Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Arbeit Wirtschaft H'werk Politik

Universalhafen Hamburg zweitbestes Ergebnis Hafengeschichte

07. Februar 2009 (HH/HL-HL-Red.). Deutschlands größter Universalhafen Hamburg meldet für 2008 im Seegüterumschlag mit 140,4 Millionen Tonnen das zweitbeste Ergebnis in der Hafengeschichte Wachstum im Massengutumschlag gleicht im Gesamtergebnis die konjunkturelle Abschwächung im Stückgutumschlag aus Im zurückliegenden Jahr wurde an den Umschlagterminals des Hamburger Hafens mit 140,4 Millionen Tonnen Seegüterumschlag fast das Rekordergebnis aus dem Vorjahr erreicht.
Foto: HHLA CTB - Author: HHM / M. Lindner
Der weltweite
Konjunktureinbruch führte 2008 zu einer Abschwächung im
Stückgutumschlag (-0,8 Prozent), der mit insgesamt 97,9 Millionen
Tonnen abschloss. Der Massengutumschlag erzielte im gleichen
Zeitraum mit 42,5 Millionen Tonnen ein Wachstum von 1,8 Prozent. Mit
der Anzahl von 9,7 Millionen TEU (20 Fuß-Standardcontainer) wurde im
Containerumschlag das Rekordergebnis aus 2007 nur knapp
unterschritten (-1,5 Prozent). Dazu trug besonders das
Umschlagergebnis des vierten Quartals 2008 bei, das mit 2,2 Millionen
TEU um 10,3 Prozent unter dem Durchschnitt der ersten drei Quartale
2008 lag. Dieses Ergebnis reflektiert den weltwirtschaftlichen Rückgang
im Außenhandel und die rückläufige Nachfrage und Produktion in den
Industrieländern. Dies sind Einflussfaktoren, die sich sehr schnell auf
die Entwicklung des Seehafenumschlags auswirken.
Hinzu kommt die Berücksichtigung leerer Container beim Umschlag, die
besonders bei unpaarigen Import- und Exportrelationen in größerer
Menge bewegt werden. Der in Hamburg für das Jahr 2008 festgestellte
schwächere Containerumschlag ist mit nahezu 70 Prozent größtenteils
auf den Rückgang im Leercontainerumschlag zurückzuführen. Mit
1,8 Millionen TEU sind im vergangenen Jahr 5,4 Prozent oder 105.423
Leercontainer weniger umgeschlagen worden als im Vorjahr. Der
Umschlag beladener Container kam auf 7,9 Millionen TEU und weicht
mit -0,6 Prozent nur geringfügig vom Vorjahresresultat ab.

Unter Einbeziehung des schwächeren Jahresergebnisses von 2008
liegt der durchschnittliche jährliche Zuwachs im Containerumschlag
Hamburgs im Zeitraum 2000 bis 2008 bei rund 11 Prozent.
Hafen Hamburg Marketing Vorstand, Dr. Jürgen Sorgenfrei,
kommentierte auf der Jahrespressekonferenz die Ergebnisse im
Seegüterumschlag des Jahres 2008: „Mit dem Ergebnis von
140,4 Millionen Tonnen Gesamtumschlag, immerhin das zweitbeste
Umschlagergebnis in der Hafengeschichte, können wir vor dem
Hintergrund der weltweiten Konjunktureinbrüche als Folge der
Finanzkrise zufrieden sein. Der Hamburger Hafen ist und bleibt mit
seiner starken verkehrsgeografischen Position und dem hohen Anteil
an lokaler Ladung als Universalhafen führender Hafen- und
Logistikstandort in Nordeuropa. Der Universalhafen-Charakter
Hamburgs zeichnet sich dadurch aus, dass neben dem
Stückgutumschlag, der heute fast komplett in Containern abgefertigt
wird, der Massengutumschlag eine bedeutende Säule im
Hafenumschlag ist. So konnte beispielsweise die im vergangenen Jahr
erfolgte Abschwächung im Stückgutumschlag durch Wachstum im
Massengutsektor nahezu ausgeglichen werden.“
Senator Axel Gedaschko, Präses der Behörde für Wirtschaft und Arbeit,
betonte in seiner Erläuterung, dass die Stadt Hamburg mit Nachdruck
Investitionen zum Ausbau der Hafeninfrastruktur auf den Weg bringen
wird und die aus seiner Sicht vorübergehende Wachstumsdelle intensiv
für den Ausbau der Infrastruktur nutzen wird. Auch die
Fahrrinnenanpassung der Unterelbe sei vor dem Hintergrund immer
größerer Containerschiffe dringend erforderlich.
Jens Meier, Geschäftsführer der Hamburg Port Authority, wies darauf
hin, dass seitens des Hamburger Senats in den kommenden Jahren
ausreichend Mittel für den Hafenausbau zur Verfügung gestellt werden
und die HPA den Hafenausbau mit Nachdruck angeht.
Hamburgs seeseitiger Containerumschlag mit den zehn
bedeutendsten Handelspartnern 2008
Unter den zehn wichtigsten Handelspartnern des Hamburger Hafens im
Containerverkehr behielt auch 2008 mit 3,1 Millionen TEU
(-1,8 Prozent) die Volksrepublik China (inklusive Hongkong) die
Spitzenposition. Die Bedeutung dieses Fahrtgebietes verstärkt sich
noch dadurch, dass ein großer Teil der China-Ladung via Hamburg in
die Ostseeregion als Transhipmentverkehr per Feederschiff abgewickelt
wird.

