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Agentur für Arbeit Lübeck

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Agentur für Arbeit: "Chef"-Interview zur Fachkräfteinitiative

26. April 2013 (Kiel/HL-Red-RB) Wie die Agentur für Arbeit Lübeck mitteilt, gibt diese monatlich online einen Arbeitgeber-Newsletter zu verschiedenen arbeitgeber- und arbeitsmarktrelevanten Inhalten heraus. In der aktuellen Ausgabe ist ein Interview mit dem Vorsitzenden der Geschäftsführung, Wolfgang Werner, zur Auszeichnung der Initiative „Fachkräfte für den HanseBelt“ durch das Bundesarbeitsministerium als innovatives Netzwerk zu finden. Dort heißt es: "...die Initiative „Fachkräfte für den HanseBelt“ wurde vom Bundesarbeitsministerium als innovatives Netzwerk ausgezeichnet. Die Redaktion führte ein Interview mit Wolfgang Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Lübeck (Foto RB), der seit Beginn der Initiative aktiv an der Umsetzung mitarbeitet.
Zum Interview: "Bereits 2009 haben sich in der Region Lübeck Bildungs- und Arbeitsmarktpartner unter Koordination der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck (IHK) zur Fach- und Führungskräfteinitiative für die HanseBelt Region zusammengeschlossen.
Herr Werner warum wurde diese Initiative gegründet?
Werner: Die Netzwerkpartner haben erkannt, dass der demografische Wandel auch vor den Toren Lübecks nicht halt macht und konkrete Maßnahmen erforderlich sind, um gemeinsam Fachkräftepotenziale zu entwickeln. Die HanseBelt-Region muss sich im „Kampf um kluge Köpfe“ mit anderen Regionen behaupten. Das geht am besten in einer Netzwerkpartnerschaft. Einzelbetriebliche Interessen stehen bewusst nicht im Vordergrund. Die Denk- und Handlungsweise der Akteure orientieren sich an einem kooperativen Ansatz. So wird der Wirtschaftsstandort gestärkt, gut ausgebildete Fachkräfte in der Region gehalten und neue gewonnen. Denn nur gemeinsame und gebündelte Aktivitäten werden bundesweit wahrgenommen und verstärken die Attraktivität der Region.
Sie waren als Chef der Lübecker Arbeitsagentur seit Beginn dabei. Welche Partner beteiligen sich noch an der Initiative?
Werner: Die Fach- und Führungskräfteinitiative wird von vielen Schultern getragen – anders wäre ein nachhaltiger Erfolg kaum möglich. Eine wesentliche Unterstützung und Koordination erfolgt durch die IHK zu Lübeck. Daneben engagieren sich u.a. Unternehmen, Weiterbildungsverbünde, Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein und Jobcenter sowie Arbeitsagentur. Aber auch der Deutsche Gewerkschaftsbund Nord sowie Berufsschulen, Fach- und Hochschulen sind dabei.
Fachkräfte für die Region gewinnen, das hört sich sehr allgemein an. Was kann man konkret tun?
Werner: Es gibt nicht nur eine Stellschraube, um dem Fachkräfteengpass entgegen zu wirken. Wir wissen, wie wir das Fachkräfteangebot in Deutschland deutlich steigern können: Bei den jungen Menschen, den Älteren und den Frauen haben wir noch große Potenziale. Deshalb reichen die Handlungsfelder von Ausbildung über Beschäftigung Älterer bis zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, aber auch Integration von Migranten und Zuwanderung sind wichtig. Die Aktivitäten der Initiative basieren auf folgende drei Säulen:

Fachkräfte gewinnen
Fachkräfte halten
Fachkräfte entwickeln

Warum beteiligt sich die Agentur für Arbeit an der Initiative?
Werner: Weil die Agentur für Arbeit Lübeck einerseits durch Beratung, Vermittlung und Förderung einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leistet. Zum anderen ist es mir sehr wichtig, die Arbeitsmarktkompetenz in dieses Netzwerkarbeit einzubringen, um gemeinsam mit den Netzwerkpartnern die Region attraktiver zu machen.
Was wurde in den letzten Jahren bereits erreicht?
Werner: Es wurden mehrere Jahreskongresse mit wechselnden Schwerpunktthemen durchgeführt. Der letzte Kongress stand unter dem Motto „Wirtschaft fragt – Jugend antwortet“ und präsentierte eine Umfrage unter 200 Jugendlichen zu ihren Wünschen und Erwartungen an ihre zukünftigen Arbeitgeber.

