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Lübecker Dräger-Werk: Arbeitsplätze in Gefahr?

21. März 2009 (HL-red.) HS-Kulturkorrespondenz: Beim Lübecker Dräger-Werk sind Arbeitsplätze in Gefahr. Von Klaus Mittelstädt und Horst Schinzel:
Von Mark Twain soll der Ausspruch stammen, Prognosen seien schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Eine Erkenntnis, von der es scheint, dass sie sich noch nicht zu Stefan Dräger und seinen Vorstandskollegen vom Lübecker Drägerwerk herumgesprochen hat. Obwohl dort 2008 Umsatz, Erträge und Aufträge gestiegen oder stabil geblieben sind, fürchtet man sich an der Lachswehr vor einem Umsatzschwund im laufenden Jahr. Stefan Dräger erwartet einen Rückgang um fünf Prozent, kann aber auch ein Minus bis zu fünfzehn Prozent nicht ausschließen. Selbst dann würde das Haus aber keine Verluste machen.
Dennoch setzt das Management bei Dräger auf Verbssserung bei den Erlösen und Senkung von Kosten. Dabei sind auch Arbeitsplätze gefährdet – nicht unbedingt beim Stammpersonal, wohl aber bei den Aushilfskräften, die in der Wirtschaft heutzutage den unschönen Namen „Leiharbeiter“ tragen.

Auch bei den Kosten der Verwaltung soll gespart werden. Hier heißt das Stichwort, es müsse
„Economy“ statt Businessclass geflogen werden An den Investitionen für Forschung und Entwicklung soll ebenso nicht gespart werden wie beim Ausbau des Produktportefolios. Mittelfristig will die
Unternehmensgruppe an den anspruchsvollen Zielen eines Gewinns von zehn Prozent und einer Verzinsung des eingesetzten Kapitals von zwanzig Prozent festhalten.

Für 2008 konnte Stefan Dräger auf der Bilanzpressekonferenz einen mit 1.9 Milliarden Euro einen fast unveränderten Auftragseingang und einen um 5,9 Prozent auf 1.924,5 Millionen Euro gestiegenen Umsatz melden. Der Gewinn ist um 21 Millionen Euro auf 130,5 Millionen Euro zurückgegangen. Dabei sind jedoch enorme Kosten nicht nur durch den Neubau und Patentabschreibungen, sondern auch durch den Umbau der Vorstandsebene zu berücksichtigen. Dafür wurden fast 25 Millionen Euro aufgewendet.
Sehr gut da steht der Unternehmensbereich Medizintechnik, auch wenn unser Kostendruck, dem gestiegenen Wert des Dollars und Forderungsauflall im Ausland litt. Hier schwebt der Unternehmensspitze nach wie vor der Erwerb des Anteils des Siemens-Konzerns vor. Dafür müssten aber 220 Millionen Euro aufgewandt werden.

Schlechter steht es um den Unternehmensbereich Sicherheitstechnik. Der Umsatz ging um fast 11 Prozent zurück. Das Auftragsvolumen war fast gleich bleibend. Mit den innvotiven Produkten dies Unternehmenszweiges ist Dräger gut aufgestellt.

Das Eigenkapital des Konzerns stieg 2008 um 12,2 Millionen Euro auf 517,6 Millionen Euro und lag damit bei 31,3 Prozent gegenüber 30,9 Prozent in 2007. Aber weil es eben nicht ganz so gut gelaufen ist, wie ein Jahr zuvor, fällt die Dividende noch magerer aus im letzten Jahr. Die Vorzugsaktionäre – die nicht stimmberechtigt sind – bekommen nur noch 35 Cent. Die Familie muss sich für ihre Stammaktien mit 29 Cent begnügen – aber das trifft ja keine Armen.

Quelle: © Horst Schinzel/HS-Kulturkorrespondenz
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