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Agentur für Arbeit Lübeck

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Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: November 2017

30. November 2017 (HL-Red-RB)  Aktuelle Daten: 87.900 Arbeitslose - Rückgang gegenüber dem November des Vorjahres um 1.400 oder 1,6 Prozent
 Saisonal bedingt: Im Vergleich zum Vormonat Oktober leichte Zunahme der Ar-beitslosenzahl um 500 oder 0,6 Prozent
 „In den touristisch geprägten Landkreisen Ostholstein (11,3 Prozent) und Nordfriesland (+10,2 Prozent) sind - wie in jedem Jahr - die Arbeitslosenzah-len überproportional gegenüber dem Vormonat Oktober angestiegen. Aller-dings ist landesweit die saisonal typische Zunahme schwächer ausgefallen als in den vergangenen Jahren.“ (Margit Haupt-Koopmann)
 Erfreulich: Arbeitslosenzahl bei den unter 25-Jährigen ist im Vormonatsver-gleich um 4,6 Prozent gesunken
 Deutliches Plus bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung: 22.900 zusätzliche Jobs im Vorjahresvergleich
 Aktionswoche ,Menschen mit Behinderung‘: Arbeitsagenturen und Jobcenter machen durch zahlreiche Aktionen auf die besondere Situation von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt aufmerksam
In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Arbeitslosen im November - im Vergleich zum Vormo-nat Oktober - um 500 oder 0,6 Prozent gestiegen. Sie liegt aktuell bei 87.900. Im Vergleich zum November 2016 ging die Arbeitslosigkeit um 1.400 Personen oder 1,6 Prozent zurück. Die Arbeitslosenquote beträgt aktuell 5,7 Prozent, im November 2016 lag sie bei 5,9 Prozent.
„In den touristisch geprägten Landkreisen Ostholstein (+11,3 Prozent) und Nordfriesland (+10,2 Prozent) sind - wie in jedem Jahr - die Arbeitslosenzahlen überproportional gegen-über dem Vormonat Oktober angestiegen. Allerdings ist landesweit die saisonal typische Zu-nahme schwächer ausgefallen als in den vergangenen Jahren. Auch der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich - auf den niedrigsten November-Wert seit 25 Jah-ren - dokumentiert die stabile und robuste Lage des Arbeitsmarktes in Schleswig-Holstein“, sagte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Ar-beit, heute (30. November 2017).
Allerdings unterstrich sie, dass die Abnahme im Vorjahresvergleich schwächer ausgefallen sei als in den vergangenen Jahren. „Mit einem Rückgang um 1.400 im Vergleich zum November 2016 liegen wir aktuell unter dem Schnitt der drei Vorjahre (-3.200). Dies ist auf den sogenannten ‚Flüchtlingseffekt‘ zurückzuführen. Viele Schutzsuchende, die inzwischen ihre Integrationskurse absolviert haben, melden sich nun vorübergehend arbeitslos“, so Haupt-Koopmann weiter.
Erfreulich sei insbesondere der Abbau der Jugendarbeitslosigkeit. „Bei den unter 25-jährigen ist die Zahl der Arbeitslosen sowohl im Vormonats- als auch im Vorjahresvergleich weiter gesunken: um 4,6 Prozent im Vergleich zum Oktober und um 2,3 Prozent im Vergleich zum November 2016 auf aktuell 8.600. Viele haben jetzt noch eine Ausbildung begonnen.“
Haupt-Koopmann betonte, dass die Arbeitskräftenachfrage unverändert hoch sei. „Den gemeinsamen Arbeitgeberserviceteams der Arbeitsagenturen und Jobcenter wurden seit Jahresbeginn 67.300 sozialversicherungspflichtige Arbeitsangebote gemeldet; eine Zahl, die fast an den besonders hohen Wert des Vorjahreszeitraums heran reicht (-800).“ Speziell im Handel, im Gesundheits- und Sozialwesen sowie im Gastgewerbe und im Bereich des verarbeitenden Gewerbes werden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesucht.
Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten - es liegen die September-Daten vor - ist um 2,4 Prozent oder 22.900 auf 984.000 im Vorjahresvergleich gestiegen. Unter anderem im Gesundheits- und Sozialwesen (+4.700), im verarbeitenden Gewerbe (+3.500) und im Handel (+2.400) wurden zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen. Allein in der Finanz- und Versicherungswirtschaft (-300) gingen Arbeitsplätze verloren.