Mit 720.000 TEU (-1,7 Prozent) bleibt die Russische Föderation
drittwichtigster Handelspartner im Containerumschlag des Hamburger
Hafens. Hamburgs Partnerstadt und Partnerhafen St. Petersburg ist mit
über 660.000 TEU der bedeutendste Seehafen im Containerverkehr
zwischen Russland und Hamburg. Auch der Containerverkehr zwischen
Hamburg und den polnischen Ostseehäfen konnte 2008 gegenüber
dem Vorjahr mit 337.000 TEU um 3,4 Prozent zulegen. Rund
70 Prozent dieser Containerverkehre werden über den Hafen Gdynia abgefertigt. Die seeseitigen Skandinavien-Containerverkehre des
Hamburger Hafens erzielten 2008 ein Gesamtvolumen von
1,2 Millionen TEU und blieben damit 8,1 Prozent unter dem
Vorjahresergebnis. Im Containerverkehr mit Finnland wurden 430.000
TEU umgeschlagen (-15,4 Prozent). Der Containerumschlag im
Verkehr mit Schweden erreichte eine Menge von 374.000 TEU
(-7,0 Prozent), Dänemark kam auf 215.000 TEU (-3,2 Prozent) und
Norwegen erreichte einen Containerumschlag von 201.000 TEU
(-2,8 Prozent).
Positiv entwickelte sich der Containerumschlag mit Amerika. Insgesamt
wurden von und nach Amerika 864.000 TEU im Jahr 2008 in Hamburg
umgeschlagen. Dies entspricht einem Zuwachs von 3,9 Prozent. Auf
die Containerverkehre von und nach Nordamerika entfielen 359.000
TEU (+13,3 Prozent) und auf Süd- und Mittelamerika 505.000 TEU
(-1,8 Prozent). Hauptwachstumsträger im Containerverkehr mit Amerika
war 2008 mit 114.000 TEU (+33,7 Prozent) vor allem das Fahrtgebiet
Mittelamerika/Karibik. Deutlich verbesserte sich mit 147.212 TEU
(+19,2 Prozent) auch der Containerumschlag mit der Ostküste
Nordamerikas. Die Containerverkehre zwischen Hamburg und
Kanada/Große Seen konnten ebenfalls deutlich zulegen und erreichten
2008 eine Menge von 211.206 TEU (+9,2 Prozent).
Der direkte Containerverkehr zwischen Hamburg und dem
afrikanischen Kontinent stieg 2008 auf 185.089 TEU (+6 Prozent). Im
Containerumschlag mit Australien/Pazifik konnte mit 47.467 TEU
sogar ein Plus von 18,3 Prozent erreicht werden.
Konventionelle Stückgüter erreichen 2008 stabiles
Umschlagergebnis
Der Umschlagbereich „konventionelle Stückgüter“, das sind Güter,
die z.B. aufgrund ihrer Abmessungen nicht in Containern transportiert
werden können, schnitt 2008 im Vergleich zum Vorjahr mit 2,8 Millionen
Tonnen (-0,1 Prozent) gut ab. Auf der Importseite wurde mit
44,1 Prozent der konventionelle Stückgutverkehr vor allem vom
Fruchtumschlag dominiert, der im Jahr 2008 mit 679.000 Tonnen
13,6 Prozent unter dem Vorjahresergebnis blieb. Einen Rückgang von
6 Prozent verzeichneten die Metallimporte. Trotz der Zuwächse auf der
Importseite von 86.000 Tonnen Ro-Ro Ladung (+50,6 Prozent) und
193.000 Tonnen Projektladung (+3 Prozent) konnten die Rückgänge
beim Frucht- und Metallimport nicht ausgeglichen werden. Auf der
Exportseite stieg der Versand von Fahrzeugen um 19,5 Prozent auf
480.000 Tonnen an. Neue Liniendienste im Ro-Ro-Verkehr brachten
dem Hafen mehr Güterumschlag. Auf der Exportseite entwickelte sich
auch der Umschlag von Projektladung mit einem Plus von 9,1 Prozent
sehr erfreulich und erreichte ein Jahresergebnis von 529.000 Tonnen.

