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IHK-Studie: Innovationsverhalten in der Wirtschaft SH

21. Dezember 2014 (HL-Red-RB) Verhaltene Innovationsdynamik, eingeschränkter Zugang zu Fördermitteln und zurückhaltende Kooperationsbereitschaft bei Forschung und Entwicklung – das ergab eine Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein unter 2.048 Betrieben des verarbeitenden Gewerbes und wissensintensiver Dienstleister.
Schwerpunkt der Erhebung waren die Innovationsaktivitäten der Unternehmen und die Gegenüberstellung mit den Ergebnissen des aktuellen, bundesweit erhobenen Innovationsreports des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). „Der Vergleich legt den Schluss nahe, dass die Innovationsdynamik in Schleswig-Holstein in den vergangenen Jahren geringer war als im Bundesdurchschnitt“, stellt Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein fest und ergänzt: „Ein Blick auf das unterschiedliche Innovationsverhalten großer Betriebe einerseits sowie kleinerer und mittlerer Unternehmen andererseits zeigt, dass die mittelständisch geprägte Wirtschaftsstruktur Schleswig-Holsteins einen wesentlichen Einfluss auf das Innovationsverhalten hat.“ Wichtig sei jetzt, gemeinsam mit dem Land, der Wirtschaftsförderungs- und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) und den Hochschulen die Voraussetzungen für Forschung und Entwicklung neu zu gestalten. Ziel müsse es sein, die Innovationsdynamik im nördlichsten Bundesland zu erhöhen und dem Bundesdurchschnitt anzunähern.

„Ein Beispiel sei die Finanzierung von Innovationen“, so Kühn. Diese unterscheidet sich in Schleswig-Holstein vom Bund: Zwar finanzieren die Unternehmen hierzulande wie bundesweit ihre Innovationsvorhaben vorwiegend aus Eigenkapital und Cash-Flow, doch bei der Fremdfinanzierung fällt es den schleswig-holsteinischen Betrieben schwerer, Fördermittel zu akquirieren. Stattdessen nehmen sie mehr Darlehen auf. Da es für die Unternehmen immer schwieriger wird, ihre Innovationen extern zu finanzieren, und auch die absehbar stärkere Regulierung der Kreditwirtschaft daran in naher Zukunft nichts ändern wird, ist der schlechtere Zugang schleswig-holsteinischer Firmen zu Fördermitteln eine Benachteiligung im bundesweiten Wettbewerb.

Zudem muss ein Drittel der kleineren und mittleren Betriebe für Kooperationen bei Forschung und Entwicklung erst noch gewonnen werden. Angesichts der klein- und mittelständisch geprägten Wirtschaftsstruktur sieht die IHK Schleswig-Holstein in der Erleichterung, Anbahnung und Förderung von Unternehmenskontakten zu Innovationszwecken daher besondere Chancen zur Stärkung der Innovationsdynamik im Lande. Bei der Zusammenarbeit mit Hochschulen im FuE-Bereich fällt der im Bundesvergleich höhere Wunsch der befragten Unternehmen nach mehr Transparenz über deren Kooperationsmöglichkeiten und -angebote sowie über die aktuellen Forschungsprojekte und Technologieangebote auf.

Bürokratieabbau und Ausbau der Fachkräftebasis sind weitere wichtige Themen auf der Agenda der Unternehmen, mit denen sie die allgemeinwirtschaftlichen Rahmenbedingungen am Standort Deutschland verbessern wollen. Auffällig ist, dass schleswig-holsteinische Unternehmen stärker als der Bundesdurchschnitt eine Vereinfachung des Steuerrechts und eine Nachbesserung der Unternehmersteuerreform 2008 einfordern. Offenbar empfinden sie steuerrechtliche Fragen als komplizierter als ihre Wettbewerber im Bund. Grund dafür könnte die Unternehmensstruktur hierzulande sein, denn kleine und mittlere Unternehmen können nicht so viele Ressourcen für Steuerrechtsfragen erübrigen wie Großunternehmen.

Die IHK-Studie ist erhältlich unter: www.ihk-schleswig-holstein.de (Dokument-Nr. 127431).

IHK Schleswig-Holstein
Die IHK Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgemeinschaft der IHKs Flensburg, Kiel und Lübeck. Die IHK Schleswig-Holstein ist seit 1. Januar 2006 der zentrale Ansprechpartner für alle Fragestellungen zum Thema Wirtschaft, die mehr als nur regionale Bedeutung haben. Zu diesen Themen bündelt sie die Meinung der drei IHKs in Schleswig-Holstein, so dass diese gegenüber Politik und Verwaltung mit einer Stimme für die Wirtschaft im Lande sprechen. Die IHK Schleswig-Holstein nimmt die Interessen von 175.000 Unternehmen mit rund 750.000 Arbeitnehmern wahr.

Quelle:
IHK Schleswig-Holstein

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