Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Arbeit Wirtschaft H'werk Politik

Azubis aus Poitiers im Audienzsaal: Grußworte„aussi en français"

18. Juni 2015 (HL-Red-RB) 16 französische Auszubildende aus Poitiers sind am Wochenende in Lübeck eingetroffen. Sie werden bis zum 27. Juni Handwerksbetriebe in der Hansestadt sowie die Region näher kennen lernen. Mit dabei sind in diesem Jahr unter anderem Fleischer, Konditoren, Friseure sowie Auszubildende aus dem Kfz-Handwerk und den Bau- und Ausbaugewerken. Sie absolvieren in Lübecker Unternehmen ein zweiwöchiges Praktikum. Der Besuch ist Teil des deutsch-französischen Auszubildendenaustauschs, den die Handwerkskammer Lübeck und ihre französische Partnerkammer, die Handwerkskammer der Vienne, 1976 ins Leben gerufen haben. Seitdem besuchen im jährlichen Wechsel französische und deutsche Auszubildende die jeweilige Partnerkammer. Insgesamt 930 Auszubildende konnten so in den vergangenen vier Jahrzehnten Praxisluft im Nachbarland schnuppern. Einige der ehemaligen Teilnehmer sind inzwischen selbst Betriebsinhaber und nehmen Auszubildende für Praktika im Rahmen des Lehrlingsaustausches auf.

Am gestrigen Mittwoch nahm Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer die Gelegenheit wahr, die kammerseitig von Lübecks Präsident Günther Stapelfeldt und Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der HWK sowie durch Jean-Bernard Vanier, Conseiller principal d'éducation (CPE) und Professeur de Français - Histoire/Géographie begleiteten Auszubildenden persönlich im Audienzsaal des Lübecker Rathauses offiziell zu begrüßen. Sie stellte neben dem Hinweis, die Hansestadt pflege beispielsweise mit dem französischen La Rochelle eine enge Partnerschaft, die darüber hinaus seit Jahrhunderten bestehenden historische Verbindung seit dem Mittelalter und besonders im Rahmen der Hanse vor. Eine Zeit, in der Lübeck als deren Haupt eine besondere Bedeutung als nach Köln zweitgrößte Stadt Deutschlands mit der größten Handelsflotte Nordeuropas innehatte. Und, wie die Stadtpräsidentin betonte, beispielsweise im Rahmen der Handelsbeziehungen mit Frankreich der "junge" Bordeaux importiert wurde, um diesen hier zum Lübecker Rotspon reifen zu lassen. "1815 war Lübeck sogar Kaiser Napoleons nördlichste Stadt", bemerkte sie schmunzelnd weiter. Eine wechselvolle Geschichte, die noch heute an vielen Häusern und dabei durchaus unterschiedlichsten Baustilen in der Altstadt – von der UNESCO 1987 fast komplett als Weltkulturerbe anerkannt - zu erkennen sei. Heute eine Großstadt mit rund 220.000 Einwohnerinnen und Einwohnern und als Kulturhauptstadt des Nordens anzusehen. "Und wenn Sie in der Weihnachtszeit in unsere Stadt kommen, auch als Weihnachtsstadt", so Gabriele Schopenhauer. Eine weitere Besonderheit auch, drei Nobelpreisträger aufweisen zu können: Thomas Mann, Willy Brandt und Günter Grass. Nicht zuletzt verwies sie mit Stolz auf die ständig wachsende Bedeutung im Tourismus gemeinsam mit dem Stadtteil Travemünde.
Heute wichtiger denn je sei, so die Stadtpräsidentin, in Zeiten immer stärker werdender Globalisierung bereits während der Ausbildung andere Länder kennen zu lernen und daraus später zukunftsfähig arbeiten zu können. "So wie über diesen Austausch, bei dem Sie viele Eindrücke mit nach Hause nehmen sollen und dort darüber berichten. Ja vielleicht auch daraus gerne Lübeck wieder besuchen werden!", wünschte sich die Gastgeberin.













Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


Vor den Gruß- und Dankesworten der französischen Begleitung richtete Kammerpräsident Präsident Günther Stapelfeldt, ebenso "gedolmetscht" durch Mitarbeiterin Marie-Christin Starck, ein Grußwort an die jungen Gäste, bedankte sich allerdings zuvor bei der Stadtpräsidentin für deren Gastfreundschaft. Wie er ausführte, ist dieser seit 40 Jahren bestehende Austausch in keinem Jahr unterbrochen worden und bietet Auszubildenden aus den beiden Regionen die Möglichkeit, für 14 Tage im jeweils anderen Land Erfahrungen zu sammeln. "Gerade der direkte Austausch und das Erleben des anderen Landes im beruflichen Alltag tragen zur gegenseitigen Verständigung bei. So ist unser Lehrlingsaustausch ein kleiner, aber wichtiger Beitrag für die Ausgestaltung eines vereinigten Europas."

Der Empfang endete übrigens nicht mit dem traditionellen "Marzipan und Rotspon" im Gespräch untereinander. Als Getränk dienten verständlicherweise vielmehr Saft und Mineralwasser. Vielleicht aber wird die eine oder andere Flasche Rotspon als lübsches Souvenir die Rückreise nach Poitiers mit antreten.

Da wahrscheinlich auch Gäste aus Frankreich diesen Lübeck-TeaTime Beitrag ansehen - die Statistik zeigt es regelmäßig - hier ein Service mit zumindest dem Grußwortvon HWK-Präsident Günther Stapelfeldt in auch französischer Sprache:
"Sehr geehrte Frau Stadtpräsidentin Schopenhauer,
liebe französische Gäste,
sehr geehrte Damen und Herren,
zunächst einmal möchten wir uns herzlich bei der Hansestadt Lübeck – und natürlich besonders bei Ihnen sehr geehrte Frau Schopenhauer – dafür bedanken, dass Sie uns heute in Ihrem historischen Audienzsaal empfangen.

Cher madame la Présidente de la ville de Lübeck Madame Schopenhauer,
Chers amis français,
Mesdames, Messieurs,

Tout d’abord nous voudrions exprimer nos remerciements à la ville de Lübeck – et naturellement à vous particulièrement, cher Madame Schopenhauer - de nous recevoir dans cette salle historique, la salle d’audience.

Unsere Partnerschaft mit der Handwerkskammer der Vienne in Poitiers besteht seit über 40 Jahren. Zum genau 40. Mal führen wir in diesem Jahr den deutsch-französischen Lehrlingsaustausch durch. Seit 1976 haben Lehrlinge aus den beiden Regionen die Möglichkeit, für 14 Tage im jeweils anderen Land Erfahrungen zu sammeln. Wir sind sehr stolz darauf, dass er in diesen 40 Jahren nicht ein einziges Mal unterbrochen wurde.

Notre jumelage avec la Chambre des métiers de la Vienne à Poitiers existe depuis plus de 40 (quarante) ans. C’est la quarantième fois, cette année, que nous organisons l’échange des apprentis. Depuis 1976 (dix-neuf cent soixante-seize) les apprentis des deux pays ont la possibilité pendant quinze jours de faire leurs expériences dans l’autre pays. Nous sommes très fiers du fait qu’il n’y ait eu aucune interruption durant ces quarante années.

Gerade der direkte Austausch und das Erleben des anderen Landes im beruflichen Alltag tragen zur gegenseitigen Verständigung bei. So ist unser Lehrlingsaustausch ein kleiner, aber wichtiger Beitrag für die Ausgestaltung eines vereinigten Europas.
Viele Betriebsinhaber, die selber am Frankreichaustausch teilgenommen haben, ermöglichen nun ihren eigenen Lehrlingen einen Auslandsaufenthalt im europäischen Ausland oder nehmen Lehrlinge aus Frankreich in ihren Betrieben auf. Mit ihrer eigenen Begeisterung helfen sie, die Idee weiterzutragen.


L’échange direct et le vécu professionnel au quotidien dans l’autre pays contribuent à la communication mutuelle – et aussi à la compréhension mutuelle. Aujourd’hui notre temps se caractérise plutôt par la crise budgétaire. Par conséquent, c’est encore plus important de faire la connaissance des autres cultures et de les comprendre. Notre échange d’apprentis est ainsi un petit apport mais il est important pour le développement d’une Europe unie.
Beaucoup de chefs d’entreprises qui ont eux-mêmes participé à l’échange avec la France permettent ainsi plus tard à leurs apprentis de faire un stage à l’étranger, en Europe ou accueillent des apprentis de France dans leur propre entreprise. C’est leur enthousiasme qui aide à concrétiser cette idée.

