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Agentur für Arbeit Lübeck

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Bilanz des Berufsberatungsjahres 2017/2018 für HL und OH

01. November 2018 (HL-Red-RB) Weiterhin mehr Ausbildungsstellen als Bewerber/innen - Ausbildungsangebot so hoch wie vor 25 Jahren - Ausbildungssuche 2019 hat begonnen:
Der Ausbildungsmarkt bleibt aus Sicht der Jugendlichen ein Bewerbermarkt mit einem vielfältigen Ausbildungsangebot und guten Chancen. „Das uns gemeldete Ausbildungsangebot hat den höchsten Stand der vergangenen 25 Jahre erreicht. Die Betriebe engagieren sich stark in der Ausbildung junger Menschen und bieten nach der Ausbildung sehr gute berufliche Perspektiven. Dafür danke ich allen ausbildenden Betrieben“, erklärt Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck.


Markus Dusch

Der Arbeitsagentur Lübeck wurden im sogenannten Berufsberatungsjahr, das von Oktober 2017 bis September 2018 dauerte, 3.840 Ausbildungsstellen gemeldet, 198 oder 5,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Nach einem Anstieg der Bewerberzahlen im Zusammenhang mit dem doppelten Abiturjahrgang, gingen diese wieder zurück. 2.732 Jugendliche haben die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 244 oder 8,2 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit standen rein rechnerisch jedem Jugendlichen 1,4 Ausbildungsstellen (Vorjahr 1,2) zur Verfügung. In Schleswig‑Holstein waren es 1,1. Am Ende des Beratungsjahres waren wie im Vorjahr noch 245 Bewerber/innen auf der Suche und 508 Stellen (+105 oder 26,1 Prozent) nicht besetzt; rechnerisch waren das 2,1 Ausbildungsstellen je Jugendlichem.



Bereits seit zwölf Jahren ist im Bezirk der Arbeitsagentur Lübeck das Angebot an Ausbildungsstellen höher als die Zahl der bei der Berufsberatung gemeldeten Jugendlichen.

„Nach wie vor entscheiden sich viele Jugendliche für einen weiterführenden Schulbesuch. Sie bleiben damit in einem Umfeld, das sie kennen und streben einen höheren Schulabschluss an. Dabei kann man bereits mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung einen höheren allgemeinbildenden Abschluss erreichen. Auch für Abiturienten bietet eine anspruchsvolle Ausbildung oder ein duales Studium gute Karriere- und Verdienstmöglichkeiten. Informieren Sie sich bei der Berufsberatung zu den Möglichkeiten, direkt beruflich durchzustarten“, rät Dusch.



Trotz der guten Gesamtsituation findet nicht jeder seine Wunschausbildung oder den Wunsch-Azubi. Es wird zunehmend schwieriger, die angebotenen Stellen zu besetzten. Das liegt einerseits an den gestiegenen Anforderungen der Berufsbilder, aber auch an den Vorstellungen der Jugendlichen und Betriebe. „Für die Jugendlichen, die noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben, gehen die Vermittlungsbemühungen selbstverständlich weiter. Neben der Vermittlung in Ausbildung werden gemeinsam mit den jungen Menschen auch Alternativen wie zum Beispiel Einstiegsqualifizierungen gesucht. Während des Langzeitpraktikums können sich die Jugendlichen beweisen und den Betrieb von ihren Stärken überzeugen“, so Dusch.

„Seien Sie als Unternehmen offen für alle Potenziale, damit keine Ausbildungsstelle unbesetzt bleibt. Häufig wird manch junger Mensch auf den zweiten Blick zur ersten Wahl. Wir können zum Beispiel mit „ausbildungsbegleitenden Hilfen“ oder der „Assistierten Ausbildung“ - unserem kostenfreien Angebot an zusätzlichem Unterricht und sozialpädagogischer Begleitung - unterstützen“, bietet Dusch Unternehmen an.





Bilanz im einzelnen

In der Hansestadt Lübeck wurden 2.085 Ausbildungsstellen zur Besetzung angeboten, 75 oder 3,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig haben 1.735 Bewerber/innen die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 90 oder 4,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit standen rein rechnerisch jedem Jugendlichen 1,20 Ausbildungsstellen zur Verfügung (Vorjahr 1,18). Am Ende des Beratungsjahres waren noch 174 Bewerber/innen auf der Suche und 201 Stellen nicht besetzt.


Nach einem kurzen Einbruch beim Ausbildungsangebotes letztes Jahr stieg die Zahl der zur Besetzung angebotenen Ausbildungsstellen im Kreis Ostholstein wieder auf 1.755 an. Das waren 273 oder 18,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. 997 Bewerber/innen haben die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 154 oder 13,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit standen rein rechnerisch jedem Jugendlichen 1,76 Ausbildungsstellen zur Verfügung (Vorjahr 1,29). Am Ende des Beratungsjahres suchten noch 71 Bewerber/innen einen Ausbildungsplatz und 307 Stellen waren nicht besetzt.


