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Agentur für Arbeit Lübeck

Arbeit Wirtschaft H'werk Politik

Millionenförderung für neues Verfahren zur Bearbeitung von Titan

22. Februar 2009 (Kaltenkirchen/Kiel/HL-red.). Die Interturbine Technologies GmbH (ITT) setzt verstärkt auf Titan als Werkstoff für große Hochpräzisionsbauteile. Das Unternehmen entwickelt ein Verfahren, mit dem der Werkstoff leichter zu bearbeiten sein soll und wird dabei vom Land Schleswig-Holstein mit rund 496.000 Euro aus dem Programm "Betriebliche Innovationen" des Zukunftsprogramms Wirtschaft unterstützt.

Der Staatssekretär im Wirtschaftsministerium Jost de Jager bei der Übergabe des Förderbescheides in Kaltenkirchen: "Titan ist ein Werkstoff mit
vielen Vorteilen: Er ist extrem fest, extrem leicht und extrem korrosionsbeständig. Vor
diesem Hintergrund ist davon auszugehen, dass der Einsatz von Titanlegierungen in der
Industrie weiter ansteigen wird. Mit ITT nimmt sich ein schleswig-holsteinisches Unternehmen
des Problems an, dass der Werkstoff bislang noch sehr schwer zu bearbeiten
ist. Dies ist ein Schritt zu neuen, innovativen Arbeitsplätzen in Schleswig-Holstein."
Das Projekt soll in den nächsten Jahren bis zu 20 neue Arbeitsplätze bei ITT schaffen.
Des Weiteren sollen durch das Vorhaben 15 zusätzliche Arbeitsplätze bei anderen zuliefernden
Unternehmen entstehen. Das neue Verfahren soll zunächst für die Herstellung
neuartiger Sitzschienen eingesetzt werden, die im Flugzeugbau eines internationalen
Herstellers Verwendung finden. Später sind aber auch Anwendungen außerhalb der
Flugzeugindustrie denkbar, beispielsweise bei der Herstellung von Rotorblättern für
Windkraftanlagen oder im Schiffbau.
Die Bearbeitung von Titanwerkstücken erfolgt bislang ähnlich wie beim Stahl oder bei
Leichtmetall. Allerdings führt die besondere Widerstandfähigkeit des Titans zu einer starken
Erhitzung und großem Verschleiß der eingesetzten Werkzeuge. Die Erhitzung kann
im schlimmsten Fall dazu führen, dass sich das Titanwerkstück verzieht oder dass die
Späne mit dem Werkzeug verkleben bzw. verschweißen. Titan muss daher mit relativ
geringer Schnittgeschwindigkeit und einem grossen, gleichmässigen Vorschub und unter
Zugabe von reichlich Kühlflüssigkeit bearbeitet werden. Demzufolge fallen die Bearbeitungszeiten
im Vergleich zu Stahl etwa dreimal und im Vergleich zu Aluminium etwa
zehn- bis zwölfmal länger aus. "Das von ITT zu entwickelnde Fertigungsverfahren wird
diese Schwierigkeiten überwinden und die präzise und wirtschaftliche Bearbeitung von
Titanbauteilen mit einer Länge von bis zu elf Metern ermöglichen", so WTSH-Geschäftsführer
Dr. Bernd Bösche. Größte Zuverlässigkeit bei den gewünschten Geometrien
und zugleich höchste Genauigkeit bei minimalen Bearbeitungszeiten sind Ziel
des Entwicklungsvorhabens.



Foto ü/LReg: Institut für Siliziumtechnologie (ISIT) in Itzehoe


ITT ist ein Tochterunternehmen der Interturbine Gruppe, die im Bereich der Logistik,
Wartung und Herstellung hochpräziser Bauteile für Luftfahrtunternehmen tätig ist.
Hinweis für die Redaktionen:
Sie sind herzlich eingeladen, an der Förderbescheidübergabe
bei Interturbine Technologies GmbH, Kisdorfer Weg 36-38, 24568 Kaltenkirchen
am Freitag, 20. Februar 2009 um 10.00 Uhr teilzunehmen.
Um Anmeldung wird gebeten bei Interturbine Unternehmensgruppe,
Iris Teichmann, Tel.: 04191 - 809526.
In das Zukunftsprogramm Wirtschaft fließen im Zeitraum 2007 - 2013 rund 722 Millionen Euro für die wirtschafts-
und regionalpolitische Förderung in Schleswig-Holstein, davon rund 374 Mio. Euro aus dem Europäischen
Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), rund 173 Mio. Euro aus der Bund-Länder-
Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur" sowie rund 175 Mio. Euro aus
ergänzenden Landesmitteln.
In der Förderperiode 2007-2013 bildet das Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein das Dach für die Zukunftsprogramme
Wirtschaft, Arbeit, ländlicher Raum und Fischerei.
Das Zukunftsprogramm Schleswig-Holstein mit seinem Fördervolumen von 1,4 Milliarden Euro steht für
mehr Wirtschaft und Beschäftigung, für mehr Innovationen und Lebensqualität in Schleswig-Holstein.

Mehr Informationen im Internet unter www.zukunftsprogramm.schleswig-holstein.de

Quelle: Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr





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