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Agentur für Arbeit Lübeck

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Schleswig-Holstein: Bilanz am Ausbildungsmarkt Monat Okt. 2018

30. Oktober 2018 (HL-Red-RB)  „Bei der Sicherung des Fachkräftenachwuchses sind wir nicht nur auf
die Flexibilität der jungen Menschen und der Betriebe angewiesen,
sondern auch auf ihre Kompromissbereitschaft. Nur wenn beide sich
bewegen, können Chancen genutzt und noch freie Ausbildungsplätze
besetzt werden.“ (Margit Haupt-Koopmann)
 Rund 2.000 freie Ausbildungsplätze in Schleswig-Holstein
 Besonders im Einzelhandel, im Hotel- und Gaststättengewerbe sowie
im Handwerk werden noch Auszubildende gesucht
 Berufliche Flexibilität und regionale Mobilität eröffnen auch jetzt noch
Ausbildungschancen für junge Menschen
In Schleswig-Holstein haben sich im Berichtszeitraum Oktober 2017 bis September 2018
18.704 Jugendliche in den regionalen Arbeitsagenturen als Bewerber/-innen gemeldet.
Von ihnen waren Ende September noch knapp 2.000 - aus unterschiedlichen Gründen -
ohne Ausbildungsvertrag. Im gleichen Zeitraum wurden 19.818 Ausbildungsplätze
gemeldet. Rund 2.000 konnten bis Ende September nicht besetzt werden.
„Die aktuell laufenden Nachvermittlungsaktionen von Arbeitsagenturen und Kammern
zeigen, dass noch gute Aussichten bestehen, bis zum Jahresende einen Ausbildungsplatz
zu finden“, betonte Margit-Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der
Bundesagentur für Arbeit, heute (30.10.2018). „Ich kann nur an alle Jugendlichen appellieren,
die noch suchen: Verschenkt keine Chancen! Konzentriert Euch nicht auf einen
Wunschberuf! Seid flexibel! Bei entsprechender regionaler Mobilität gibt es unter den rund
2.000 unbesetzten Ausbildungsplätzen interessante Alternativen.“
Einstiegschancen gebe es vor allem im Einzelhandel, im Hotel- und Gaststättengewerbe
sowie im Handwerk. Haupt-Koopmann forderte alle noch unversorgten Jugendlichen auf,
gemeinsam mit ihrer regionalen Berufsberatung über neue Perspektiven nachzudenken.

„Es gibt mit Sicherheit attraktive Alternativen, die den eigenen Fähigkeiten und Interessen
entsprechen.“
An die Betriebe in Schleswig-Holstein, die freie Ausbildungsplätze bisher noch nicht besetzt
haben, appellierte Haupt-Koopmann: „Sie wissen, dass die Nachwuchssicherung ein
zentraler Standortfaktor ist.“
Deshalb müssten nicht nur die Jugendlichen flexibel und kompromissbereit sein, hier seien
auch die Betriebe gefordert. „Schauen Sie sich auch Jugendliche an, die Sie nicht auf den
ersten Blick überzeugen. Häufig - und dies kann ich nicht oft genug wiederholen - wird
mancher Bewerber auf den zweiten Blick zur ersten Wahl. Speziell jungen Menschen ‚mit
Ecken und Kanten‘, die ich bei jeder Gelegenheit als ‚Rohdiamanten‘ bezeichne, bilden ein
Potenzial, dass ‚gehoben‘ werden sollte. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die hierfür
bereitstehenden Unterstützungsangebote der Arbeitsagenturen und Jobcenter genutzt
werden. „Ich möchte besonders für drei Angebote - die Einstiegsqualifizierung (EQ), ein
Langzeitpraktikum, die ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) und die assistierte Ausbildung
(AsA) - werben. Seit Jahresbeginn wurden die genannten Angebote in 858 (EQ),
1.190 (abH) und 268 (AsA) Fällen wahrgenommen. „Da geht noch mehr“, so Haupt-
Koopmann. „Daher mein Appell an die Betriebe in Schleswig-Holstein: Nutzen Sie diese
Angebote! Speziell die Einstiegsqualifizierung ist ein Erfolgsmodell, da anschließend zwei
von drei Teilnehmer in eine Ausbildung einmünden.“
Bezogen auf die Gruppe der Abiturientinnen und Abiturienten betonte sie: „Deren
wachsende Zahl bietet den Betrieben in Schleswig-Holstein die Chance, insbesondere auf
das große Spektrum an interessanten, hochwertigen und zukunftssicheren Ausbildungsberufen
hinzuweisen - von der Mediengestalterin über den Fachinformatiker bis zum ECommerce-
Kaufmann. Hier ist es allerdings auch notwendig, dass uns entsprechende Angebote
gemeldet werden. Denn wir haben - um nur ein Beispiel zu nennen - aktuell noch
fast 100 unversorgte Bewerber/-innen, die gern eine Ausbildung zum/zur Fachinformatiker/-
in machen würden.“
Im Anschluss ging Haupt-Koopmann auf das Thema ‚junge Geflüchtete‘ ein. „In diesem
Jahr haben aus dem Kreis der bei uns gemeldeten Bewerber 470 Geflüchtete eine duale