Darüber hinaus bietet die Initiative Netzwerkarbeit und Ideenaustausch (z.B. Wirtschaft und Wissenschaft, Übergang Schule und Wirtschaft), Informationsveranstaltungen (z.B. Gesundheitsmanagement, Generation Erfahrung, Personalentwicklung) sowie Projektarbeit (Erarbeitung eines Traineeprogrammes und Beratung zu den Themen Weiterbildung, Förderung und so weiter).

So haben wir zum Beispiel mit der Arbeitsgruppe „Weiterbildung“ die berufliche Qualifizierung von Mitarbeitern in Betrieben beworben. Gemeinsam mit dem Weiterbildungsverbund und der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein haben wir Anregungen der Betriebe für Qualifizierungen aufgegriffen oder selber initiiert. So wurden beispielsweise im Rahmen des Bundesprogrammes „Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen (WeGebAU)“ seit 2009 rund 600 Beschäftigte von der Arbeitsagentur Lübeck gefördert. Fachkräften für Hafenlogistik, Servicefachkräften für Dialogmarketing, Teilezurichtern, Fachleuten für Systemgastronomie, Objektmanagern in der Gebäudereinigung – um nur einige Berufe zu nennen - wurde dadurch ein nachträglicher Berufsabschluss mit IHK-Zertifikat ermöglicht.
Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Initiative „Fachkräfte für den HanseBelt?
Werner: In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird sich die Bevölkerungszahl und Bevölkerungsstruktur grundlegend verändern. Auch in unserer Region wird sich die Fachkräftelücke ausweiten. Die Auszeichnung müssen wir auch als Ansporn verstehen und die gute Netzwerkpartnerschaft fortsetzen. Ich wünsche mir, dass mit der Arbeit der Initiative, die HanseBelt-Region sich positiv entwickelt und der Fachkräftebedarf nachhaltig gedeckt werden kann.
Herr Werner vielen Dank für das Interview.

Dr. Ursula von der Leyen, Bundesministerin für Arbeit und Soziales, möchte gute Beispiele zur Fachkräftesicherung bundesweit bekannt machen, damit sie in der Breite wirken können. In Berlin dankte sie Wolfgang Werner (rechts), Gülten Bockholdt (2.v. li., Sprecherin der Initiative) und Friederike C. Kühn (Präses IHK zu Lübeck) stellvertretend für alle Netzwerkpartner der Initiative „Fachkräfte für den HanseBelt“ für das Engagement.
Foto: BMAS Deischl

Innovative Netzwerke
Bundesweit gibt es rund 850 regionale Netzwerke zur Fachkräftesicherung. Acht innovative Netzwerken wurden vom Bundesarbeitsministerium ausgezeichnet. Mit dabei war die Initiative „Fachkräfte für den HanseBelt“. Dieses Netzwerk ist vorbildlich weil,

das Netzwerk auf einer Kooperationsvereinbarung aller Partner basiert und von einer Koordinatorin unter einer Dachmarke geführt wird. Die Koordination ist bei der IHK zu Lübeck angesiedelt.
im Netzwerk umfangreiche Potenzial- und Bedarfsanalysen gemacht werden, unter anderem durch zwei Prognos-Studien, die die Grundlagen für die gemeinsamen Ziele und Maßnahmen sind.
das Netzwerk seine Projekte jährlich im kritischen Dialog mit allen Mitgliedern auswertet. Dazu dient u. a. die Fachkräftekonferenz.
alle Netzwerkakteure einen Beitrag leisten, in dem sie für die Projektarbeit eigene Sachkosten übernehmen.
die Akteure im Netzwerk gemeinsam Presse- und Öffentlichkeitsarbeit betreiben, u. a. durch einen eigenen Internetauftritt ( www.fachkraeftehansebelt.de ).

Foto: Ingo Heine

Informationen zu diesem und weiteren Netzwerken, Praxisbeispiele, Veranstaltungen und Serviceangebote des Innovationsbüros "Fachkräfte für die Region" finden Sie unter www.fachkraeftebuero.de .

