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IHK: Kreditversorgung in SH durch Finanzkrise kaum beeinträchtig

03.11.2008. „Die Finanzmarktkrise hat zwar auch in Schleswig-Holstein zu großer Unsicherheit über die weitere Konjunkturentwicklung geführt. Anzeichen einer Verschlechterung der Finanzierungsbedingungen für unsere mittelständischen Unternehmen gibt es bisher in unserem Land jedoch nicht. Jetzt bewähren sich unser dreigliedriges Bankenwesen und die starke regionale Verankerung der Kreditinstitute.“ Dieses Fazit zog Professor Dr. Bernd Rohwer, Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein, aus der IHK-Podiumsdiskussion zum Thema „Auswirkungen der Finanzkrise auf den Mittelstand in Schleswig-Holstein“ in Lübeck.

Alle dort diskutierenden Unternehmens- und Bankenvertreter bestätigten, dass es bislang keine Anzeichen für Probleme auf dem Kapitalmarkt gebe.

Christoph Andreas Leicht, Geschäftsführer des Hansaparks in Sierksdorf und Vicepräses der IHK zu Lübeck, sieht zurzeit die Stunde der Realwirtschaft. „Wir Unternehmer können jetzt entscheidend zum positiven Bild der Wirtschaft beitragen, indem wir investieren“, sagte er in der von der renommierten Wirtschaftskorrespondentin Brigitte Scholtes aus Frankfurt am Main moderierten Veranstaltung mit mehr als 120 Besuchern. „Solange andere abwarten, haben wir damit die große Chance uns für die Zukunft zu stärken.“ Der Hansapark investiere im kommenden Jahr zehn Millionen Euro in eine neue Achterbahn.

Auch Burkhard Baum von der Deutschen Bank stellte dem Mittelstand ein sehr gutes Zeugnis aus: „Er hat heute eine viel höhere Eigenkapitalbasis als noch vor ein paar Jahren. Auch das Controlling funktioniert, denn die Firmen haben ihre Kosten deutlich reduziert.“ Baum erwartet, dass der Mittelstand stark genug ist, auch eine mögliche Krise zu überstehen. Unterstützung erhielt er von Harald Bock von der Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein: „Wer ein vernünftiges Geschäftskonzept hat und dafür einen Kredit benötigt, wird ihn auch bekommen.“

Für Andreas Jeske, Vorstand der Raiffeisenbank Bad Bramstedt und Vorsitzender des Arbeitskreises Kreditwirtschaft der IHK Schleswig-Holstein, liegt die Chance der Wirtschaft auch im deutschen Bankensystem: „Genossenschaftsbanken und Sparkassen sind regional aufgestellt. Sie beziehen ihr Kapital aus der Region und geben es an die Region zurück, auch als Kredite.“

Das bestätigte auch Thomas Timm vom Firmenkunden-Center der Sparkasse zu Lübeck. Zugleich wunderte er sich über die lauten Rufe der Öffentlichkeit nach mehr staatlicher Regulierung. „Als wir vor ein paar Jahren über Basel II verhandelten, gab es laute Klagen. Jetzt fordern alle noch mehr Regulierung.“ Dabei habe sich Basel II bereits in der Realwirtschaft bewährt, noch mehr Regulierung wäre hier nicht erforderlich. Außerdem gebe es auch viele positive Aspekte, dass die Wirtschaft zusammen mit den Konsumenten schon wieder in die Zukunft schaut. Ein gutes Beispiel sei der Kundenansturm bei der Eröffnung des Haerder-Centers in Lübeck.

Selbst die Zulieferer der Automobil-Branche können hoffnungsvoll in die Zukunft blicken, betonte Thormod Ohm. „Ich habe noch keine Verträge gekündigt“, sagte der Geschäftsführende Gesellschafter der Kristonics GmbH in Harrislee.
Vielmehr sei sein Unternehmen ausgelastet dank neuer Aufträge. Zudem habe er erst vor kurzem mit einem US-Unternehmen einen Vertrag über einen Forschungsauftrag zur Entwicklung von Hybridfahrzeug-Komponenten geschlossen. „Vor ein paar Jahren war es noch undenkbar, dass kleinere Unternehmen wie wir so eine Chance gegen die großen Anbieter haben“, so Ohm.

Moderatorin Scholtes war beeindruckt von der guten Stimmung in der schleswig-holsteinischen Wirtschaft. Ihr Fazit: „Hier ist die Welt noch in Ordnung.“

Quelle: IHK zu Lübeck



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