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Agentur für Arbeit Lübeck

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K. Wiedemann als Landesvorsitzende Frauen Union SH bestätigt

06. April 2009 (Kiel/HL-red.) Mit 91 % der Stimmen wurde Karin Wiedemann als Vorsitzende der rund 6300 Frauen der CDU Schleswig-Holsteins bestätigt. Sie übt das Amt seit 2001 aus. Als Stellvertreterin bestätigt wurde Karin Brückert. Erstmals zur Stellvertreterin gewählt wurde Katja Rathje-Hoffmann, Direktkandidatin für den Landtag im Wahlkreis Norderstedt. Als Beisitzerinnen gehören dem neuen Landesvorstand an: Dr. Stefanie Rönnau (Kiel), Claudia Mohr (Elmshorn), Maren von Maltzahn (Lübeck), Katrin Schulz (Wesselburen), Bettina Albert (Pronsdorf), Astrid Damerow (Husum), Birka Lembcke (Osterrönfeld) und Dr. Marna Michel (Ellerbek).

Der Delegiertentag, der unter dem Motto „Europa weiblich“ stand, beschloss eine Resolution zur Europapolitik mit Forderungen der Frauen an die Europapolitik. Vorangegangen war eine Diskussion der ersten Drei der Europaliste der CDU, Reimer Böge, Niklas Herbst und Karin Brückert unter der Leitung der NDR-Studioleiterin in Lübeck, Dr. Mechthild Mäsker. Karin Brückerts Antwort auf die Schlussfrage fand großen Beifall der Delegierten: „Europäisches Parlament und Kommission müssen Sorge tragen, dass Menschenrechte für alle Frauen in Europa gelten.“

Der Delegiertentag stimmte ferner dem Leitantrag des Landesvorstands „Gleiche Chancen – gleicher Lohn – Männer und Frauen in der Arbeitswelt von morgen“ zu (Anlage). Reimer Böge lobte in seinem Grußwort als stellvertretender Landesvorsitzender der CDU diesen Leitantrag und empfahl der Partei den Leitantrag der Frauen Union aufzunehmen.

Karin Wiedemann: „Die Frauen Union geht gestärkt aus diesem Delegiertentag hervor. Besonders freut es mich, dass wir die Kooperation mit den weiblichen Landtagsabgeordneten vertiefen werden. Das ist ein viel versprechender Weg, den Einfluss der Frauen auf die Politik zu stärken. Dazu wird auch die für das nächste Frühjahr geplante Norddeutsche Frauenkonferenz der fünf norddeutschen Bundesländer in Norderstedt beitragen. Die Vorbereitungen haben schon begonnen.“

