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IHK: "BioMedTec" unverzichtbar im regionalen Innovationssystem

30. Januar 2014 (HL-Red-RB) BioMedTec Wissenschaftscampus ist unverzichtbarer Bestandteil des regionalen Innovationssystems: Die Wissenschaftseinrichtungen auf dem Lübecker BioMedTec Wissenschaftscampus sind bedeutende Arbeitgeber. Insgesamt beschäftigen die in dem Verbund zusammengeschlossenen Forschungseinrichtungen rund 2.200 Frauen und Männer. Insgesamt hängen im HanseBelt rund 3.170 Arbeitsplätze vom BioMedTec Campus ab. „Auf jeden Mitarbeiter am Campus kommen rechnerisch noch einmal 0,5 Beschäftigte in der Region. Noch eine weitere Kennziffer belegt die Bedeutung: Die Einrichtungen des BioMedTec Wissenschaftscampus leisten einen Beitrag zur Wertschöpfung von insgesamt 118 Millionen Euro. Das entspricht rund 2,2 Prozent der gesamten Wertschöpfung von Lübeck“, sagte Peter Kaiser, Projektleiter der Prognos AG, auf der Regionalkonferenz zur Bedeutung des BioMedTec Wissenschaftscampus Lübeck.

Mehr als 170 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Verwaltung waren der Einladung in die Media Docks gefolgt. „Mit seiner hohen Bedeutung für den Wissens- und Technologietransfer ist der Wissenschaftscampus unverzichtbarer Bestandteil des regionalen Innovationssystems der HanseBelt Region und weit darüber hinaus. Zudem gibt er wesentliche Impulse zur Sicherung und zur Verbesserung der Innovationsfähigkeit der Unternehmen, besonders im Life Science Cluster“, so Kaiser.

Zum ersten Mal seit der Gründung vor zwei Jahren präsentierten sich der BioMedTec Wissenschaftscampus sowie die beteiligten Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Partner aus der Wirtschaft einem breiten Publikum in der Region. Im Mittelpunkt der Regionalkonferenz stand die Prognos-Studie mit dem Titel: „Bedeutung und regionale Einbindung des BioMedTec Wissenschaftscampus Lübeck“. Wirtschaft, Wissenschaft und Hansestadt Lübeck haben das Projekt gemeinsam initiiert und vorangebracht. „Wir haben erkannt, dass ein großes Potenzial genau an unseren Schnittstellen liegt. Trotz unserer unterschiedlichen Handlungsaufträge und Interessenlagen teilen wir ein zentrales Anliegen: den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort zum gemeinsamen Vorteil voranzubringen“, betonte Lars Schöning, Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck. „Wenn wir eng zusammenarbeiten, können wir gemeinsam die Herausforderungen, beispielsweise im Technologietransfer, in der Standortentwicklung und in der Imagebildung lösen“, ergänzte er.

Professor Dr. Peter Dominiak, Präsident der Universität zu Lübeck, stellte heraus, dass die Partner im Zuge der Begleitung der Prognos-Studie bereits Projektideen erarbeitet haben. „Diese wollen wir in der Öffentlichkeit zur Diskussion stellen, um weitere Akteure aus dem Innovationssystem für die Realisierung zu gewinnen.“ Dafür werde die Universität eine neue, auf die Unternehmen ausgerichtete Software entwickeln. Dominiak: „Mit Hilfe dieser Software wollen wir weitere Unternehmen auf den Campus holen, die mit BioMedTec eng kooperieren. Wir haben vor, zusammen mit der Industrie einen Forschungsbau auf dem Campus zu errichten, in den auch die Unternehmen einziehen und in Kooperation mit den beiden Hochschulen gemeinsam forschen.“

Den Forschungsbau wollen die Hochschulen mit einer jeweils hälftigen Finanzierung aus EFRE-Mitteln und Mitteln der Industriepartner realisieren. „Ich bin mir sicher, dass sich mit den genannten Maßnahmen die Wertschöpfung auch noch substanziell steigern lässt“, ergänzte Dominiak. Auch der Stifterverband hat in einer Studie herausgestellt, dass in Städten mit Universitäten und Forschungseinrichtungen das Bruttoinlandsprodukt mit 4.500 Euro pro Kopf um ein Fünftel höher liegt als im Bundesdurchschnitt. „Zusammen mit der Prognos-Studie lohnt sich also jede Anstrengung und Investition in einen Wissenschaftscampus, hier in Lübeck in BioMedTec“, betonte der Präsident.

„Nicht erst seit dem großen Erfolg als ‚Stadt der Wissenschaft‘ und mit dem Lübecker Wissenschaftsjahr 2012 wissen wir, dass Wissenschaft ein erheblichen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Innovationskraft der Hansestadt und der Region Lübeck hat“, sagte Professor Dr. Stefan Bartels, Präsident der Fachhochschule Lübeck. Kooperation sowie Technologie- und Wissenstransfer seien schon lange Ausdruck des Anwendungsbezuges für die Fachhochschule. „Der Prognos-Studie ist es zu verdanken, dass diese Einflüsse zur Wertschöpfung in der Region nunmehr öffentlich vorliegen.“ Die Akteure und Partner des BioMedTec Wissenschaftscampus Lübeck hätten das große Potenzial von Vernetzung und Kooperation sowie die daraus erwachsenden Chancen erkannt. „Es liegt ihnen gemeinsam daran, den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort in all seinen Facetten und Ausprägungen mit den Instrumenten des Technologie- und Wissenstransfers zu stärken und zu positionieren. Unter Wahrung des eigenen Profils und der individuellen Stärke sind sie angetreten, einen Großteil ihrer Kompetenzen in einen gemeinsamen Innovationspool für eine nachhaltige und innovative Entwicklung des Standortes zu investieren.“