Ausbildung begonnen. Das sind 151 oder 47,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Branchenschwerpunkte
bilden das Handwerk, der Einzelhandel und das Hotel- und Gaststättengewerbe.
„Ich bin allen Betrieben dankbar, die Praktikums- und Ausbildungsplätze für
Geflüchtete zur Verfügung stellen. Nur so können wir die in dieser Gruppe vorhandenen
Potenziale sichten und entwickeln.“.
Haupt-Koopmann erwähnte darüber hinaus das bundesweite Programm ‚Zukunftsstarter
gesucht‘. „Auch junge Menschen zwischen 25-35 kommen noch für eine Ausbildung in
Frage. Über 12.000 Arbeitslose in dieser Altersgruppe haben in Schleswig-Holstein keinen
Berufsabschluss. Es ist im Interesse der Betriebe, wenn wir über dieses Programm
gemeinsam junge Ungelernte für eine Ausbildung gewinnen. Erfreulich ist, dass seit Start
dieses Programms im Jahr 2013 6.700 junge Erwachsene in Schleswig-Holstein eine
abschlussorientierte Aus- und Weiterbildung begonnen haben.“
Abschließend forderte sie alle Schülerinnen und Schüler auf, die im Jahr 2019 ihre Schulzeit
beenden, sich frühzeitig über die sie interessierenden Ausbildungsberufe zu informieren.
„Ich möchte hier nicht nur unsere Internetangebote unter www.planet-berufe.de.
und www.abi.de sowie die Berufsinformationszentren der regionalen Arbeitsagenturen
erwähnen. Noch wichtiger ist es, bereits jetzt einen Gesprächstermin mit der örtlichen
Berufsberatung zu vereinbaren.“
Daten:
Ausbildungsmarkt S-H (Ende September 2018 im Vorjahresvergleich)
 Unversorgte Bewerber/-innen: 1.958 / Vorjahr: 2.014 / -56 / -2,8 Prozent
 Unbesetzte Ausbildungsplätze: 2.064 / Vorjahr: 1.488 / +576 / +38,7
Prozent
Top 10 der unbesetzten Ausbildungsplätze
 Kaufmann/-frau im Einzelhandel: 183
 Verkäufer/-in: 146
 Fachverkäufer/-in – Bäckerei: 117
 Koch/Köchin: 116
 Hotelfachmann/-frau: 92
 Restaurantfachmann/-frau: 80
 Fachverkäufer/-in – Fleischerei: 78
 Fleischer/-in: 65
 Handelsfachwirt/-in: 56
 Friseur/-in: 53


Ansprechpartner/-innen

 Einen Beratungstermin bei der regionalen Berufsberatung können
Jugendliche unter der gebührenfreien Service-Rufnummer 0800-45555-00
vereinbaren.

 Bei Fragen zu den genannten Förderleistungen können Personalverantwortliche
die Arbeitgeberservice-Rufnummer 0800-45555-20 nutzen.

Quelle:
Bundesagentur für Arbeit

Regionaldirektion Nord

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