Aktionswoche: Menschen mit Behinderung
Abschließend wies Haupt-Koopmann auf die aktuell laufende Aktionswoche für Menschen mit Behinderung hin. „Am 3. Dezember wird international der ‚Tag der Menschen mit Behinde-rung‘ begangen. Wie schon in den vergangenen Jahren nutzen die Arbeitsagenturen und Jobcenter diesen Anlass, um eine Woche lang bundesweit auf die besondere Situation von Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt aufmerksam zu machen. Auch in Schleswig-Holstein werben die Arbeitsagenturen und Jobcenter derzeit mit Hilfe verschiedener Veran-staltungen, Aktionen und Angebote - insbesondere für Arbeitgeber - dafür, dass Potenzial dieser Gruppe noch stärker zu nutzen. Grundlegend ist hierfür, dass wir unsere häufig an vermeintlichen Defiziten orientierte Wahrnehmung verändern, damit wir die Ressourcen und Talente erkennen, die Menschen mit Behinderung besitzen.“
Aktuell sind 4.900 Menschen mit Handicap arbeitslos gemeldet, über 50 Prozent von ihnen haben eine abgeschlossene Berufsausbildung. „Leider müssen sie“ - so Haupt-Koopmann - „noch immer gegen Vorbehalte und Vorurteile ankämpfen, die sich negativ auf ihre Beschäf-tigungschancen auswirken. Hier wünsche ich mir - auch angesichts der schon vorhandenen oder absehbaren Fachkräfteengpässe in einzelnen Branchen - eine noch größere Bereit-schaft der Betriebe, engagierten Bewerberinnen und Bewerbern eine Chance zu geben. Wir, die Arbeitsagenturen und Jobcenter, stehen mit Rat und Tat zur Seite.“*
Info 1: Arbeitslosigkeit in Kreisen und Städten
Arbeitslosigkeit in den Kreisen
 Niedrigste Quote: Stormarn mit 3,2 Prozent
 Höchste Quote: Dithmarschen mit 6,6 Prozent
Arbeitslosigkeit in den Städten
 Niedrigste Quote: Lübeck mit 8,2 Prozent
 Höchste Quote: Kiel mit 8,9 Prozent
Info 2: Ausländerarbeitslosigkeit
Insgesamt sind 18.300 Ausländer arbeitslos gemeldet. Das sind 2.100 mehr als im November des Vorjahres. Der Zuwachs ist ausschließlich auf die TOP 8 der Asylherkunftsländer - Afghanistan, Eritrea, Irak, Iran, Nigeria, Pakistan, Somalia und Syrien - zurückzuführen.
Info 3: Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt
Arbeitgeber - private und öffentliche - mit mindestens 20 Beschäftigten sind gesetzlich verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit schwerbehinderten Menschen zu besetzen. Arbeitgeber, die ihre Beschäftigungspflicht von Schwerbehinderten nicht erfüllen, müssen eine Ausgleichsabgabe zahlen.
(Beschäftigung von Schwerbehinderten: Berichtsjahr 2015 / aktuelle Daten)
 Schleswig-Holstein: Von 27.750 so genannten Pflichtarbeitsplätzen im Jahr 2015 wa-ren 7.191 nicht besetzt.
 Allerdings wurden - u. a. durch Arbeitgeber, die ihre Quote übererfüllt haben - im gleichen Zeitraum insgesamt 25.508 Schwerbehinderte beschäftigt.
 Beschäftigungsquote Schwerbehinderte in dieser Betriebsgröße: S-H: 4,4 / Bund: 4,7
 insgesamt müssten 5.296 Betriebe Pflichtarbeitsplätze besetzen ( 4.844 privat und 452 öffentlich)
 AG ohne SVB-Beschäftigte: 1.348 privat und 53 öffentlich, insgesamt: 1.401
 26,5 Prozent der verpflichteten Betriebe und Behörden - AG mit 20 und mehr Ar-beitnehmern - haben keine schwerbehinderten Beschäftigten
*Gemeinsam mit dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren - Integrationsamt - haben wir die Broschüre „Schwerbehinderte Menschen im Betrieb - Leis-tungen und Hilfen“ erstellt, deren vierte und überarbeitete Auflage gerade erschienen ist. Sie steht auch als Download auf der Homepage der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit unter >Presse>Broschüren zur Verfügung: Broschüre 'Menschen mit Behinderung'

Quelle:
Bundesagentur für Arbeit
Regionaldirektion Nord
www.arbeitsagentur.de

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