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Anleger: Falschberatung - Vorstand der Postbank war informiert

25. September 2013 (HL-Red-RB) NDR 1 Welle Nord und Schleswig-Holstein Magazin: Falschberatung - Vorstand der Postbank war informiert: Der Vorstand der Postbank war viele Jahre über die Falschberatung von Anlegern in mindestens 1000 Fällen unterrichtet. Statt die Praxis zu stoppen, erleichterte der Vorstand den Vertrieb spekulativer Anlagen. Dies geht aus streng vertraulichen internen Unterlagen hervor, die NDR 1 Welle Nord und dem NDR Schleswig-Holstein Magazin vorliegen.

Nach einem Revisionsbericht des Vorstandes von 2006 lockte die Postbank zahlreiche Kunden in hochriskante Anlagen. Über Investitionen in geschlossene Schiffsfonds heißt es in dem Bericht wörtlich: "In 72,5% der Stichproben weichen die Kundenangaben zu Anlegermentalität/Anlagehorizont wesentlich zum vermittelten Produkt ab." Die Überprüfung eines Südafrika-Fonds von 2011 ergab: 91% der Beraterbögen haben "gravierende Mängel und sind gerichtlich angreifbar."

Die Falschberatung von Kunden wurde internen Rundschreiben zufolge durch hohe Provisionen und spezielle Anreize für Vermittler wie teure Reisen nach Hawaii, New York oder Australien belohnt. Nach Informationen von NDR 1 Welle Nord und dem NDR Schleswig-Holstein Magazin gab die Postbank offenbar auch freien Beratern Einblick in die Kundendaten.

Die Postbank erklärte auf Anfrage, geschlossene Fonds seien "ausschließlich von dafür eigens qualifizierten Vermögensberatern" vermittelt worden. Für eine optimale Beratung seien bestimmte Daten notwendig. Die Provisionen hätten sich "im Rahmen des Marktüblichen" bewegt. Darüber hinaus wolle die Postbank "zu Betriebs-Interna keine Stellung nehmen".


Quelle:
NDR 1 Welle Nord und NDR Schleswig-Holstein Magazin"

www.ndr.de/sh

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