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Agentur für Arbeit Lübeck

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Bilanz Berufsberatungsjahr 2014/15 für Lübeck und Ostholstein

30. Oktober 2015 (HL-Red-RB) Angebot an Ausbildungsstellen bleibt auf einem hohen Niveau: Zahl der Bewerber steigt weiter leicht an - Nicht jeder findet sofort seine Wunschausbildung oder den Wunsch-Azubi - Flexibilität auf beiden Seiten erforderlich: Mit 3.720 gemeldeten Berufsausbildungsstellen bleibt das Angebot in Lübeck und Ostholstein weiterhin auf einem hohen Niveau. Damit wurden der Arbeitsagentur Lübeck im sogenannten Berufsberatungsjahr, das von Oktober 2014 bis September 2015 dauerte, 395 oder 11,9 Prozent mehr Stellen als im Vorjahreszeitraum zur Besetzung angeboten. Gleichzeitig haben 2.749 Bewerber die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 51 oder 1,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit standen rein rechnerisch jedem Jugendlichen 1,4 Ausbildungsstellen (Vorjahr 1,2) zur Verfügung. Am Ende des Beratungsjahres waren noch 172 Bewerber auf der Suche und 331 Stellen nicht besetzt; 283 Bewerber weniger und 69 Stellen mehr als im letzten Jahr.



„Die Ausbildungsbereitschaft ist in unserem Bezirk nach wie vor sehr hoch. Insbesondere der Kreis Ostholstein hat seit Jahren eine Ausbildungsquote, die über Landes- und Bundesschnitt liegt. Der Anteil der Auszubildenden an alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten beträgt hier 6,5 Prozent und in Schleswig-Holstein 6,2 Prozent. Mit 5,6 Prozent liegt auch die Hansestadt Lübeck über dem Bundeswert von 5,2 Prozent. Für diese Ausbildungsbereitschaft möchte ich allen Unternehmen danken“, erklärt Markus Dusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck.


Markus Dusch (Foto RB)

Bereits seit neun Jahren liegt im Bezirk der Arbeitsagentur Lübeck das Angebot an Ausbildungsstellen über der Zahl der bei der Berufsberatung gemeldeten Jugendlichen. „Trotz der günstigen Entwicklung findet nicht jeder seine Wunschausbildung oder den Wunsch-Azubi. Es wird zunehmend schwieriger, die uns angebotenen Stellen zu besetzten. Das liegt einerseits an den gestiegenen Anforderungen der Berufsbilder, aber auch an den Vorstellungen der Jugendlichen und Betriebe. Die Vermittlungsbemühungen gehen selbstverständlich auch nach dem 30. September noch weiter. Neben der Vermittlung in Ausbildung werden gemeinsam mit den jungen Menschen auch Alternativen wie zum Beispiel Einstiegsqualifizierungen – eine Art Langzeitpraktika - gesucht“, ergänzt Dusch.

„Allerdings sollten nicht nur Jugendliche flexibel sein, sondern auch Betriebe. Unsere Erfahrung zeigt, dass Zeugnisnoten nicht alle Fähigkeiten der Jugendlichen wiederspiegeln. Es ist wichtig, auch jungen Menschen mit „Startschwierigkeiten“ eine Chance zu geben. Hier können wir zum Beispiel mit ausbildungsbegleitenden Hilfen oder der Assistierten Ausbildung - unserem kostenfreien Angebot an zusätzlichem Unterricht und sozialpädagogischer Begleitung - unterstützen. Gerne informieren wir Betriebe zu den Möglichkeiten“, bietet Dusch an.


Bilanz im einzelnen

In der Hansestadt Lübeck wurden 1.962 Ausbildungsstellen zur Besetzung angeboten, 84 oder 4,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig haben 1.850 Bewerber die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 69 oder 3,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit standen rein rechnerisch jedem Jugendlichen wie im Vorjahr 1,1 Ausbildungsstellen zur Verfügung. Am Ende des Beratungsjahres waren noch 114 Bewerber auf der Suche und 178 Stellen nicht besetzt.


Im Kreis Ostholstein wurden 1.758 Ausbildungsstellen zur Besetzung angeboten, 311 oder 21,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig haben 899 Bewerber die Berufsberatung bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz eingeschaltet, 18 oder 2,0 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit standen rein rechnerisch jedem Jugendlichen 2,0 Ausbildungsstellen zur Verfügung (Vorjahr 1,6). Am Ende des Beratungsjahres suchten noch 58 Bewerber einen Ausbildungsplatz und 153 Stellen waren nicht besetzt.



