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Agentur für Arbeit Lübeck

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Tourismuswirtschaft durch gute Aus- und Weiterbildung stärken

02. Juli 2009 (HL/red.) Zu dem von der SPD-Bundestagsfraktion initiierten und heute im Bundestag verabschiedeten Koalitionsantrag „Aus- und Weiterbildung in der Tourismuswirtschaft verbessern“ erklärt die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm (SPD) als zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion:

„Deutschland ist das Reiseland Nummer Eins. Damit das auch in Zeiten verschärften Wettbewerbs so bleibt, müssen Qualität und Service kontinuierlich den Bedürfnissen der Gäste angepasst werden. Eine gute Aus- und Weiterbildung in der Tourismuswirtschaft ist dafür unerläßlich. Mit dem heute beschlossenen Antrag von SPD und CDU/CSU geben wir wichtige Impulse, um den „Ausbildungs- und Arbeitsplatz Tourismus“ attraktiver zu gestalten und bestehende Mängel zu beheben.

Rund 2,8 Millionen Beschäftigte in Deutschland sind in der Tourismusbranche beschäftigt. Mehr als 110.000 junge Menschen haben einen Ausbildungsplatz in der Tourismuswirtschaft, davon über 100.000 im Hotel- und Gaststättengewerbe. Leider ist die Abbrecherquote gerade in den Ausbildungsberufen der Tourismusbranche relativ hoch. 2006 lag sie für den Beruf Restaurantfachfrau/-mann bei rund 40 Prozent. Der Ausbildungsreport 2008 des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) führt dies auf mangelhafte fachliche Vermittlung von Ausbildungsinhalten, der Ableistung ausbildungsfremder Tätigkeiten und Überstunden sowie teilweise Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz zurück. Diese Situation ist nicht nur für die Jugendlichen sondern auch für die Betriebe ein Problem. Schon heute zeichnet sich ein Mangel an gut ausgebildeten Nachwuchskräften in einigen touristischen Berufen ab.

Wir fordern deshalb von der Wirtschaft mehr Qualität in der Ausbildung. Die Wiedereinsetzung der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) zum 1. August 2009 ist dafür ein wichtiger Schritt. Wir setzen uns gleichzeitig für besser abgestimmte Unterrichtsinhalte und eine stärkere gegenseitige Anerkennung der Berufs-, Fach- und Hochschulabschlüsse ein. Wichtig ist auch eine bundeseinheitliche Weiterbildung von Berufsschullehrerinnen und -lehrern. Mit Blick auf europäische Standards wollen wir, dass nach einer dualen Ausbildung auch der Erwerb eines international anerkannten Studienabschlusses möglich wird, indem Ausbildungsinhalte teilweise anerkannt werden. Nur so gewinnen wir dringend benötigte qualifizierte Nachwuchskräfte im Tourismus.

Für die Weiterbildung gilt: Wer im Tourismus arbeitet, braucht gute Fremdsprachenkenntnisse und Erfahrungen im betriebswirtschaftlichen Bereich, bei Marketing und Servicequalität. Aufgrund der geringen Tarifbindung ist die Teilnahme an beruflicher Weiterbildung in der Tourismuswirtschaft begrenzt. Nur fünfzehn von tausend Beschäftigten im Gastgewerbe absolvieren eine Weiterbildungsprüfung der IHK. Die Unternehmen sind deshalb gefordert, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Teilnahme an Weiterbildungen zu ermöglichen, insbesondere durch verbesserte Regelungen für die Freistellung.“


Quelle: Büro Gabriele Hiller-Ohm, MdB

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