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760.000 Euro für Lübecks Medizintechnik

17. April 2014 (HL-Red-RB) Wirtschaftsminister Reinhard Meyer war am Donnerstag in Lübeck unterwegs. Im Gepäck hat er Förderzusagen für zwei Lübecker Unternehmen, die für ihre innovativen Entwicklungen mit zusammen 760.000 Euro gefördert werden.
Zahlreiche Krankheitserreger verbreiten sich über die Luft. Um Ausbrüche von Epidemien in Zukunft effektiv verhindern zu können, müssen Umgebungen kontinuierlich auf gesundheitsschädliche Bakterien, Viren oder Pilze überprüft werden. Die Lübecker ATTO-LAB GmbH entwickelt jetzt einen hochempfindlichen Biosensor, der Krankheitserreger oder biologische Gefahrenstoffe bereits in sehr geringen Mengen in der Luft nachweisen kann. Das Land Schleswig-Holstein fördert dieses Entwicklungsvorhaben mit 260.000 Euro.




Minister Meyer übergab einen Förderbescheid an Constantin Odefey, Geschäftsführer von ATTO-LAB.



Fotos © Reinhard Bartsch, Lübeck


"Eine Technologie, die eine automatisierte und effiziente Überwachung biologischer Gefahrstoffe in der Luft möglich macht, wäre zurzeit weltweit einzigartig", sagte Technologieminister Reinhard Meyer. Grundlage dieser Innovation soll das von ATTO-LAB bereits entwickelte Analysesystem Q-MAP sein. Es kann in sehr kurzer Zeit geringste Mengen an Bakterien und Schadstoffen sicher identifizieren. Es arbeitet bisher allerdings ausschließlich mit flüssigen Proben. Eine erfolgreiche Anpassung der Probenentnahme aus der Luft würde eine äußerst zuverlässige Überwachung in Bezug auf biologische und chemische Kampf- und Gefahrenstoffe ermöglichen.

Im ersten Schritt der Entwicklung und Erprobung von "Q-MAP – BioSensAir" konzentriert sich ATTO-LAB auf die Bedürfnisse von Flughäfen – insbesondere in Deutschland. Weitere Einsatzmöglichkeiten sind neben der zivilen und militärischen Gefahrenabwehr zum Beispiel die Überwachung von Operationssälen, Intensivstationen und anderen sterilen Bereichen in Krankenhäusern, die Kontrolle von Reinräumen in der Computer- oder Medizintechnik und die veterinärmedizinische Überwachung von Zuchtbetrieben.

"Da bisher keine vergleichbare Technologie existiert, hat ATTO-LAB bei Erfolg beste Aussichten auf die Marktführerschaft in diesem Segment", so Minister Meyer. "Nicht nur in Europa, sondern auch in Amerika und Asien besteht großes Interesse an dieser Entwicklung." Durch dieses Vorhaben sichert ATTO-LAB zwei bestehende Arbeitsplätze langfristig und rechnet bis zum Jahr 2020 mit 15 neuen Arbeitsplätzen, sieben davon im Bereich Entwicklung.

Eine weitere Station für den Minister war die Lübecker Bioenergy CellTec GmbH (BCT), die an zwei innovativen Hautersatzprodukten arbeitet. Diese sollen die Heilung chronischer Wunden deutlich erleichtern. Das Land Schleswig-Holstein fördert dieses Entwicklungsvorhaben mit 500.000 Euro.

Chronische Wunden werden zunehmend zu einem gesundheitlichen und finanziellem Problem. Allein in Deutschland werden rund vier Millionen chronische oder schlecht heilende Wunden behandelt. Die führen pro Jahr zu etwa 30.000 Amputationen und erzeugen Behandlungskosten von rund sechs Milliarden Euro. "Die europäischen Märkte für moderne Wundversorgung und Wundverschlussprodukte werden in den kommenden Jahren stark wachsen", sagte Reinhard Meyer. "Dabei werden besonders Medizinprodukte zur Beschleunigung von Heilungsprozessen weiter an Bedeutung gewinnen."

Die beiden Hautersatzstoffe der Bioenergy CellTec GmbH sind jeweils eine Kombination aus biologischem Material und einem Netzwerk aus Protein- und Kohlehydratketten, das den Körperzellen Halt gibt und sie zum Wachsen anregt. Dabei entwickelt das Unternehmen zwei Produktvarianten unterschiedlicher Konsistenz: Ein Vlies in Kombination mit Schweißdrüsen der Achselhaut und ein Gel in Kombination mit determinierten Stammzellen, also Körperzellen, die sich zu unterschiedlichen Zelltypen und Gewebearten entwickeln können.

Ziel dieses Projekts ist die Entwicklung von Wundbehandlungs-Kits für Kliniken, spezialisierte Praxen und Wundbehandlungszentren. Sie sollen die notwendigen technischen Module zur Aufarbeitung der den Patienten entnommenen biologischen Bestandteile enthalten und die Verfahren zur Kombination mit der jeweiligen Matrix exakt definieren. Für die notwendige Entwicklungsarbeit plant BCT eine enge Zusammenarbeit mit der Fraunhofer Einrichtung für Marine Biotechnologie in Lübeck. "Für uns ist Lübeck der perfekte Standort für die Entwicklung unserer Produkte. Die Nähe zu unserem Kooperationspartner EMB, der Zugang zu qualifizierten Mitarbeitern in der Region und die Unterstützung durch das Land Schleswig-Holstein haben uns sehr geholfen, aus einem guten Plan ein junges Unternehmen zu machen, dass jetzt richtig Fahrt aufnehmen kann", sagte die Geschäftsführerin der BCT, Frau Dr. Kathrin Adlkofer.

Während der Laufzeit dieses Projekts will die Bioenergy CellTec GmbH fünf neue Arbeitsplätze schaffen. Bis zum Jahr 2020 rechnet das Unternehmen mit insgesamt 15 neuen Arbeitsplätzen.

Quelle:
WiMi/VG

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