Anlagen:
RESOLUTION
„Europa weiblich“
Wir wollen die Einhaltung und Gewährleistung der Grundrechte für alle, die in der Europäischen Union
leben.
Wir wollen gleiche Chancen für Frauen und Männer. Chancengleichheit von Frauen und Männern soll als
vertraglicher Grundsatz die grundlegende Bedingung für eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union
sein.
Wir wollen in Sicherheit und selbst bestimmt leben und wollen, dass sich jeder frei bewegen kann.
Lebensformen, die Zwangsheiraten, Polygamie und Zwangsprostitution, Bildungsentzug und Freiheitsbeschränkungen
für Frauen und Mädchen dulden, sind mit den europäischen Traditionen und Gesetzen
nicht vereinbar und sind strafrechtlich zu verfolgen.
Wir wollen, dass der Drogenhandel endlich wirksamer bekämpft wird. Dieser Handel weitet sich leider
immer mehr aus. Doch Drogen zerstören Leben, ruinieren Familien und führen zu Gewalt und
organisierter Kriminalität.
Wir wollen eine saubere und gesunde Umwelt. Saubere Luft, sauberes Wasser und saubere Böden sind
unsere Lebensgrundlage. Ein moderner Wirtschaftraum braucht eine wettbewerbsfähige und nachhaltige
Landwirtschaft und starke ländliche Räume. Sie sind die Bedingung für qualitativ hochwertige Lebensmittel
und den Erhalt unserer Kulturlandschaft. Dazu gehören wirksame europäische Natur-, Tier- und
Verbraucherschutzgesetze.
Wir wollen gesunde Lebensmittel, einheitlich strenge Standards sowie gleiche Wettbewerbsbedingungen
in Europa. Die Anforderungen an unsere Landwirtschaft und Lebensmittelhersteller sind hoch. Wir
erleben immer wieder, dass importierte Lebensmittel den geforderten Standards nicht entsprechen, aber
trotzdem verkauft werden. Auch aus Gründen der Wettbewerbsfähigkeit muss auf Einhaltung dieser
Vorschriften geachtet werden.
Wir wollen eine sichere und nachhaltige Energiepolitik. Zentrales Thema der europäischen Energiepolitik
ist die gesicherte Versorgung aller Konsumenten mit Energie zu erschwinglichen Preisen, was im Hinblick
auf den Klimawandel, die verbindlichen Klimaschutzziele, Importabhängigkeit und Ressourcenverknappung
nur durch einen Mix aus fossilen, nuklearen und erneuerbaren Energien und dem gleichrangigen
Ziel eines niedrigen Verbrauchs von Energie erreicht werden kann.
Wir wollen saubere Medien. „Schluss mit Schmutz in Medien“ war eine viel beachtete Kampagne der
Frauen Union, die zum Ziel hatte, dass europaweit Gewaltdarstellungen aus Videotheken und Fernsehprogrammen
verschwinden. Illegale Internetinhalte wie Kinderpornographie müssen gesperrt werden.
Wir wollen, dass unsere Jugendlichen eine positive europäische Identität entwickeln, damit sie lernen,
als Europäer gemeinsam zu handeln z.B. bei der Bewältigung von Krisen oder in der europäischen Außenund
Sicherheitspolitik. Die Weichen für eine lebendige europäische Wissensgesellschaft müssen gestellt
werden.
Wir wollen das europäische Erbe pflegen. Die gemeinsame europäische Geschichte muss im Gedächtnis
der Jugendlichen als verbindende Tradition und Identität lebendig sein, damit sie den Wert der
europäischen Einigung, die uns viele Jahre Wohlstand und Frieden gegeben hat, erkennen und erhalten

