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Der deutsche Arbeitsmarkt im Jahr 2012

03. Januar 2013 (HL-Red-RB) Der Arbeitsmarkt im Jahr 2012: Robuster Arbeitsmarkt in einem: „Im Jahr 2012 musste sich der deutsche Arbeitsmarkt in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bewähren. Er hat auf diese Herausforderung robust reagiert. Spuren der langsameren konjunkturellen Gangart sind jedoch erkennbar.“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-J. Weise, heute in Nürnberg anlässlich der monatlichen Pressekonferenz.

•Arbeitslosenzahl im Jahr 2012:
2.897.000
•Arbeitslosenzahl im Vorjahresvergleich:
-79.000
•Arbeitslosenquote gegenüber Vorjahr:
-0,3 Prozentpunkte auf 6,8 Prozent
Arbeitslosigkeit, Unterbeschäftigung und Erwerbslosigkeit
Im Jahresdurchschnitt 2012 waren in Deutschland 2.897.000 Menschen arbeitslos gemeldet, 79.000 weniger als vor einem Jahr. Das ist der niedrigste Stand der Arbeitslosigkeit seit 1991. Während die Arbeitslosigkeit zu Jahresanfang noch weiter abgenommen hatte, wurde die Entwicklung im Jahresverlauf zunehmend schwächer. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die Teilnahme an arbeitsmarkpolitischen Maßnahmen gegenüber dem Vorjahr abgenommen hat. Die wirtschaftliche Dynamik war zuletzt nicht mehr stark genug, um diesen Einfluss auszugleichen.

Die Unterbeschäftigung, die auch Personen erfasst, die an entlastenden Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik teilnehmen, belief sich 2012 auf 3.892.000 Personen. Das waren 259.000 weniger als vor einem Jahr. Dass die Unterbeschäftigung stärker gesunken ist als die Arbeitslosigkeit, hängt auch damit zusammen, dass weniger Menschen an arbeitsmarktpolitischen Programmen teilnehmen. Insbesondere die Förderung der Selbständigkeit ist zurückgegangen.

Entwicklung in der Arbeitslosenversicherung
Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren 2012 902.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zu 2011 ist die Arbeitslosigkeit im SGB III damit um 10.000 gestiegen. Dass die SGB III-Arbeitslosigkeit höher liegt als 2011, hängt vor allem damit zusammen, dass der Einsatz von Arbeitsmarktpolitik abgenommen hat. Bei der Unterbeschäftigung, die solche Effekte berücksichtigt, hat es im Rechtskreis SGB III einen jahresdurchschnittlichen Rückgang um 7 Prozent auf 1.194.000 gegeben. Insgesamt 848.000 Personen erhielten 2012 Arbeitslosengeld; mit +19.000 etwas mehr als vor einem Jahr.

Entwicklung in der Grundsicherung
Die Zahl der Bezieher von Arbeitslosengeld II in der Grundsicherung (SGB II) lag 2012 bei 4.443.000 und damit so niedrig wie noch nie seit Einführung des SGB II im Jahr 2005. Gegenüber 2011 war dies ein Rückgang von 172.000 Personen. Mit 8,2 Prozent der in Deutschland lebenden Personen im erwerbsfähigen Alter waren nochmals weniger erwerbsfähige Menschen hilfebedürftig als im Vorjahr, dem Jahr mit dem bisher geringsten Stand der Hilfebedürftigkeit. Mit 1.995.000 waren 2012 erstmals weniger als zwei Millionen Menschen im Bereich der Grundsicherung arbeitslos gemeldet. Das waren 89.000 weniger als im Vorjahr. Dass ein Großteil der Arbeitslosengeld II-Bezieher nicht arbeitslos gemeldet ist, liegt daran, dass diese Personen erwerbstätig sind, kleine Kinder betreuen, Angehörige pflegen oder sich noch in der Ausbildung befinden.

Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung
Erwerbstätigkeit und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung haben 2012 weiter zugenommen. Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes ist die Erwerbstätigkeit im Jahresdurchschnitt um 422.000 auf 41,59 Mio gestiegen. Damit erreicht die Erwerbstätigkeit ihren höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat 2012 noch stärker zugenommen als die Erwerbstätigkeit.

Im Juni waren 28,92 Mio Arbeitnehmer sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Wie schon 2011 fällt damit der Zuwachs der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung deutlich höher aus, als der Rückgang der Arbeitslosigkeit und der Unterbeschäftigung: Gegenüber dem Vorjahr steigt die Beschäftigung um 539.000, während die Arbeitslosigkeit nur um 79.000 und die Unterbeschäftigung um 259.000 abnimmt. Die Unterschiede erklären sich durch Zuwanderung, eine höhere Erwerbsneigung – insbesondere von Frauen und Älteren – sowie durch Beschäftigungsaufnahmen von Menschen aus der Stillen Reserve.

Arbeitskräftenachfrage
Die gemeldeten Stellen lagen im Jahresdurchschnitt leicht über dem Wert des Vorjahres, im Jahresverlauf nahmen sie allerdings deutlich ab.

2012 waren im Jahresdurchschnitt 478.000 Arbeitsstellen bei der BA gemeldet, das sind 11.000 mehr als vor einem Jahr. Besonders gesucht waren 2012 Fachleute in den Bereichen Mechatronik, Energie und Elektro, Metall, Maschinen- und Fahrzeugbau, Verkehr und Logistik sowie Verkauf und Gesundheit.

Haushalt der Bundesagentur für Arbeit
Der Haushalt der BA für das Jahr 2012 wird mit einem Überschuss in Höhe von voraussichtlich rund 2,6 Milliarden Euro schließen. Insbesondere die Ausgaben (rund 34,8 Milliarden Euro) entwickelten sich zurückhaltender als zur Haushaltsaufstellung im Herbst 2011 erwartet. Mit dem Überschuss wird erstmals seit 2009 wieder eine leichte Rücklage gebildet, die voraussichtlich im Jahr 2013 teilweise wieder in Anspruch genommen werden muss, da der Haushalt für dieses Jahr ein Defizit in Höhe von rund 1,1 Milliarden Euro vorsieht. Somit kann die BA keine nennenswerte Rücklage aufweisen, mit der sie eine unerwartete Konjunkturschwäche ohne Darlehen des Bundes finanzieren könnte.

Quelle:
Bundesagentur für Arbeit

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