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HWK SH: Nachfolger fehlen – jedem 5. Betrieb droht das Aus

22. April 2014 (HL-Red-RB) Die beiden Osterfeiertage haben sich durchaus "sonnig" gezeigt. Selbst der gestrige Ostermontag, der zwischendurch über Lübeck mit einem eher unauffälligen Gewitterdonner an die Wetterprognosen erinnerte. Nun ist wieder der Alltag eingekehrt und Lübeck-TeaTime überlegt, wie darauf einzugehen. Im Blick auf die vorliegenden Meldungen erscheint die der IHK SH und der HWK SH weniger "sonnig" und daher umso überdenkenswert, dass diejenigen, die die Möglichkeit haben, das angesprochene Problem aufzugreifen und sich an einer Lösung zu beteiligen, nicht lange zögern und sich bei den genannten Institutionen informieren. Zögerer würden überrascht sein, mit welcher Kompetenz und welchem Interesse diese dem nachgekommen werden dürften.
Aber nun zur besagten Meldung: "Flensburg, Lübeck, Kiel, 17. April 2014 – Schleswig-Holsteins Wirtschaft droht ein Verlust von Arbeitsplätzen und Betriebsvermögen. Der Grund: Zahlreiche Unternehmen im Lande haben ihre Betriebsnachfolge noch nicht geregelt. Jeder fünfte Inhaber will den Betrieb sogar ganz aufgeben. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Umfrage der Handwerkskammern sowie der Industrie- und Handelskammern in Schleswig-Holstein bei ihren Mitgliedsunternehmen zum Thema Unternehmensnachfolge. Die Ergebnisse dieser Umfrage bereiten den Kammern Sorgen. Das wurde heute bei der Präsentation der Ergebnisse in der Landespressekonferenz in Kiel durch Wirtschaftsstaatssekretär Dr. Frank Nägele, Andreas Katschke, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schleswig-Holstein, und Lars Schöning, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Schleswig-Holstein, deutlich. Als erste Reaktion auf die Umfrage werden die Kammern ihr Beratungsangebot für die Betriebsnachfolge weiter intensivieren.

Nägele machte deutlich, dass „Existenzgründungen auch im Zuge der Unternehmensnachfolge für die Zukunftsfähigkeit des Landes Schleswig-Holstein von größter Bedeutung sind. „Es ist sehr wichtig, dass sich die Unternehmer frühzeitig mit dem Thema beschäftigen und nach einer Nachfolgeregelung suchen. Also nicht verdrängen, sondern aktiv werden“, sagte Nägele. Er erinnerte an die Angebote der Kammern und weiteren Institutionen im Land zur persönlichen Beratung, um die Übergabe der Unternehmen von Anfang an auf die Erfolgsspur zu bringen. Darüber hinaus biete das Land mit der Fachkräfteinitiative „Zukunft im Norden“ geeignete Instrumente für Unternehmen zur Unterstützung von Nachfolgeregelungen.

„Die Zahl der Befragten, die sich noch nicht mit dem Thema der Übergabe ihres Unternehmens auseinandergesetzt haben, ist seit der letzten Umfrage aus dem Jahre 2008 von knapp 45 Prozent der Befragten auf mittlerweile 53 Prozent gestiegen. Wir wissen aus zahlreichen Beratungsgesprächen, dass die Inhaber die Augen vor dem Thema verschließen. Daher müssen wir unsere Mitgliedsbetriebe noch stärker als bisher für dieses auch menschlich schwierige Thema sensibilisieren“, ergänzte Katschke.

„Aufgrund der Sensibilität des Themas Unternehmensnachfolge möchten wir als IHK Schleswig-Holstein zusammen mit den Handwerkskammern im Land zusätzlich zum bundesweiten öffentlichen Nachfolgeportal Nexxt-Change eine Datenbank für unsere Mitgliedsunternehmen in Schleswig-Holstein installieren. Diese wird sich aus unseren monatlichen Stabwechselgesprächen speisen und somit zu einem aktiven Zusammenbringen von Übergebern und Übernehmern in unserem Bundesland beitragen“, kündigte Schöning an.

Die Handwerkskammern sowie die Industrie- und Handelskammern in Schleswig-Holstein haben in 2013 nach 1998, 2003 und 2008 erneut eine eigene Umfrage bei ihren Mitgliedsunternehmen durchgeführt. Angeschrieben wurden 20.000 Unternehmen, deren Geschäftsführung älter als 55 Jahre ist. Insgesamt wurden mehr als 1.800 zurückgesandte Fragebögen ausgewertet. Die Ergebnisse der Umfrage belegen, dass von einem Großteil der befragten Unternehmen die Nachfolge bisher nicht geregelt ist.

Die Ergebnisse der Umfrage von Handwerkskammern und IHKs sollen nun dabei helfen, die Nachfolgeberatungen der Kammern noch besser auf die aktuellen Bedürfnisse der Unternehmen auszurichten, um bei der Planung zur Betriebsübergabe zielgerichteter und vor allem früher helfen zu können. Katschke: „Wir müssen unsere Mitgliedsbetriebe sehr viel früher ansprechen, nicht erst, wenn die Betriebsinhaber das 55. Lebensjahr erreicht haben.“ Gerade im Handwerk würden die familieninternen Übergaben zurückgehen, und ein Großteil der Betriebe schiebe das Thema Nachfolgeregelung zu lange auf, obwohl die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Betriebsübergabe bestünden. Katschke warnte, dass eine komplette Betriebsaufgabe nicht nur mit dem Verlust von Arbeitsplätzen und Betriebsvermögen verbunden sei. Vielmehr würden auch fachliches Können und handwerkliche Fertigkeiten unwiderruflich verlorengehen."

Quelle:
HWK Lübeck


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