Leitantrag
des Landesvorstandes der Frauen Union Schleswig-Holstein
zum Delegiertentag am 4. April 2009
Gleiche Chancen, gleicher Lohn
Männer und Frauen in der Arbeitswelt von morgen
In den letzten Jahrzehnten haben Frauen im Verhältnis zu männlichen Mitbewerbern an Bildung
und beruflicher Qualifikation aufgeschlossen und sie teilweise überholt. Diese Entwicklung
spiegelt sich jedoch nicht annähernd in Wirtschaft und Politik wider. Trotz gleicher oder höherer
Qualifikation steigen Frauen auch heute noch nicht in gleichem Maße in Führungspositionen auf
wie ihre männlichen Kollegen.
Dadurch gehen der Volkswirtschaft große Potentiale verloren. Gut ausgebildete Kräfte nicht ihren
Fähigkeiten entsprechend einzusetzen, bedeutet eine unverantwortliche Ressourcenverschwendung.
Bereits heute entgehen der Wirtschaft durch das Fehlen von qualifizierten Fachkräften
Gewinne in beträchtlicher Höhe. Die Unternehmensentwicklung wird ebenso wie ihre
Wettbewerbsfähigkeit behindert.
Frauen können nicht nur seltener ihre Qualifikation in Führungspositionen unter Beweis stellen,
sie werden auch bei vergleichbarer Tätigkeit schlechter bezahlt als männliche Mitarbeiter. Die
Differenz von 28 % im durchschnittlichen Stundenlohn hat vielfältige Ursachen. Neben einem
unterschiedlichen Berufswahlverhalten stehen dabei die Besonderheiten weiblicher Erwerbsbiografien
im Mittelpunkt. Hinzu kommt eine häufig geringe gesellschaftliche Wertschätzung als
typisch weiblich angesehener Tätigkeiten.
Die Benachteiligung von Frauen im Erwerbsleben wirkt sich auch auf ihre Altersversorgung aus.
Geringere Gehälter, Berufsunterbrechungen und Teilzeitarbeit führen zu niedriger oder
schlimmstenfalls gänzlich fehlender Alterssicherung.
Um die Chancen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt gravierend verbessern zu können, muss an
verschiedenen Punkten angesetzt werden. Die Norddeutsche Frauenkonferenz sieht folgende
Handlungsfelder und notwendige Maßnahmen:
1. Berufswahl
Die entscheidenden Weichen für Aufstiegschancen werden bei der Wahl der Ausbildung und des
Berufes gestellt. Frauen entscheiden sich häufig für so genannte typische Frauenberufe, die wenig
Karrieremöglichkeiten und geringere Verdienstspannen bieten. In den Berufen, die beides
ermöglichen, insbesondere Berufsfelder im Bereich der Naturwissenschaften, Technik, Informatik
und Mathematik, finden sich Frauen nur vereinzelt.
Der Delegiertentag 2009 der Frauen Union fordert deswegen:
• Frühförderung beim Zugang zu Naturwissenschaften und Technik;
• Projekte mit denen das Interesse von Mädchen und Jungen an Naturwissenschaften und Technik
geweckt und gefördert wird, u. a. durch getrennten naturwissenschaftlichen Unterricht;
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• Optimierung der Berufsberatung in Hinblick auf die Vielfalt der Berufsbilder;
• die vermehrte Einrichtung von Studiengängen, in denen technisch-naturwissenschaftliche
Disziplinen mit sprachlichen und kommunikativen Fachrichtungen kombiniert werden.
2. Gleicher Lohn, gleiche Chancen - auch in Führungspositionen
Frauen sind in allen Unternehmensgrößen und auf allen Hierarchieebenen in Führungspositionen
unterrepräsentiert. Sie haben in ihrer gesamten Laufbahn gegen Widerstände anzukämpfen. Der
Aufstieg in oberste Führungsetagen wird ihnen durch die „gläserne Decke“ verwehrt. Die
bestehenden Hindernisse sind rollenspezifisch, unternehmens-strukturell und auch durch das
Verhalten der Frauen selbst bedingt.
Der Delegiertentag 2009 der Frauen Union fordert deswegen:
• Verbindliche Repräsentanz von Frauen in Entscheidungsgremien von Wirtschaft und Politik,
die Frauen die Chance gibt, ihre Fähigkeiten adäquat einzubringen; die norddeutsche
Frauenkonferenz hält das norwegische Muster einer zwingenden Quote in Aufsichtsräten für
bedenkenswert;
• Projekte mit deren Hilfe das Bewusstsein in den Unternehmen dahin entwickelt wird, dass die
Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein Wirtschaftsfaktor ist, der auch ihnen betriebswirtschaftliche
Vorteile bringt. Dazu gehören betriebliche und individuelle
Arbeitszeitvereinbarungen, die ein Leben mit Kindern oder die Pflege älterer Menschen
ermöglichen, insbesondere flexible Arbeitszeiten und -formen für Eltern in der Familienphase;
• bei Tarifabschlüssen eine gerechte Eingruppierung von Frauen durchzusetzen;
• Chancengleichheit in der Unternehmensphilosophie zu verankern, z.B. durch Zielvereinbarungen
, Mentoring und Coaching von Frauen;
• eine Aufwertung sozialer Kompetenzen bei Arbeitsverträgen.
3. Wiedereinstieg in das Berufsleben erleichtern
Nach einer Familienphase wünschen die meisten Mütter, wieder in ihren Beruf zurück zukehren.
Durch eine präzise Planung und rechtzeitige Absprachen kann erreicht werden, dass den
Rückkehrerinnen Positionen angeboten werden, die ihrer Qualifikation entsprechen und ihnen
berufliche Entwicklungsmöglichkeiten bieten.
Der Delegiertentag 2009 der Frauen Union fordert deswegen:
• Zielgerichtete, praxisbezogene und hochwertige Programme zur beruflichen Weiterbildung in
den Unternehmen und Weiterbildungseinrichtungen;
• ein Bewusstsein dafür, dass auch Mitarbeiter in der Elternzeit Betriebsangehörige sind, so dass
sie in den Informationsfluss und allgemeine Fortbildungsmaßnahmen einbezogen werden und
ggf. als Urlaubs- oder Krankheitsvertreterinnen an der Entwicklung der Arbeitswelt teilhaben
können;
• die steuerliche Förderung bei der Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen und die
Anerkennung des Privathaushaltes als Arbeitgeber weiterzuentwickeln;
• flächendeckende Einführung von Ganztagsschulen, bessere Qualität der Kindertageseinrichtungen
und flexible Öffnungszeiten.

Quelle: Frauen-Union der CDU - Landesverband Schleswig-Holstein


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