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Agentur für Arbeit Lübeck

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Agentur für Arbeit Lübeck verleiht Inklusionszertifikat-

29. November 2018 (HL-Red-RB) Gemeinsam verschieden sein - Agentur für Arbeit Lübeck verleiht Inklusionszertifikate - Woche der Menschen mit Behinderung wirbt für Inklusion am Arbeitsplatz:
Das Motto der diesjährigen Woche der Menschen mit Behinderung vom 03.12. bis 07.12.2018 lautet: „Inklusion am Arbeitsplatz – gemeinsam verschieden sein – eine Chance zur Fachkräftesicherung“. Zwei Unternehmen, die dieses Motto bereits seit Jahren mit Leben füllen, hat die Agentur für Arbeit Lübeck ein Inklusionszertifikat verliehen. Gewürdigt werden das Pflegezentrum Techau und die EVG LANDWEGE eG aus Lübeck.

„Menschen mit Behinderung haben es oftmals schwer, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Das gilt insbesondere auch für junge Menschen mit Einschränkungen. Dabei können sie - richtig eingesetzt – ein Gewinn für das Unternehmen sein und dazu beitragen, den Fachkräftebedarf zu decken. Unsere Auszeichnung soll das bisherige Engagement ausdrücklich würdigen und Dank für die vertrauensvolle Zusammenarbeit zum Wohle der betroffenen Menschen aussprechen. Lassen Sie sich von diesen guten Beispielen motivieren“, appelliert Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck, an Unternehmen.



Pflegezentrum Techau: Pflegeleiterin Doreen Fischer (v.r.) und Heimleiter Ralf Bernitt freuen sich mit Birte Skowronnek über den gelungenen Start.


Das Pflegezentrum Techau arbeitet seit vielen Jahren mit dem Bugenhagen Berufsbildungswerk (BBW) in Timmendorfer Strand zusammen, das mit finanzieller Unterstützung der Arbeitsagenturen Jugendliche und junge Erwachsene mit Lernschwierigkeiten/-behinderungen, körperlichen und/ oder psychischen Beeinträchtigungen beruflich qualifiziert. „Für uns ist es selbstverständlich, jungen Menschen mit einer Einschränkung eine Chance zu geben. Wir bieten Praktika in der Küche, Hauswirtshaft oder Pflegeassistenz. Einige davon konnten wir im Lauf der Jahre übernehmen. Wir haben aber auch schon Mitarbeiter eingestellt, die nach einer Erkrankung wieder ins Berufsleben zurückgekehrt sind. Die Einarbeitung und Betreuung war mit Zeitaufwand verbunden, aber diese Zeit investieren wir gerne,“ erklärt Heimleiter Ralf Bernitt.

Zuletzt wurde Birte Skowronnek am 01.10.2018 eingestellt. Die 20‑Jährige wurde im Rahmen einer „unterstützten Beschäftigung“ im Auftrag der Arbeitsagentur von der integra GmbH qualifiziert und bei der Suche nach einem Betrieb begleitet. Während der Praktikaphasen lernte sie das Pflegezentrum Techau kennen und arbeitet nun in der Hauswirtschaft. Sie hilft zum Beispiel den Bewohnern beim Waschen, Essen und Betten machen.

„Am Anfang benötigte Frau Skowronnek viel Anleitung bei der Arbeit. Inzwischen arbeitet sie selbständiger. Wir haben ihr zwei Ansprechpartner an die Seite gestellt und unterstützen sie mit Checklisten und Zeitplänen. Damit klappt das gut“, ergänzt Bernitt.


Das Pflegezentrum gibt es bereits seit 20 Jahren. Die zur Delta Pflegebetriebe GmbH gehörende Einrichtung beschäftigt 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und bildet auch selber aus. Zurzeit gibt es vier Auszubildende in der Altenpflege, Küche, Hauswirtschaft und im kaufmännischen Gesundheitswesen.




Heinke Martina Andres bot Sascha Mlodoch die Gelegenheit, bei LANDWEGE Fuß zu fassen.


Soziales Engagement und gelebte Inklusion sind auch für die Lübecker EVG LANDWEGE eG selbstverständlich. Hier finden Praktikanten aus dem BBW ebenso ihren Einsatz wie aus der Marli GmbH (Werkstatt für Menschen mit Behinderung) oder anderen Einrichtungen. „Eigentlich ist es die menschliche Verpflichtung zu helfen. Wenn man offen mit den Erfordernissen umgeht und sich auf das Tempo der Menschen einlässt, dann kann man die unterschiedlichen Fähigkeiten entdecken und heben“, berichtet Heinke Martina Andres, Geschäftsführender Vorstand bei LANDWEGE.


