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Eutin: Stadtsanierung wird wesentlich teurer

29. Januar 2015 (HL-Red-RB) Im ostholsteinischen Eutin soll im Rahmendes Projekts „2016+“ die Innenstadt grundlegend umgebaut werden. Begonnen werden soll schon in diesem Jahr mit einem Umbau der Bahnhofstraße im Abschnitt von der Plöner Straße bis zu Einmündung der westlichen Peterstraße und dieser selbst bis zum Übergang über die Albert-Mahlstedt-Straße. Dieses Vorhaben aber wirft eine Reihe von Problemen auf, wie sich aus einer Vorlage der Verwaltung an die Selbstverwaltung ergibt. Insbesondere die Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes bedarf noch ausführlicher Diskussionen. Überdies wird bereits dieser erste Abschnitt mit einem Kostensansatz von 2,8 Millionen Euro teurer als ursprünglich geplant. Darüber hinaus hat das beauftragte Planungsbüro jetzt eine Kostenaufstellung vorgelegt, aus der zu ersehen ist, dass die ursprünglich vorgesehenen rund 6 Millionen Euro bei weitem nicht ausreichen. Nach jetzigem Stand werden 8,5 Millionen Euro benötigt.
Es ist abzusehen, dass die Selbstverwaltung diese Kostensteigerung von rund einem Drittel – von der rund ein Drittel auf die Stadt selbst entfallen - nicht ohne weiteres mittragen wird. Darüber hinaus muss gefragt werden, ob der erste Planungsabschnitt bis zum Beginn der Landesgartenschau Ende April 2016 überhaupt noch fertig gestellt werden kann.. Alle Straßenbauvorhaben in Eutin haben in den letzten zwanzig Jahren immer wesentlich länger gebraucht als geplant. Stets sind auch unvorhergesehene Probleme aufgetreten.


In der Ausschusssitzung am 05. November 2014 wurde der Vorentwurf für das Gebiet des Innenstadtwettbewerbs durch das Planungsbüro RMP vorgestellt und für die weitere Planung frei gegeben. Basierend auf dem vorgenannten Beschluss wurde die Entwurfsplanung weiter vorangetrieben und liegt für die Teilbereiche Neugestaltung Bahnhofvorplatz und Umgestaltung westliche Peterstraße dem Ausschuss zur weiteren Abstimmung vor.
Die Teilbereiche Bahnhofsvorfeld und westliche Peterstraße sind vorgezogen, da die Maßnahmen wie aus dem beigefügten Bauphasenplan ersichtlich in 2015 realisiert werden sollen.
 
Es ist vorgesehen, in einem ersten Bauabschnitt den Teilbereich der Bahnhofstraße ab der Plöner Straße bis Durchgang zur westlichen Peterstraße und weiter über die westliche Peterstraße  bis einschließlich Übergang Albert-Mahlstedt-Straße komplett auszubauen bzw. neu zu gestalten. Wie bereits dargestellt wird die Fahrbahn der Bahnhofstraße aktuell bis auf den Querungsbereich Höhe Am Mühlenberg/ Durchgang zur Peterstraße mit einem bituminösen (Asphalt) Aufbau in der Planung vorgesehen. Die Materialität im Bereich der Querung wird abhängig von den Verkehrszahlen/ Belastungen gewählt, die Prüfung läuft zur Zeit noch. Für die fußläufigen, fahrbahnbegleitenden Bereiche sowie die platzähnlichen Aufweitungen nördlich und südlich des Bahnhofes ist eine Befestigung mit Klinkerpflaster geplant, für das Podest vor dem Bahnhof ist ein Granitkleinpflaster angedacht ( siehe Visualisierung Bahnhofsvorplatz ). Fahrbereiche/ -spuren in der Straße Am Mühlenberg und in der westlichen Peterstraße werden mit Naturgroßsteinpflaster hergestellt. Die Baumgruppen nördlich und südlich des Bahnhofes werden in wassergebundene Grantflächen gestellt. Die Größe der geplanten überdachten Bike & Ride-Anlage befindet sich noch in Prüfung. Anhand von Zählungen und Befragungen soll eine realistische Anzahl an erforderlichen Einstellplätzen ermittelt werden. Hier ist ein Modulsystem vorgesehen, so dass eine Erweiterung im Nachgang bei Erfordernis problemlos zu bewerkstelligen ist.  
 
Hinsichtlich der Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes insbesondere der Aufhöhung vor dem Bahnhofsgebäude läuft zur Zeit noch die Abstimmung mit der Unteren Denkmalpflege, die Bedenken hinsichtlich der „Anschüttung“ des Gebäudesockels geäußert hat. Alternative Varianten zur Gestaltung der Vorfläche sind als Anlage 3 beigefügt. Diese Varianten unterscheiden sich von der Ursprungsplanung dahingehend, dass auf ein deutlich erhöhtes Plateau verzichtet wird und die Fläche lediglich durch den Wechsel der Materialität hervorgehoben wird. Eine Rampe nördlich des Haupteingangs stellt die barrierefreie Anbindung des Gebäudes auf der Vorderseite her. Die beiden Alternativvarianten weichen lediglich hinsichtlich der verschiedenartigen Einzelelemente ( Sitzmobiliar/ Heckenkubaturen ) auf der Fläche ab. Eine abschließende Stellungnahme der Denkmalbehörde sollte zur Sitzung vorliegen.
 
Die Wiederherstellung einer Anbindung des Mühlengebäudes über eine Treppenanlage erscheint wünschenswert, gestaltet sich jedoch hinsichtlich der Grundeigentumsverhältnisse schwierig und wird vorerst zurück gestellt.
 
Die Anbindung der westlichen Peterstraße erfolgt über den vorhandenen Tunnel, eine weitere Anbindung ist über die Straße Am Mühlenberg und eine dort zu platzierende Treppenanlage vorgesehen. Die Anbindung des Tunnels kann nur „annähernd“ barrierefrei erfolgen. Eine maximale Längsneigung von 6 % kann eingehalten werden, aufgrund der vorgegebenen Rahmenbedingungen/ Festpunkte können die erforderlichen Zwischenpodeste nach 6 Metern jedoch nicht realisiert werden. Eine Beteiligung/ Einbindung des Kreisbeirats für Menschen mit Behinderung wird kurzfristig erfolgen, um die Sachlage zu diskutieren. Der Fördermittelgeber ist informiert, die Abstimmung läuft.
 
Mit Vorlage der Entwurfsplanung wurde zudem die Kostenberechnung ( reine Baukosten ) vom Büro RMP übergeben. Über den gesamten Wettbewerbsbereich belaufen sich die Kosten bei komplettem Ausbau auf rund 8.490.000 €. Somit liegen die Gesamtkosten rund 35 % über der Kostenzusammenstellung aus dem Vorentwurf. Detaillierte Informationen zur Kostenentwicklung wird das Büro RMP in der Sitzung übermitteln.
 
Die Kostenberechnung für den Bereich Bahnhofsvorplatz bis Plöner Straße beläuft sich nach aktuellem Stand auf rund 1.987.000 €, für die westliche Peterstraße auf rund 819.000 € brutto.


Horst Schinzel
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