In den zwei Jahren seines Bestehens hat der Wissenschaftscampus bereits beachtliche Erfolge erzielt, wie die Einrichtung wirtschaftsnaher Studiengänge, das Graduiertenkolleg LUMEN oder die gemeinsamen Gründungsaktivitäten. Bartels: „Die Fachhochschule Lübeck mit ihrer anwendungsorientierten Forschung und Entwicklung steht als Innovationsdienstleister der regionalen Wirtschaft seit Jahren im bundesweiten Ranking der forschungsstärksten Hochschulen auf einem Podestplatz und ist anerkannte Partnerin der Wirtschaft. Dabei sind Forschung und Entwicklung nicht Selbstzweck, sondern dienen neben dem Nutzen für die Wirtschaft der Erneuerung und Aktualisierung der Lehre und der Weiterbildung im Sinne von innovativer Qualifizierung.“

„Die Ergebnisse der Prognos-Studie belegen, dass Investitionen in die Stadt der Wissenschaft sich auszahlen. ‚Starke Stadt – starker Standort‘ ist die Formel für Erfolg“, sagte Dr. Iris Klaßen, Leiterin des Wissenschaftsmanagements Lübeck. Nur im Dreiklang von Wirtschaft, Wissenschaft und Stadt sei es möglich, die Zukunftsfähigkeit der Hansestadt Lübeck zu sichern. Klaßen: „Das bedeutet eine große Verantwortung für Verwaltung und Politik. Die Studie formuliert konkrete Erwartungen an die Standortpolitik für eine zukunftsweisende wissensbasierte Stadt- und Regionalentwicklung und bestätigt das Wissenschaftsmanagement in seiner Rolle als ‚Vernetzer der Netzwerke‘.“ Die dringend benötigten Fachkräfte seien Menschen, „die bei uns aufwachsen, hier bleiben sollen oder Lübeck noch gar nicht als Innovationsstandort erkennen. Im Wettbewerb um diese klugen Köpfe müssen gerade Städte sich anstrengen und positionieren, denn sie profitieren im Besonderen. Und dies gilt auch für Lübeck.“

Lob für die Kooperation kam auch von der Landesregierung: „Wie sich Hochschule und Wirtschaft in Lübeck zusammen stark machen für den Transfer von Wissen und Konzepten, das ist vorbildlich“, teilte Bildungsministerin Waltraud Wende mit und hob hervor, dass der Wissens- und Technologietransfer zentrale strategische Aufgabe der Hochschulen sei: „Nicht ohne Grund haben wir ihn im Hochschulgesetz verankert.“ Sie halte Universitäten und Fachhochschulen für „die natürlichen Partner der Wirtschaft“, betonte die Ministerin. Lübeck zeige, wie es geht: Forschung, Lehre und Gründungen schlössen sich nicht aus, sie ergänzten sich sinnvoll. „Hier in Lübeck werden aus Transferprojekten Ausgründungen – das stärkt die Wissenschaft und den Wirtschaftsstandort gleichermaßen und ist vorbildlich“, betonte Wende unter Hinweis auf Unternehmen wie Euroimmun und Gestigon. Sie fügte hinzu, dass es gern noch mehr Ausgründungen geben dürfe und solle. „Ich wünsche mir in jedem Fall den ständigen Dialog zwischen Hochschulen und Wirtschaftsunternehmen“, so die Ministerin

Olympus Surgical Technologies Europe kooperiert seit vielen Jahren erfolgreich im Bereich Medizintechnik mit der Universität zu Lübeck sowie der Fachhochschule Lübeck. „Hierbei handelt es sich sowohl um Förderprojekte als auch um bilaterale Projekte im Bereich der Simulation und Konstruktion“, sagte Dr. Mathias Kraas, General Manager Research & Development bei Olympus. „In der minimal-invasiven Chirurgie und Urologie besteht zudem eine intensive Zusammenarbeit mit den medizinischen Fakultäten der Universität. Gemeinsam wird hier der aktuelle Stand der Technik kritisch analysiert, um daraus Potenziale für neue medizinische Applikationen sowie deren entsprechende Instrumentierung abzuleiten.“

Neben der kollaborativen Forschungsarbeit rücke auch die frühzeitige Bindung talentierter Nachwuchskräfte zunehmend in den Fokus. Kraas: „Olympus beteiligt sich hierbei an Vorlesungen und gibt zahlreichen Studenten der Lübecker Fakultäten die Gelegenheit für Praktika, Werkstudententätigkeiten sowie Abschlussarbeiten.“ Mit der Teilnahme am BioMedTec Wissenschaftscampus möchte Olympus die fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Hochschulstandort Lübeck intensivieren. „Wir sehen die Fakultäten der Lübecker Hochschulen inklusive des Klinikums als wesentliche Partner unserer Forschungsabteilungen und unserer Ausbildungsszenarien für die Zukunft.“

Der BioMedTec Wissenschaftscampus Lübeck ist ein Zusammenschluss von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen in der HanseBelt Region. Prognos untersuchte außer den regionalwirtschaftlichen Effekten die Themenbereiche Technologietransfer, Hightech-Gründungen, Fachkräftesicherung, Standortmarketing sowie Strukturen der Zusammenarbeit. Die Studie gibt es im Internet zum Download unter www.ihk-schleswig-holstein.de, Dokumentennummer: 117426. Weitere nützliche Tipps für Unternehmen, die Kooperationspartner für den Technologietransfer suchen, bietet die neue Broschüre mit dem Titel: „Technologietransfer und Forschungskooperationen“. Sie soll einen Betrag für mehr Transparenz leisten sowie Transferinstrumente und Ansprechpartner vorstellen.

Quelle:
IHK zu Lübeck
www.ihk-sh.de

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