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Agentur für Arbeit Lübeck

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Minijob-Ausstellung eröffnet: Aufklärung zu Daten und Fakten

11. Oktober 2017 (HL-Red-RB) Da geht noch mehr! Minijob-Ausstellung macht vom 09.10. bis 13.11.2017 Station in Lübeck: Auftakt mit Diskussionsrunde und Befragung von Minijobbenden: Unter dem Motto „Minijob? Da geht noch mehr!“ wurde am Montag in der Agentur für Arbeit Lübeck die Wanderausstellung mit Daten und Fakten zum Minijob eröffnet. Die Ausstellung informiert einerseits über die rechtliche Situation im Minijob und andererseits über die tatsächlichen Kosten von Minijobs für Unternehmen.

Zur Ausstellungseröffnung diskutierten Vertreterinnen und Vertreter von Gewerkschaften und Unternehmen, Gleichstellungsbeauftragte, Verwaltungsausschussmitglieder, Minijobbende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Jobcenter und Arbeitsagentur über die Wege in existenzsichernde Beschäftigung.




v.l.n.r.: Joachim Tag, Claudia Schmutzer, Juliane Hoffmann, Sven Quirder, Andrea Späth und Petra Schmittner eröffneten die Wanderausstellung „Minijob-Da geht noch mehr.“


„Die Gründe einen Minijobs auszuüben sind vielschichtig. Neben Schülern und Studenten nutzen überwiegend Frauen diese Möglichkeiten. Im Hinblick auf die Rente sollten sie jedoch nicht auf Dauer in einem Minijob tätig bleiben. Deshalb bieten wir zahlreiche Workshops und Veranstaltungen an, um insbesondere Berufsrückkehrende über die Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt zu informieren“, erklären Andrea Späth und Claudia Schmutzer, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt von Arbeitsagentur und Jobcenter Lübeck. „Auch Betriebe profitieren, wenn aus einem Minijob mehr wird: Sie sichern sich gut eingearbeitete, motivierte und loyale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist das gut für die Fachkräftesicherung“, ergänzt Joachim Tag, Geschäftsführer des Jobcenters Lübeck.

In der Hansestadt Lübeck arbeiten 19.600 Menschen in einem Minijob, rund zwei Drittel davon sind Frauen. 6.400 Menschen verdienen sich in einem Minijob Geld dazu, 13.200 üben ausschließlich eine geringfügige Beschäftigung aus. Die Zahl der ausschließlich geringfügig Beschäftigten in der Hansestadt zwischen 2007 und 2016 um knapp 16 Prozent (-2.500 Arbeitskräfte) verringert. Gleichzeitig ist die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung um 15 Prozent (+12.500 Arbeitskräfte) angestiegen. Die meisten Minijobbenden sind in Berufen der Reinigung, Verkauf, Gastronomie, Büro und Sekretariat, Postzustellung, Fahrzeugführung oder Gesundheit tätig.

„Minijobs können für eine kurze Zeit interessant sein, doch nur eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bietet eine tragfähige und dauerhafte Perspektive. Gerade für Frauen in der Grundsicherung wird der Minijob häufig zur Falle. Deshalb fördern wir zum Beispiel Betriebe, die Arbeitslose aus einer geringfügigen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung übernehmen“, so Tag.

Minijobbende verdienen maximal 450 Euro im Monat, oft fehlt die Absicherung bei Krankheit, Arbeitslosigkeit und im Alter. Viele der geringfügig Beschäftigten kennen ihre Arbeitsrechte nicht oder wagen es nicht, diese bei ihren Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern durchzusetzen. Sie werden oftmals als „Beschäftigte zweiter Klasse“ behandelt. „Das muss sich dringend ändern“, erklärt Sven Quirder, DGB Stadtverbandsvorsitzender in Lübeck. Zu diesem Zweck haben der Deutsche Gewerkschaftsbund und das Lübecker Frauenbüro eine Befragung von Minijobberinnen und Minijobbern initiiert. „Wir fragen, ob und welche Rechte Minijobbende kennen und welche Verbesserungen sie sich in Lübeck wünschen“, ergänzt Elke Sasse, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Lübeck. Aus den Antworten der Befragung sollen Handlungsempfehlungen für Lübeck abgeleitet werden.

Die Befragung läuft vom 09. Oktober bis zum 12. November 2017. Sie wird neben der DGB-Region und dem DGB-Stadtverband Lübeck von allen acht DGB-Gewerkschaften unterstützt. Interessierte Minijobbende oder Institutionen, die die Befragung unterstützen wollen, erhalten den Fragebogen im DGB-Haus am Holstentorplatz 1-5 und beim Frauenbüro, Sophienstr. 2-8. Es gibt ihn nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch, Polnisch und Türkisch. Zudem gibt es die Möglichkeit, den Fragebogen auch online auf der Internetseite der DGB-Region auszufüllen: www.sh-suedost.dgb.de.




Auch dieser Kasten wartet darauf, gefüllt zu werden. Zumal die Befragung völlig neutral und ohne persönliche Datenerhebung erfolgt.


Die Minijob-Ausstellung kann vom 09. Oktober bis 13. November 2017 in den Räumen der Agentur für Arbeit Lübeck, Hans-Böckler-Str. 1, 23560 Lübeck jeweils Montag bis Mittwoch von 07.30 Uhr bis 15.30 Uhr, Donnerstag von 07.30 Uhr bis 18.00 Uhr und Freitag von 7.30 Uhr bis 12.00 Uhr besucht werden.


Expertinnen und Experten diskutierten zum Thema der Wanderausstellung „Minijob-Da geht noch mehr.“







Foto © Reinhard Bartsch, Lübeck

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