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Viele Betriebe noch ohne Nachfolgeregelung

30. Juli 2009 (HL/red.) Aktuelle Umfrage zur Betriebsnachfolge in der schleswigholsteinischen Wirtschaft: Die Handwerkskammern und die Industrie- und Handelskammern in Schleswig-Holstein wollen ihr Beratungsangebot für die Betriebsnachfolge intensivieren. Das gaben die Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Andreas Katschke, und der IHK, Professor Dr. Bernd Rohwer, heute in Kiel bekannt. Sie legten in der Landespressekonferenz die Ergebnisse einer Umfrage vor, die den Kammern Grund zur Sorge bereiten. Eine Erkenntnis der Befragung ist, dass zwar mehr als 60 Prozent aller Befragten eine Fortführung ihrer Betriebe durch einen Nachfolger in Betracht ziehen. Allerdings haben sich knapp 45 Prozent der Befragten noch nicht mit der Übergabe ihres Betriebes auseinandergesetzt.

»Wir wissen
aus zahlreichen Beratungsgesprächen, dass viele Unternehmer die Augen davor
verschließen, dass sie für ihren Betrieb einen geeigneten Nachfolger finden müssen.
Daher müssen wie unsere Mitgliedsbetriebe immer wieder für dieses auch
menschlich schwierige Thema sensibilisieren«, sagte Katschke zum Hintergrund
der gemeinsamen Umfrage in Schleswig-Holsteins Wirtschaft.
Die Handwerkskammern haben bereits zum dritten Mal nach 1998 und 2003 und
die IHKs zum ersten Mal bei Betriebsinhabern, die das 55. Lebensjahr überschritten
haben, eine Umfrage zur Betriebsnachfolge durchgeführt. Dafür haben sie
16.115 Unternehmen angeschrieben und mehr als 1.200 zurückgesandte Fragebögen
ausgewertet. Nach Katschkes Angaben können die Ergebnisse der Umfrage
aufgrund der hohen Rücklaufquote als repräsentativ gelten. Derzeit sind rund
25.000 Betriebe (8.000 Handwerk/17.000 IHK) von einer bevorstehenden Betriebsübergabe
betroffen. Bezogen auf alle Unternehmen, die ihre Zukunft in den
kommenden Jahren neu regeln müssen, ergibt sich rechnerisch eine Gesamtbeschäftigtenzahl
von 196.200 (79.700 Handwerk/116.500 IHK) in diesen Firmen.
»Es ist erschreckend, dass sich fast die Hälfte der betroffenen Unternehmer noch
nicht einmal mit dem Thema Nachfolge auseinander gesetzt haben. Eine erfolgreiche
Geschäftsübergabe kann mehrere Jahre dauern. In dieser Zeit sind die Betriebe
auf intensive Unterstützung Dritter angewiesen«, so Rohwer. Die IHKs wol-
Telefon
(0431) 5194-224
Datum
30.07.2009
Nr. 40/09
IHK Schleswig-Holstein · Arbeitsgemeinschaft der Industrie- und Handelskammern Flensburg, Kiel und Lübeck
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len deshalb verstärkt über das Thema informieren und für ihr Beratungsnetzwerk
mit Bürgschaftsbank, Investitionsbank, Wirtschaftsförderern sowie die speziellen
Existenzgründungsberatungen werben. Die von den Kammern gemeinsam speziell
für die Betriebsnachfolge eingerichtete Online-Börse »nexxt-chance« soll noch
intensiver kommuniziert werden. Zudem bieten die IHKs im Rahmen ihrer Initiative
»Stabwechsel« regelmäßig Expertengespräche zum Betriebsübergang an. Auch
im Rahmen der neuen Veranstaltungsreihe »Kurs 09« bieten die IHKs ihren Mitgliedsunternehmen
Nachfolgeberatungen mit an.
Katschke betonte, dass eine komplette Betriebsaufgabe nicht nur mit dem Verlust
von Arbeitsplätzen und Betriebsvermögen verbunden sei, vielmehr gehe auch
unwiderruflich fachliches Können und handwerkliche Fertigkeiten verloren. »Wir
werden unser Beratungsangebot weiter verstärken, um einen drohenden Arbeitsplatzverlust
zu verhindern«, sagte er. Hier belege die Umfrage die bislang gute
Arbeit der Handwerkskammern. So seien die Berater mit einer Quote von 22 Prozent
nach den Steuerberatern weiterhin zweitwichtigster Ansprechpartner der
Unternehmen in Fragen der Nachfolgeregelung.

Quelle: IHK Schleswig-Holstein

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