Massengutumschlag 2008 im Plus
Der Umschlag von Massengut erzielte mit insgesamt 42,5 Millionen
Tonnen ein sehr gutes Ergebnis und verbesserte sich gegenüber 2007
um 1,8 Prozent. Auf der Importseite stieg der Massengutumschlag 2008
auf 31,8 Millionen Tonnen (+1,1 Prozent). Mit 10,6 Millionen Tonnen im
Export kletterte das Massengutumschlagergebnis gegenüber dem
Vorjahr um 4 Prozent. Der Sauggutumschlag profitierte dabei von
einem besonders starken Getreideexport, der sich mit 2,3 Millionen
Tonnen gegenüber dem Vorjahr fast verdoppelte. Auf der Importseite
nahm der Umschlag von Ölfrüchten mit 2,7 Millionen Tonnen
(+1 Prozent) sowie die Einfuhr von Futtermitteln und Getreide zu. Der
Umschlag von Greifergut, wie z.B. Kohle und Erze, blieb 2008 mit
20,3 Millionen Tonnen um 6,7 Prozent unter dem Vorjahresergebnis.
Auf der Importseite betrug das Jahresergebnis 17,1 Millionen Tonnen.
Weniger Nachfrage nach Kohle und Erz für die Stahl- und
Energieerzeugung sind dafür die Ursache. Im Export blieb der
Düngemittelversand mit 2,2 Millionen Tonnen 16,5 Prozent unter dem
Vorjahresergebnis. Positiv entwickelte sich der Umschlag von
Flüssigladung, der mit 15,6 Millionen Tonnen ein Plus von 6,3 Prozent
erreichte. Die gute Umschlagentwicklung in diesem Segment ist vor
allem auf eine Steigerung um 38,6 Prozent auf 4,8 Millionen Tonnen
beim Import von Mineralölprodukten zurückzuführen. Fallende
Heizölpreise führten in diesem Importbereich zu mehr Nachfrage.
Ausblick 2009
Für das erste Halbjahr 2009 erwartet Hafen Hamburg Marketing e.V.
zunächst einen schwächeren Verlauf im seeseitigen Hafenumschlag.
Bei Zunahme des Welthandels könnte sich der Gesamtumschlag dann
im Laufe der zweiten Jahreshälfte in Richtung 140 Millionen Tonnen
entwickeln. Für den Bereich Containerumschlag erwartet Hafen
Hamburg Marketing e.V. frühestens im zweiten Halbjahr eine spürbare
Erholung von der augenblicklichen Schwächeperiode im Welthandel.

www.hafen-hamburg.de.

Quelle: Hafen Hamburg Marketing

Impressum