Rund ein Drittel aller Ausbildungsstellen wurden für Berufe in den Bereichen kaufmännische Dienstleistungen, Handel/Verkauf, Vertrieb sowie Tourismus/Hotel- und Gastgewerbe (1.258) angeboten. Ein weiterer Schwerpunkt lag in Berufen der Produktion und Fertigung (887). In den Berufskategorien Gesundheit/Soziales wurden 316 und in Bauberufen 349 Ausbildungsplätze bereitgestellt.

Auch bei den Jugendlichen zeigte sich eine Präferenz für Dienstleistungsberufe (702) sowie Fertigungsberufe (578). Für das Berufsfeld Gesundheit/Soziales interessierten sich 337 und für Bauberufe 210 Bewerber/innen.





Top 10 der Berufswünsche

Nach wie vor konzentrieren sich 55,7 Prozent der 1.050 Bewerberinnen und 40,2 Prozent der 1.682 Bewerber auf zehn Berufe, die nahezu unverändert zum Vorjahr sind.

Bewerberinnen:

· Medizinische Fachangestellte

· Kauffrau – Büromanagement

· Verkäuferin

· Kauffrau im Einzelhandel

· Industriekauffrau

· Friseurin

· Zahnmed. Fachangestellte

· Hotelfachfrau

· Kosmetikerin

· Hauswirtschafterin



Bewerber:

· Verkäufer

· Kfz-Mechatroniker

· Kaufmann – Bürokommunikation

· Kaufmann im Einzelhandel

· Fachlagerist

· Elektroniker – Energie-/Gebäudetechn.

· Industriekaufmann

· Maler/Lackierer

· Fachinformatiker – Anwendungsentw.

· Automobilkaufmann



Struktur der Bewerber/innen

Da der Rückgang bei jungen Frauen (-9,9 Prozent), die sich bei der Berufsberatung für eine Ausbildungsstelle gemeldet haben, etwas höher ausfiel als bei jungen Männern (-7,1 Prozent), ist der Anteil weiblicher Bewerber von 39,1 auf 38,4 Prozent gesunken und bei den männlichen Bewerbern von 60,9 auf 61,6 Prozent gestiegen.



337 junge Menschen hatten eine ausländische Nationalität. Das waren 53 (+18,7 Prozent) mehr als im Vorjahr. 164 davon waren Personen im Kontext Fluchtmigration.



Der Anteil Jugendlicher, die im aktuellen Berichtsjahr 2018 die Schule verlassen haben, ist mit 42,0 Prozent auf dem hohen Niveau der Vorjahre geblieben.

Dadurch lag auch der Anteil von jüngeren Bewerber/innen mit 53,7 Prozent ähnlich hoch wie letztes Jahr. 23,1 Prozent der Ausbildungssuchenden waren jünger als 18 Jahre und 30,6 Prozent waren 18 beziehungsweise 19 Jahre alt.



Die überwiegende Zahl der Jugendlichen, die sich bei der Berufsberatung meldeten, hatte einen Mittleren Schulabschluss (ehemals Realschule 37,4 Prozent) oder einen Ersten allgemeinbildenden Schulabschluss (ehemals Hauptschule 34,2 Prozent). Eine Fachhochschul- oder Hochschulreife besaßen 21,8 Prozent.


Verbleib der Bewerber/innen

Mit 46,7 Prozent mündete nahezu die Hälfte der jungen Menschen, die mit Hilfe der Arbeitsagentur eine Ausbildungsstelle gesucht haben, in eine Berufsausbildung ein. Die andere Hälfte der Jugendlichen hat mit einem Schulbesuch, Studium, Freiwilligendienst (12,8 Prozent) sowie einer Fördermaßnahme (3,5 Prozent) begonnen oder selbst eine Ausbildung sowie Beschäftigung (28,0 Prozent) gefunden.


Ausbildungsstart 2019

„Das Auswahlverfahren für 2019 ist in vollem Gang. Uns liegen bereits über 2.000 Ausbildungsstellen vor. Leider müssen wir immer wieder feststellen, dass sich Jugendliche erst sehr spät auf die Ausbildungssuche machen und sich bei uns melden. Der Ausbildungsmarkt ist zwar grundsätzlich ein Bewerbermarkt, doch man sollte sich nicht in falscher Sicherheit wiegen. Die Berufswahl und Ausbildungssuche erfordern Zeit und gute Vorbereitung. Ich empfehle ein ausführliches Beratungsgespräch in der Berufsberatung, um möglichst alle Aspekte eines Berufes zu berücksichtigen und auch interessante Alternativen kennen zu lernen. Je früher das passiert, umso besser sind die Chancen, den gewünschten Ausbildungsplatz zu bekommen“, empfiehlt Dusch.



Einen Termin zur Berufs- und Studienberatung sollten Jugendliche schnellstmöglich unter der kostenfreien Hotline 0800 4 5555 00 oder im Internet unter www.arbeitsagentur.de/eservices vereinbaren.

Quelle inkl. Foto und Grafiken:
Agentur für Arbeit Lübeck
www.arbeitsagentur.de

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