten Bescheinigung eines Wärmepassbüros sowie eines Abnahmeprotokolls, dass die aufgebrachte Außendämmung – im Vergleich zu anderen Mietobjekten der selben Baualtersklasse – zu einer erheblichen Einsparung von Energie (hier fast 40 Prozent) geführt hat. Damit stellt Wärmedämmung erstmalig im deutschen Mietrecht nach Auffassung eines Gerichts einen greifbaren Wert dar.

Das Gericht in seinen Entscheidungsgründen:

„Der durch die Wärmedämmung überdurchschnittlich gute energetische Zustand des Gebäudes rechtfertigt eine Einordnung der ortsüblichen Vergleichsmiete für diese Wohnung jedenfalls etwas unterhalb des Zwei-Drittel-Wertes, da gerade in Zeiten steigenden Umweltbewusstseins und hoher Energiekosten dem energetischen Zustand einer Wohnung eine hohe Bedeutung zukommt.“

VNW-Pressesprecher Dr. Peter Hitpaß:

„Das Urteil des Landgerichts Hamburg hat für die Wohnungswirtschaft bundesweit große Bedeutung. Erstmalig erkennt ein Obergericht eine Energieeinsparmaßnahme als Wohnwertsteigerung an. Der Vermieter kann den Mieter für energetische Maßnahmen, die ihm zum Vorteil gereichen, zur Kasse bitten. Da der Mieter den Nutzen der Wärmedämmung durch niedrigere Wohnkosten hat, kann der Vermieter einen Teil seiner Investition auf den Mieter umlegen. Dieses Urteil bedeutet einen Anreiz für unsere Mitgliedsunternehmen, weiter in energetische Maßnahmen zu investieren. Allein für Modernisierung geben unsere Mitgliedsunternehmen in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein jährlich über 300 Mio. Euro aus.“

Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt 316 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. In ihren 722.000 Wohnungen leben rund 1,5 Millionen Menschen.


Quelle: Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.

Impressum