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Agentur für Arbeit Lübeck

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Auszubildende von heute sind die Fachkräfte von morgen

07. März. 2016 (HL-Red-RB) Vom 07. bis 11. März 2016 findet die bundesweite „Woche der Ausbildung“ statt. Ziel ist es, beiden Seiten – Arbeitgebern und jungen Menschen – den Stellenwert, die Chancen und die Vorteile einer beruflichen Ausbildung vor Augen zu führen. „Mitarbeiter der Berufsberatung und des gemeinsamen Arbeitgeber-Service von Arbeitsagentur und Jobcenter sind diese Woche mit Bewerbungsmappen von Jugendlichen bei Unternehmen auf Werbetour. Wir möchten sie davon überzeugen, auch versteckten Talenten eine Chance zu bieten“, erklärt Markus Dusch, Chef der Agentur für Arbeit Lübeck.


Markus Dusch

In Zeiten, in denen es für Unternehmen schwieriger wird passende Fachkräfte zu finden, gewinnt die Ausbildung junger Menschen weiter an Bedeutung. Diese Botschaft ist auch in den Betrieben angekommen, denn seit Oktober 2015 wurden 3.019 Ausbildungsstellen bei der Arbeitsagentur Lübeck gemeldet, 343 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig haben 1.518 Jugendliche (-231) die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet. Mehr offene Lehrstellen als gemeldete Bewerber bedeutet jedoch nicht automatisch, dass es für alle jungen Leute leicht ist, den Einstieg ins Berufsleben ohne Probleme zu schaffen.

„Unser Ziel ist es, möglichst allen Jugendlichen, die eine Ausbildung suchen, den Weg dahin zu ebnen. Im Idealfall natürlich in ihrem Traumberuf. Manchmal ist es jedoch notwendig, gemeinsam mit der Berufsberatung Alternativen zu erarbeiten. Auch Unternehmen sollten kompromissbereit sein. Schauen Sie noch genauer hin, ob nicht auch dem Einen oder der Anderen eine Ausbildungschance eingeräumt werden kann und diese auf den zweiten Blick zur ersten Wahl werden“, wirbt Dusch.

Eine Brücke in die Ausbildung kann zum Beispiel die Einstiegsqualifizierung (EQ) sein. Sowohl für Betriebe als auch Jugendliche eine gute Möglichkeit, sich kennen zu lernen. Das betriebliche Langzeitpraktikum orientiert sich an Ausbildungsinhalten anerkannter Ausbildungsberufe und ist ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis bei dem zwischen Betrieb und Jugendlichem ein Vertrag abgeschlossen wird. Eine EQ dauert mindestens sechs bis maximal 12 Monate und geht bis zum Ausbildungsbeginn. Begleitforschungen belegen, dass 60 bis 70 Prozent der Teilnehmer in eine Ausbildung einmünden. Derzeit befinden sich 104 junge Menschen in Lübeck und Ostholstein in einer EQ.




Akop Ovakimyan (Bildmitte) führt Agenturleiter Markus Dusch (links) am Wagen seines Chefs Tim Schneider (rechts) seine bereits vorhandenen Kenntnisse vor.




Kleine Karosseriearbeiten darf er nach Anleitung durch einen Gesellen auch schon selber durchführen.


Von diesem Langzeitpraktikum profitiert auch Akop Ovakimyan (18 Jahre). Der gebürtige Russe hatte im Juli 2015 seine Mittlere Reife an der GGS-Strand Europaschule in Timmendorfer Strand erworben. Die Noten waren jedoch nicht optimal, so dass es nicht gleich mit einer Ausbildungsstelle klappte. Bei der Auto-Schneider GmbH in Timmendorfer Strand bekam er die Möglichkeit, sich zu beweisen. Seit 15. August 2015 macht er dort eine EQ.


"Wir haben bereits gute Erfahrungen mit Langzeitpraktika gemacht, junge Menschen in Ausbildung und danach sogar als Gesellen übernommen. Sie wachsen im Team oft über sich hinaus. Vielen fällt es deutlich leichter, sich in der Berufsschule anzustrengen, wenn sie damit ein klares Ziel verbinden – wie zum Beispiel eine Lehrstelle im Traumjob. Akop Ovakimyan macht sich gut und ist sehr interessiert. Wir werden ihn zum 01. August 2016 in die Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker – Personenkraftwagentechnik übernehmen“, erläutert Tim Schneider, Geschäftsführer der Auto-Schneider GmbH. Gegründet wurde der Familienbetrieb 1963 und ist von einem Gesellen und einem Lehrling auf inzwischen mehr als 40 Mitarbeiter und acht Auszubildende angewachsen.


„Das Angebot an Ausbildungsstellen ist in unserer Region sehr gut. Dennoch gibt es jedes Jahr Bewerber, die diese zweite Chance über EQ brauchen. Deshalb möchten wir mit diesem Beispiel auch anderen Arbeitgebern Mut machen, Jugendlichen mit schwierigem Vermittlungshintergrund eine Chance zu geben. Wir können auch mit der „Assistierten Ausbildung“ oder den sogenannten ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) unterstützen und so zum Ausbildungserfolg beitragen. Sprechen Sie den Arbeitgeber-Service gerne an“, bietet Dusch Unternehmen an.


„An Jugendliche richte ich den dringenden Hinweis, nicht zu lange zu warten. Je früher man sich bei uns meldet, umso größer sind die Chancen, eine Ausbildungsstelle zu finden. Ausbildung oder duales Studium kann auch für Abiturienten ein interessanter Karrierestart sein. Die Berufsberatung informiert gerne über die Berufsalternativen“, so Dusch.

Einen Termin zur Berufsberatung sollten Jugendliche schnellstmöglich unter der kostenfreien Hotline 0800 4 5555 00 vereinbaren.

Ab 17. März 2016 können Ausbildungsplatzsuchende außerdem einen kostenfreien Bewerbungsmappen-Check nutzen. Jeden Donnerstag von 15.00 bis 17.00 Uhr können sie im Berufsinformationszentrums (BiZ) der Agentur für Arbeit Lübeck, Hans-Böckler-Str.1, 23560 Lübeck ihre Unterlagen professionell durchsehen und bewerten lassen. „Damit können Fallstricke rechtzeitig entdeckt werden und die Chance auf einen ersten guten Eindruck wird nicht schon am Anfang verbaut. Nutzen Sie unser neues Angebot“, wirbt Dusch.

Quelle inkl. Fotos:
Agentur für Arbeit Lübeck
www.arbeitsagentur.de

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