Nach einem Praktikum wurde Sascha Mlodoch, der von der Marli GmbH betreut wird, am 01.06.2018 als Produktionshelfer eingestellt. Der 37-Jährige hilft beim Spülen des Geschirrs und unterstützt die Kollegen bei den in der Küche anfallenden Arbeiten. „Um die Abläufe zu veranschaulichen, haben wir bebilderte Anweisungen erstellt. Außerdem hat er einen festen Ansprechpartner, der ihm bei Fragen weiterhilft. Sascha Mlodoch ist mit Begeisterung dabei und stets freundlich. Mit seiner Fröhlichkeit steckt er das ganze Team an. Er ist wirklich eine Bereicherung,“ freut sich Andres.

Im Unternehmen sind weitere junge Menschen mit einer Einschränkung tätig. Sie arbeiten als Helferinnen und Helfer im allgemeinen Verkauf, Bäckereiverkauf und Gebäudemanagement. „Sicherlich benötigen sie für die einzelnen Schritte länger und können nicht ohne umfassende Einarbeitung und laufende Anleitung eingesetzt werden. Das ganze Team steht dahinter und es ist schön zu sehen, wie die Entwicklung von Talenten gemeinsam gelingt. Das ist auch ein Verdienst der betreuenden Einrichtungen, die für uns immer ansprechbar sind“, ergänzt sie.


Aus dem 1992 gegründeten ersten Biomarkt sind inzwischen fünf geworden, in denen rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 17 Auszubildende tätig sind. Ausgebildet wird bei LANDWEGE im Verkauf, Küche und Fleischerei.




Markus Dusch (v.l.), Heinke Martina Andres, Ralf Bernitt und Karsten Marzian haben die Inklusion im Fokus.

„Inklusion ist eine Chance für alle Beteiligten. Gerade mit Blick auf die demografische Entwicklung und Fachkräfteengpässe ist ein Bewusstseinswandel erforderlich. Lassen Sie sich nicht durch einen gegebenenfalls zeitintensiveren Weg abschrecken, sondern blicken Sie auf den Beitrag, den Arbeitskräfte mit einer Einschränkung für Ihr Unternehmen leisten können. Wo es nicht ohne spezielle Unterstützung geht, gibt es fachliche Hilfen und Fördermittel“, ergänzt Karsten Marzian, Leiter des Jobcenters Ostholstein.


Am 03. Dezember 2018 ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung – ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Aktionstag, der Zeichen für mehr Teilhabe setzen und die Situation von Menschen mit Einschränkungen ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken soll.


„Auch der gemeinsame Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter wirbt in der Woche vom 03. bis 07. Dezember 2018 verstärkt für mehr Inklusion. Nutzen Sie dieses Potenzial und lassen auch Sie sich zu den Möglichkeiten beraten. Am 05. Dezember von 08.00 bis 12.00 Uhr bieten wir eine Telefonaktion an. Als Experte steht Ihnen Carsten-Peter Hinz unter der Telefonnummer 0451 588-326 gerne zur Verfügung“, werben Dusch und Marzian bei Unternehmen.


Hintergrundinformation zum Arbeitsmarkt



Im Bezirk der Agentur für Arbeit Lübeck waren Ende November 2018 776 Menschen mit einer Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet. Obwohl ihre Zahl in den letzten fünf Jahren zurückging, profitieren sie nicht so stark vom Rückgang wie alle Arbeitslosen. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen ist von 5,4 Prozent auf 5,7 Prozent gestiegen. Rund 66 Prozent dieser Arbeitslosen werden von den Jobcentern und 34 Prozent von der Arbeitsagentur betreut.


Im Kreis Ostholstein waren davon Ende November 2018 347 Menschen mit einer Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet. Obwohl ihre Zahl in den letzten fünf Jahren zurückging, profitieren sie nicht so stark vom Rückgang wie alle Arbeitslosen. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen ist von 6,6 Prozent auf 6,7 Prozent gestiegen. Rund 58 Prozent dieser Arbeitslosen werden vom Jobcenter Ostholstein und 42 Prozent von der Arbeitsagentur betreut.


In der Hansestadt Lübeck waren davon Ende November 2018 429 Menschen mit einer Schwerbehinderung arbeitslos gemeldet. Obwohl ihre Zahl in den letzten fünf Jahren zurückging, profitieren sie nicht so stark vom Rückgang wie alle Arbeitslosen. Ihr Anteil an allen Arbeitslosen ist von 4,7 Prozent auf 5,1 Prozent gestiegen. Rund 72 Prozent dieser Arbeitslosen werden vom Jobcenter Lübeck und 28 Prozent von der Arbeitsagentur betreut.


Außerdem suchen rund 140 junge Menschen mit Einschränkung jedes Jahr mit Hilfe der Arbeitsagentur eine Ausbildungsstelle in Lübeck und Ostholstein.

2017 hat die Agentur für Arbeit Lübeck 14,1 Millionen Euro für die Teilhabe von Menschen mit einer Behinderung am Arbeitsleben ausgegeben, das waren rund 11 Prozent aller Ausgaben. Hinzu kommen rund eine Million Euro bei beiden Jobcentern.n.


Quelle inkl. Foto:
Agentur für Arbeit Lübeck
www.arbeitsagentur.de

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