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VNW: „Nach dem Ankommen das Bleiben organisieren“

24. September (HL-Red-RB) VNW:Wohnungswirtschaft unterstützt verstärkt bei der Flüchtlingsunterbringung und fordert: Politik muss dafür den Weg frei machen!
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V., VNW, und seine über 300 Mitgliedsunternehmen unterstützen bei der Unterbringung der zahlreichen Flüchtlinge in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Aktuell stellen sie bereits hunderte Wohnungen in Schleswig-Holstein, in Mecklenburg-Vorpommern sogar fast 1000 Wohnungen, für geflüchtete Menschen zur Verfügung. Teilweise sind die Verbandsunternehmen in Schleswig-Holstein auch an der Errichtung von Gemeinschaftsunterkünften beteiligt. In Hamburg liegt die Leerstandsquote der Verbandsunternehmen bei 0,8 Prozent. Daher ist dort die Bereitstellung von Wohnungen schwieriger. Doch auch hier haben die VNW-Mitgliedsunternehmen bereits Flüchtlinge im Wohnungsbestand untergebracht.

Die geordnete Aufnahme, schnelle Unterbringung und dauerhafte Betreuung der geflüchteten Menschen ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Aufgabe der Wohnungswirtschaft ist der Wohnungsbau. Die notwendige Betreuung und Begleitung Asylsuchender liegt in kommunaler Zuständigkeit.

Bereits seit Jahren weist der VNW auf regional notwendigen Wohnungsneubau hin - nicht zuletzt in Form bezahlbarer Mehrfamilienhäuser. Der Bedarf war schon da, als bundesweit weniger als 100.000 Asylanträge jährlich gestellt wurden und die Baufertigstellungszahlen über den heutigen lagen. Die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau sind seither nicht besser geworden. Nun hat der Bund zur Jahresmitte schon knapp 220.000 Asylanträge registriert- die meisten kommen aber erst in der zweiten Jahreshälfte. Offiziell wird nun mit bis zu 800.000 Flüchtlingen bis Dezember gerechnet.

In Anbetracht der schieren Zahl stehen wir vor der momentan vielleicht größten Herausforderung. Menschen, die sich zu uns flüchten, müssen angemessen untergebracht, versorgt und betreut werden. Ebenso werden wir weiterhin die Menschen, die bereits hier sind, mit Wohnraum versorgen.


VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner:

„Leistbar ist das, doch verhindern Regeln und zu viel Bürokratie dringend gebrauchte schnelle Lösungen. Hier müssen wir ansetzen. Wann, wenn nicht jetzt? Nur dann kann die Wohnungswirtschaft schnell und effektiv handeln. Wir fordern daher veränderte Rahmenbedingungen. Alle Vorschriften des Natur-und Denkmalschutzes, des Vergaberechtes, Stellplatzvorgaben und Brandschutzes sollten quasi unter Flüchtlingsvorbehalt und auf den Prüfstand gestellt werden. Wer schnelle Ergebnisse will, muss der Flüchtlingsunterbringung die Vorfahrt einräumen.“

Der VNW bietet zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen an, einen Runden Tisch für „Einfaches Bauen“ ins Leben zu rufen. Gemeinsam mit dem Baugewerbe, dem Bauindustrieverband, der Architektenkammer, dem Innenministerium und der Investitionsbank Schleswig-Holstein könnten zeitnah Lösungen gefunden werden, um jetzt bauen und morgen einziehen zu können. Vorbild kann das „Kieler Modell“ sein.


Der VNW fordert in Sachen Wohnungsbau/Wohnungsbereitstellung:


• Wohnungsversorgung muss zur Chefsache werden (Bund, Ländern und Gemeinden)

• Energetische und bautechnische Vorgaben müssen flexibilisiert und begrenzt werden

• Entscheidungsprozesse und Genehmigungsverfahren sind lösungsorientiert zu vereinfachen und zu beschleunigen

• Fördermittel sind bedarfsgerecht und planbar zur Verfügung zu stellen

• Spezielle Informationsoffensive von Politik und Verwaltung für alle Wohnungsanbieter (Hintergründe, Fakten, Hilfsmöglichkeiten, Förderung usw.)


Vorsitzender VNW Landesverband Schleswig-Holstein e.V. Raimund Dankowski:

„In Zeiten, in denen sofort gehandelt werden muss, ist vor allem eins gefragt: Pragmatismus. Dies gilt aktuell – und gerade – für den Wohnungsbau. Die Wohnungswirtschaft hat das Wissen, die Erfahrung, die Kontakte. Wir können schnell bauen – wenn man uns lässt. Dafür benötigen wir auf der Seite der Politik dringend veränderte Rahmenbedingungen und auf der Seite des Baugewerbes Verbündete. Lassen Sie uns jetzt reden, damit wir schnell handeln können.“


Das Thema Integration ist für die Verbandsunternehmen kein neues Thema. Auch hier ist von Seiten der Städte und Kommunen noch Potential vorhanden.


VNW-Verbandsdirektor Andreas Breitner:

„Integration gelingt nur, wenn soziale Betreuungsangebote bereitgestellt und Quartiere nicht überlastet werden. Wohnen allein reicht nicht. Die Verbandsunternehmen sind langjährige Akteure vor Ort. Sie wissen, wie sie funktionierende Quartiere schaffen können und sorgen bereits mit zahlreichen Angeboten für gute Nachbarschaften. Doch in Sachen Betreuung von Flüchtlingen und Asylbewerbern müssen die Städte und Kommunen aktiver werden. Das können die Wohnungswirtschaft und das Ehrenamt nicht allein leisten.“


Daher fordert der VNW in Sachen Integration:


• Dauerhafte intensive Betreuung der Hilfesuchenden

• Implementierung von „Flüchtlings-Lotsen“ in den Quartieren

• frühzeitige Integrationshilfe (insbesondere Spracherwerb)

• Installierung eines „Flüchtlings-Koordinators“ analog dem „Wohnungsbau-Koordinator“


Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V. vertritt 319 Wohnungsgenossenschaften und -gesellschaften (Hamburg: 93, Mecklenburg-Vorpommern: 149, Schleswig-Holstein: 77). In ihren 737.000 Wohnungen (Hamburg: 290.000, Mecklenburg-Vorpommern: 272.000, Schleswig-Holstein: 175.000) leben rund 1,5 Millionen Menschen. Der VNW feiert in diesem Jahr seinen 115. Geburtstag und 25 Jahre Wiedervereinigung als Drei-Länder-Verband.


Quelle:
Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
www.vnw.de

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