Rund ein Drittel aller Ausbildungsstellen wurden für Berufe in den Bereichen kaufmännische Dienstleistungen, Handel/Verkauf, Vertrieb sowie Tourismus/Hotel- und Gastgewerbe (1.103) angeboten. Ein weiterer Schwerpunkt war in Berufen der Produktion und Fertigung (837). In den Berufskategorien Gesundheit/Soziales wurden 410 und in Bauberufen 351 Ausbildungsplätze bereitgestellt.

Auch bei den Bewerbern zeigte sich eine Präferenz für Dienstleistungsberufe (773) sowie Fertigungsberufe (556). Für das Berufsfeld Gesundheit/Soziales interessierten sich 305 und für Bauberufe 232 Bewerber.



Top 10 der Berufswünsche



Nach wie vor konzentrieren sich 55,7 Prozent der Bewerberinnen und 40,1 Prozent der Bewerber auf folgende zehn Berufe:

Bewerberinnen

1. Verkäuferin

2. Medizinische Fachangestellte

3. Kauffrau – Büromanagement

4. Kauffrau im Einzelhandel

5. Friseurin

6. Industriekauffrau

7. Zahnmedizinische Fachangestellte

8. Hauswirtschafterin

9. Hotelfachfrau

10. Fachverkäuferin Lebensmittelhandwerk (Bäckerei)


Bewerber

1. Verkäufer

2. Fachlagerist

3. Kaufmann im Einzelhandel

4. Kfz-Mechatroniker

5. Kaufmann – Büromanagement

6. Industriekaufmann

7. Tischler

8. Fachinformatiker - Anwendungsentwicklung

9. Metallbauer – Konstruktionstechnik

10. Maler und Lackierer



Struktur der Bewerber/innen

Es haben sich etwas mehr junge Männer (+3,6 Prozent) bei der Berufsberatung für eine Ausbildungsstelle gemeldet, während die Zahl der jungen Frauen (-0,4 Prozent) leicht zurückging. Entsprechend ist der Anteil weiblicher Bewerber von 42,2 auf 41,3 Prozent gesunken und bei den männlichen Bewerbern von 57,8 auf 58,7 Prozent gestiegen.

Der Anteil der Jugendlichen aus den früheren Jahren stieg auf 41,0 Prozent. Vor fünf Jahren lag er noch bei 27,2 Prozent. Entsprechend ist auch der Anteil von Bewerbern, die 20 Jahre und älter sind, innerhalb von fünf Jahren von 38,3 auf 52,5 Prozent gestiegen.

Die überwiegende Zahl der Jugendlichen, die sich bei der Berufsberatung meldeten, hatte einen Hauptschul- (39,4 Prozent) oder einen Realschulabschluss (35,1 Prozent). Eine Fachhochschul- oder Hochschulreife besaßen 18,6 Prozent. 1,6 Prozent hatten keinen Schulabschluss.


Verbleib der Bewerber/innen

Mit 46,0 Prozent mündete nahezu die Hälfte der Jugendlichen, die mit Hilfe der Arbeitsagentur eine Ausbildungsstelle gesucht haben, in eine Berufsausbildung ein. Die andere Hälfte der Jugendlichen hat mit einem Schulbesuch, Studium, Freiwilligendienst (11,0 Prozent) sowie einer Fördermaßnahme (4,3 Prozent) begonnen oder selbst eine Ausbildung sowie Beschäftigung (32,4 Prozent) gefunden.


„Das Auswahlverfahren für 2016 ist in vollem Gang. Uns liegen bereits über 2.000 Stellen vor. Ob Anlagemechaniker/in, Bankkaufmann/-frau, Gesundheits- und Krankenpfleger/in, IT‑Systemelektroniker/in, Personaldienstleistungskaufmann/-frau, Verkäufer/in oder Zerspannungsmechaniker/in: Allein in Lübeck und Ostholstein werden 140 unterschiedliche Ausbildungsberufe angeboten, bundesweit sind es rund 350. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Nur wer sich gut informiert, kann sich richtig entscheiden. Ich empfehle ein ausführliches Beratungsgespräch in der Berufsberatung, um möglichst alle Aspekte eines Berufes zu berücksichtigen und auch interessante Alternativen kennen zu lernen. Kümmern Sie sich jetzt schon um eine Ausbildung für 2016. Je früher das passiert, umso besser sind die Chancen, den gewünschten Ausbildungsplatz zu bekommen“, empfiehlt Dusch.


Einen Termin zur Berufsberatung sollten Jugendliche schnellstmöglich unter der kostenfreien Hotline 0800 4 5555 00 vereinbaren.

Quelle:
Agentur für Arbeit Lübeck
www.arbeitsagentur.de


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