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Investitionsneigung derUnternehmen trotz Finanzkrise ungebrochen

30. April 2009 (Kiel/HL-red.) Die Investitionsneigung der schleswig-holsteinischen Unternehmen ist trotz der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise ungebrochen. „Wir haben auch im ersten Quartal 2009 eine weiter steigende Nachfrage nach Bürgschaften verzeichnet“, erklärte der Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein, Hans-Peter Petersen, auf der Bilanzpressekonferenz des Förderinstituts am Donnerstag in Kiel.

Die Zahl der Bürgschaftsanträge stieg in den ersten drei Monaten des Jahres um 30 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum an. Die steigende Nachfrage im ersten Quartal ist nach Worten von Petersen ebenso wie die positive Geschäftsentwicklung des gesamten vergangenen Jahres ein Beleg dafür, dass Schleswig-Holstein deutlich weniger von den Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen ist als andere Standorte. „Nahezu alle Branchen, vor allem aber das Gaststätten- und Hotelgewerbe sowie das Handwerk, haben 2008 kräftig investiert“, unterstrich Petersen. „Viele Betriebe erkennen, dass sie sich jetzt fit für die Zeit nach der Krise machen müssen“. Petersen geht davon aus, dass die Geschäftsentwicklung der Bürgschaftsbank auch vor dem Hintergrund der erweiterten Möglichkeiten des Konjunkturpaketes II 2009 positiv verlaufen wird.

Zahl der begleiteten Unternehmen auf Höchststand

Die Zahl der von der Bürgschaftsbank geförderten Unternehmen erreichte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Plus von 15 % auf insgesamt 673 Firmen einen neuen Höchststand. Damit liegt die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein hinter der Bürgschaftsbank Baden-Württemberg bundesweit auf Platz zwei. Die Summe der ausgelösten Investitionen nahm gegenüber dem Vorjahr um 5 % auf 279 Millionen Euro deutlich zu. „Mit den von uns begleiteten Maßnahmen konnten im vergangenen Jahr 10.800 Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen werden“, betonte Petersen. Im Vergleich zum Vorjahr ist dies ein Plus von 10 %. Dass das Bürgschaftsvolumen trotz eines neuen Rekordjahres mit € 75 Mio. leicht unter dem des Vorjahres lag, ist nach Worten des Geschäftsführers auf einen Rückgang im Bereich der Garantien für Unternehmensbeteiligungen zurückzuführen.

Lage der Wirtschaft in Schleswig-Holstein stabil

Ein weiteres Zeichen für die stabile Lage der Wirtschaft im nördlichsten Bundesland ist laut Petersen die mit 2 % nur leicht steigende Quote der Unternehmensinsolvenzen. Die Zahl der Insolvenzen lag 2008 bei gut 1.100 Firmen und damit weit unter den Zahlen von 2006 (1.300) und 2005 (1.400). Robust blieb auch bis zum Jahresende der Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote liegt mit aktuell leicht unter 8 % deutlich unter der Quote vergangener Jahre. „Insbesondere Fachkräfte sind nach wie vor stark gesucht“, sagte Petersen. Auch die Kreditversorgung sei weiterhin gesichert. Es gebe keinerlei Anzeichen für eine Kreditklemme. Die Sparkassen sind nach wie vor mit 48 % der bewilligten Anträge für die Bürgschaftsbank der stärkste Partner bei den Kreditinstituten.


Hotel- und Gaststättengewerbe hat kräftig investiert

Bei den Branchen hat vor allem das Hotel- und Gaststättengewerbe im abgelaufenen Geschäftsjahr mit einem Plus von 59 % bei der Zahl der begleiteten Betriebe (insgesamt 70) stark zugelegt. „Diese Investitionen sind besonders wichtig, damit wir unsere Position als eine der führenden Urlaubsregionen Deutschlands festigen können“, erklärte der Geschäftsführer der Bürgschaftsbank Harald Bock. Zudem sei davon auszugehen, dass die Bundesbürger vor dem Hintergrund der Krise in diesem Jahr verstärkt Urlaub im eigenen Land machen werden. „Wer sich rechtzeitig auf diesen Trend eingestellt hat, wird profitieren“, so Bock. Ein Paradebeispiel hierfür sei das Landhaus Stricker (www.landhaus-stricker.de) in Tinnum auf Sylt. Die Familie Bodendorf hat dieses familiär geführte 5-Sterne Superior Hotel mit viel Liebe, Engagement und sternausgezeichneter Küche zu einem der Spitzenhotels in Deutschland entwickelt.


Handwerk weiterhin starker Partner

Auch das Handwerk ist mit einem Plus von zwei Prozent bei der Zahl der geförderten Betriebe (insgesamt 171) gegenüber dem Vorjahr nach wie vor ein starker Partner der Bürgschaftsbank. „Die Möbeltischlerei Robin Wood in Ahrensbök ist ein gutes Beispiel dafür, wie das Handwerk in Schleswig-Holstein mit innovativen Ideen neue Märkte erschließt“, stellte Bock fest. Das verarbeitende Gewerbe, der Handel, die Bauwirtschaft und Firmen aus dem Bereich erneuerbare Energien haben sich 2008 ebenfalls stabil entwickelt. Als ein Beispiel dafür, wie man „mit Vollgas aus der Kurve des derzeitigen Abschwungs“ kommen könne, nannte Bock die Firma Junge aus Barsbüttel, die spezielle Kofferaufbauten für Fahrzeuge herstellt. Das Unternehmen hatte Ende 2007 mit Umsatzrückgängen zu kämpfen, dann aber die Zeit genutzt, um seine Produktionsstätten zu optimieren und Prozesse zu verbessern. „Gemeinsam mit der Investitionsbank und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft haben wir die Firma Junge gefördert. Das Unternehmen ist jetzt bestens für die Zeit nach der Krise aufgestellt“.

Ebenso viel Mut in die wirtschaftliche Entwicklung habe das 100 Jahre alte Familienunternehmen Frauenlob aus Kiel (www.frauenlob-kiel.de) bewiesen. Die Wäscherei tätigte 2008 eine der größten Investitionen in der Firmengeschichte und kaufte eine neue Heißmangelstraße. „Neben der verbesserten Qualität für die Kunden hat das Unternehmen so gleichzeitig etwas für die Umwelt getan“, so Bock. Bei der regionalen Verteilung der ausgelösten Investitionen lagen im vergangenen Jahr die Kreise Stormarn und Segeberg vorne, gefolgt von der Stadt Lübeck und dem Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Quelle: Bürgschaftsbank SH

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