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Mautkassierer brechen Herrentunnel-Vertrag

18. Mai 2009 (HL-red.) Lübecker BUNT fordert Schritte gegen Betreibergesellschaft wegen Behinderung von Fußgängern, Moped- und Radfahrern bei der Tunnelquerung per Shuttle-Bus: Wegen der Weigerung der Herrentunnel Lübeck GmbH und Co. KG, die vertraglich vereinbarten zehnminütigen Abfahrtzeiten der Shuttle-Busse für Moped-, Radfahrer und Fußgänger einzuhalten, hat die unabhängige Wählerinitiative Lübecker BUNT ein rasches Einschreiten des Bürgermeisters gefordert.

„Herr Saxe muss sofort tätig werden und die Herrentunnelgesellschaft - wenn nötig auch juristisch - in ihre Schranken weisen“, sagt BUNT-Vorsitzende Dr. Hildegund Stamm. Es könne nicht sein, dass den Bürgern, die den Herrentunnel täglich nutzten, weitere Lasten und Wartezeiten zugemutet würden, nur weil die Mautgesellschaft aus Kostengründen nicht länger bereit sei, ihre vertraglichen Pflichten zu erfüllen.

Die Angelegenheit hat der BUNT bereits im Hauptausschuss der Bürgerschaft zur Sprache gebracht und Auskunft darüber verlangt, was die Verwaltung gegen den offenkundigen Vertragsbruch der Herrentunnelbetreiber zu tun gedenke. Bausenator Boden stellte dort eine Antwort für die kommende Sitzung am 26. Mai in Aussicht. „Viel zu spät“, findet Stamm. Denn alle Moped- und Radfahrer sowie Fußgänger, die den Pendelbus des Herrentunnels benutzen müssten, seien wegen der vertragswidrigen Ausdünnung des Buspendelverkehrs täglich betroffen.

Vor allem morgens, wenn Schüler und Radpendler durch die Röhre befördert würden, seien Staus und Wartezeiten von bis zu einer halben Stunde keine Seltenheit. Dies resultiere aus der Weigerung der Herrentunnelgesellschaft, ihren Vertrag mit der Hansestadt einzuhalten und mit Hilfe von zwei Bussen einen Abfahrtrhythmus von zehn Minuten zu garantieren. „Man habe kein Geld dafür, soll Geschäftsführer Bartsch diesen dreisten Vertragsbruch begründet haben. Dies ist ganz schön frech“, sagt Stamm. Derzeit pendelt ein einziger Bus lediglich im 15-Minuten-Takt.

Die Fahrer der Stadtwerke-Tochter LVG, die im Auftrag der Mautgesellschaft den Shuttlebusverkehr sicherstellen, seien neben den Fahrgästen die Leidtragenden, so Stamm weiter. „Sie haben mir von unhaltbaren Zuständen berichtet“, sagt Stamm. Täglich gebe es Wut, Beschimpfungen aber auch Tränen bei der Abfahrt von Zurückgelassenen.

Die Busfahrer selbst würden genötigt, die bestehenden Sicherheitsbestimmungen außer acht zu lassen und aus Mitleid mehr Fahrgäste und Fahrräder pro Bus zu befördern als es zulässig sei. Wegen dieser Sicherheitsmängel und der Belastung des Personals habe es bereits eine Betriebsversammlung bei der LVG gegeben - bislang ohne Ergebnis und ohne Reaktion von der Hansestadt oder den Verantwortlichen der Mautgesellschaft. Beschwerden von Radfahrern seien an der Mautstation sogar abgewiesen worden. Das Servicepersonal dort habe Bürger mit der falschen Auskunft, die LVG sei zuständig, sogar bewusst getäuscht.

Nach Auffassung von BUNT stehe dies im Widerspruch sowohl zu aktuellen Werbeslogans der Mautgesellschaft wie „Kürzere Wege, weniger Stau - mehr Zeit für die wichtigen Dinge“. Auch entpuppten sich die vollmundigen Versprechen vor Eröffnung des Herrentunnels als reine Propaganda. „Bei zwei Bussen und der relativ kurzen Wegstrecke sollte die Querung ganz schnell gehen. Und der Bus fährt gleich los, wenn unsere Kunden da sind und wartet nicht erst, bis er voll belegt ist“, hatte der Geschäftsführer der Herrentunnel-GmbH noch im August 2005 in einem Zeitungsinterviews verlauten lassen. „Davon kann heute keine Rede mehr sein“, kritisiert Stamm. „Herrentunnel- so schnell kann’s gehen!“ – diesen Slogan verstehe sie erst jetzt richtig.

„Denn die Wirklichkeit sieht für Radfahrer komplett anders aus“, sagt Stamm. Umwege seien nötig und auf den Bus warten müsse man so gut wie immer. Bei einer Fahrzeit von rund einer halben Stunde zwischen Innenstadt und Kücknitz mache eine Wartezeit von 15 Minuten einen viel zu hohen Anteil aus. „Für das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, das Fahrrad, ist der Tunnel ein ärgerliches Dauerhindernis.“ Deshalb könne die Hansestadt nicht hinnehmen, dass die Wartezeiten noch einmal verlängert würden, nur damit die Mautfirma geringere Verluste mache.

Quelle: Lübecker BUNT
Unabhängige und überparteiliche
Bürgervereinigung Lübeck

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