Die Lehrlinge werden ihrerseits mit vielen neuen Eindrücken und Fachkenntnissen zurückkehren und haben damit einen wichtigen Baustein für ihre berufliche Zukunft gelegt. Wer die Herausforderung eines Auslandsaufenthalts annimmt, stellt nicht nur seine Motivation unter Beweis sondern auch seine Mobilität und Flexibilität. Diese Eigenschaften helfen den jungen Leuten auf ihrem Weg in eine erfolgreiche Zukunft.

Les apprentis, de leur côté, reviennent chez eux avec beaucoup de nouvelles impressions et de compétences techniques et ont ainsi posé un élément important pour leur avenir professionnel. Qui accepte le défi d’un séjour à l’étranger, fait preuve non seulement de motivation mais montre également qu’il est mobile et flexible. Ces qualités sont une grande aide pour la réussite ultérieure de ces jeunes gens.


Ich sage dieses auch aus meiner persönlichen Erfahrung: 1971 habe ich an einem zweiwöchigen Austausch in Marseille teilgenommen und im Jahr darauf, nach meiner Gesellenprüfung, ist dieser Austausch mit Marseille auf 3 Monate erweitert worden, in denen ich 2 Monate in einem Betrieb gearbeitet habe.

Die Erfahrungen, die ich in diesen beiden Aufenthalten machen konnte, haben mich für mein weiteres Leben stark geprägt.


Je peux aussi vous parler de ma propre expérience : en 1971 (mille neuf cent soixante et onze) j’ai moi-même participé á un échange pendant 2 (deux) semaines avec la ville de Marseille. L’année suivante, après avoir obtenu mon examen de fin d’apprentissage, on m’a donné la possibilité de prolonger cette expérience pour trois mois á Marseille. Et á cette occasion j’ai travaillé pendant deux mois dans une entreprise marseillaise.

Les expériences que j’ai vécues lors de ces deux séjours ont eu une grande influence sur ma vie.

Wir freuen uns, dass in diesem Jahr 16 Lehrlinge aus 10 verschiedenen Ausbildungsberufen diesen Weg beschritten haben und einen Blick über den Tellerrand wagen. Insgesamt sind es schon 930 junge Menschen aus beiden Ländern. Auch in Zukunft werden wir uns dafür einsetzen, dass unsere erfolgreiche Partnerschaft Bestand hat. So können auch weiterhin junge Menschen internationale Kompetenzen erwerben und davon profitieren.

Nous sommes heureux de constater que, cette année, 16 (seize) apprentis de 10 (dix) formations différentes ont suivi cette voie et osent jeter un coup d’œil chez le voisin. Jusqu’à maintenant cela concerne déjà presque 930 (neuf-cent trente) jeunes gens des deux pays. Et à l’avenir nous allons veiller à la pérennité et au succès de notre échange. Ainsi de jeunes gens pourront continuer à acquérir des compétences internationales et en profiter.

Mit dem freundschaftlichen Empfang, den Sie, sehr geehrte Frau Schopenhauer, uns heute bereiten, geben Sie unseren jungen französischen Gästen und ihren Begleitern die Gewissheit, in unserer Stadt und in Deutschland willkommen zu sein.

Hierfür bedanke ich mich im Namen der Handwerkskammer Lübeck und der Handwerkskammer der Vienne sehr herzlich bei Ihnen.

Avec l’aimable accueil que vous nous réservez, cher Madame Schopenhauer, vous donnez à nos jeunes amis français et à leurs accompagnateurs l’assurance d’être bienvenus dans notre ville de Lübeck et en Allemagne.

Je vous en remercie chaleureusement au nom de la Chambre des métiers de Lübeck et de la Chambre des métiers de la Vienne."


Lübeck-TeaTime bedankt sich bei der Handwerkskammer Lübeck für die Überlassung des "bi-lingualen" Redemanuskriptes.

Impressum