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IHK lobt Ausbild.-Leistung in von Migranten geführten Betrieben

19. Juli 2009 (HL/red.) Die geringe Ausbildungsquote in von Ausländern geführten Unternehmen bereitet der IHK zu Lübeck und der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein (TGSH) Grund zur Sorge. Gemeinsam akquirieren sie in Migrantenbetrieben Ausbildungsplätze, um Jugendlichen aus ausländischen Familien eine Chance im Berufsleben zu geben. IHK-Hauptgeschäftsführer Professor Dr. Bernd Rohwer und Dr. Cebel Küçükkaraca, Landesvorsitzender der TGSH, besuchten zwei Betriebe in Lübeck, die bei der Ausbildung eine Vorbildfunktion einnehmen.

Der von Tarkan Sürgit und seiner Frau Martina geführte Uni-Shop im Uniklinikum ist in den vergangenen Jahren stark expandiert. „Wir haben bereits einen Auszubildenden zum Einzelhandelskaufmann und stellen zum August zwei weitere ein“, sagte Sürgit. Rohwer freute sich besonders darüber, dass der türkische Inhaber auch eine deutsche Auszubildende einstellt. Sürgit und seine fünf Mitarbeiter bedienen täglich bis zu 2.000 Kunden im Geschäft. Großen Erfolg hat er aber auch mit seinem Lieferservice für Patienten. Für dieses innovative Geschäftsmodell hat er bereits einen Preis erhalten. Sürgit bekennt sich als Unternehmer zu seiner Ausbildungsverpflichtung. „Leider wissen die meisten türkischen Geschäftsleute nicht, dass sie ausbilden dürfen.“ Er selbst habe auch erst von den Mitarbeitern der TGSH erfahren, dass er ausbilden dürfe.

Auch in der Gastronomie haben Jugendliche aus Migrantenfamilien gute Möglichkeiten. „Wir wollen den jungen Leuten eine Chance und eine Herausforderung geben“, sagt Abidin Ocak, Geschäftsführer des Restaurants Merhaba in der Lübecker Altstadt. Bisher beschäftigt der Betrieb einen Lehrling, bis September sollen es aber fünf sein. Die türkischen und der spanischstämmige Jugendliche werden dann von einer neuen Idee ihres Arbeitgebers profitieren. „Sie absolvieren eine Verbundausbildung in den Restaurants Merhaba und Gusto. Durch die Rotation lernen sie, wie andere Häuser arbeiten und erhöhen damit ihre Bewerbungschancen deutlich“, erläutert Ausbildungsleiter Lazaro Galicia.

Rohwer und Küçükkaraca dankten beiden Betrieben für das große Engagement in der Ausbildung und würdigten die innovativen Geschäftsmodelle. Beide wollen das Werben um Ausbildungsplätze für Jugendliche aus ausländischen Familien weiter verstärken. „Die Türkische Gemeinde hat ein großes Interesse daran, den Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu helfe“, sagte Küçükkaraca.

Quelle: Industrie- und Handelskammer zu Lübeck

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