Veranstaltungstipp: Regionalforum der Initiative Neue Qualität der Arbeit

Thema: „Zukunft sichern, Arbeit gestalten“
Zeit: 10. Juni 2013, 16.30 - 19.30 Uhr
Ort: Media Docks, Willy-Brandt-Allee 31, 23554 Lübeck
Anmeldung direkt online unter https://www.ifok.de/survey/93264/ , begrenzte Teilnehmerzahl

Wir alle haben gelernt: Zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten bessere Arbeit und sind damit ein wesentlicher Erfolgsfaktor von Unternehmen. Trotzdem stehen mitarbeiterorientierte Arbeitskultur und eine wirtschaftliche Unternehmensführung im betrieblichen Alltag oft noch in einem Widerspruch. Wie kann es gelingen, beide Interessen zusammenzubringen? Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit Beschäftigte motiviert und gesund arbeiten und Unternehmen zugleich erfolgreich im Wettbewerb bestehen? Und: Welche Chancen bieten mitarbeiterorientierte Personalstrategien Unternehmen in der Region Schleswig-Holstein?
Diese und weitere Fragen möchten wir gerne mit Ihnen diskutieren! Neben anregenden Impulsvorträgen und einer Podiumsrunde mit Expertinnen und Experten bietet Ihnen das Regionalforum die Möglichkeit, sich auszutauschen und Ihre Fragen in die Diskussion einzubringen. Einer der Podiumsteilnehmer wird Wolfgang Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck sein.
Sollten Sie Fragen zur Veranstaltung haben, senden Sie diese bitte an regionalforum@inqa.de.
Weitere Informationen finden Sie unter www.inqa.de.

Gemeinsam gute Perspektiven schaffen
Kooperation der Bundesagentur für Arbeit mit der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“
Demografischer Wandel, Globalisierung, technologischer Fortschritt - Unternehmen in Deutschland sind zunehmend gefordert: Parallel zum Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials verstärkt sich der Fachkräftebedarf. Es wird immer schwieriger, gut qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen bzw. langfristig an ein Unternehmen zu binden. Sie als Unternehmer müssen sich mit den verschiedenen Handlungsfeldern zur Fachkräftesicherung auseinandersetzen, frühzeitig betriebliche Handlungsbedarfe identifizieren und Strategien zu deren Bewältigung entwickeln.
Hier setzen die Aktivitäten der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“ an. Sie wurde vor ca. 10 Jahren als gemeinsame Initiative von Bund, Ländern, Unternehmen, Sozialversicherungen und Gewerkschaften gegründet. Ihr Ziel: Die Bedeutung der Arbeitsqualität als Schlüssel für die Wettbewerbsfähigkeit und Innovationskraft von Unternehmen zu vermitteln und Unternehmen dabei zu helfen, individuelle Strategien zur Fachkräftesicherung zu entwickeln. Die Initiative bietet zahlreiche Austauschmöglichkeiten, Beratungs- und Informationsangebote, Praxis-Tools, Förderprogramme sowie eine umfangreiche Best-Practice-Datenbank.
Die Bundesagentur für Arbeit (BA) kooperiert seit 2012 mit der Initiative, um gemeinsam insbesondere klein- und mittelständische Unternehmen noch besser zu unterstützen. Der Arbeitgeber-Service der BA nutzt dabei nicht nur die innerhalb der Initiative entwickelten Instrumente und das umfassende Umsetzungs-Know-How, sondern arbeitet auch bedarfsorientiert mit den Netzwerkakteuren und Beratern der Initiative zusammen, um Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern eine ganzheitliche Unterstützung in den vielfältigen Handlungsfeldern zur Fachkräftesicherung zu ermöglichen.
Wie gut ist Ihr Unternehmen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereitet? Haben Sie sich schon einmal gefragt, ob z.B. der demografische Wandel Einfluss auf Ihren Betrieb hat? Welche konkreten Stärken und Schwächen stecken in Ihrem Unternehmen? Spüren Sie Ihr Potenzial für Verbesserungen auf - ein erfolgreiches und gesundes Unternehmen entsteht nicht durch Zufall.
Der im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit entwickelte INQA-Unternehmenscheck „Guter Mittelstand“ unterstützt Sie in einem ersten Schritt dabei, die Potenziale Ihres Unternehmens zu erkennen und Herausforderungen aktiv anzugehen.
Machen Sie den Test: Unter www.inqa.de können Sie zwischen der Vollversion und einer kürzeren Kennenlernversion wählen, bei der Sie Ihr Unternehmen nur in ausgewählten Themen testen. Nach Bearbeitung der Vollversion können Sie sich übrigens auch ein Handbuch als PDF herunterladen, das speziell auf ihren Handlungsbedarf zugeschnitten ist.
Haben Sie Fragen oder weitergehenden Beratungsbedarf? Ihr Arbeitgeber-Service steht Ihnen gern zur Verfügung!

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Quelle:
Agentur für Arbeit Lübeck
www.arbeitsagentur.de

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