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Sozialministerin: Bilanz/ Ausblick zur Politik für Behinderte

07.Februar 2009(NMS/HL-Red.). Sozialministerin Dr. Gitta Trauernicht und Sozialstaatsekretär Dr. Hellmut Körner haben heute anlässlich der Teilnahme an der "Zukunftswerkstatt Neumünster" eine Zwischenbilanz und Ausblick zur Politik für Menschen mit Behinderungen in Schleswig-Holstein vorgestellt: "Die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen ist im Umbruch. Sie wandelt sich von der reinen Fürsorge hin zur Stärkung des Einzelnen. Eine individuelle Lebensführung unter Einbeziehung des sozialen Umfelds steht dabei im Mittelpunkt", so Dr. Gitta Trauernicht.




Sozialministerin Dr. Gitta Trauernicht


"Unsere Leitorientierung Inklusion und der vor zwei Jahren in Schleswig-Holstein in Gang gesetzte Veränderungsprozess zeigen, wie die vor wenigen Wochen von Deutschland ratifizierte UN-Konvention über Rechte von Menschen mit Behinderung praktisch umgesetzt werden können. Diesen Prozess werden wir weiterführen", ergänzte Körner.

Beispiele, die den Wandel verdeutlichen:

* Neue Nachbarschaften: Viele Menschen mit Behinderungen wohnen traditionell in einer betreuten Wohneinrichtung, in der ausschließlich Menschen mit Behinderungen leben. Zu diesen bewährten Wohnformen kommen jetzt neue hinzu: In der Werk- und Betreuungsgemeinschaft Kiel beispielsweise haben Menschen mit Behinderungen, ihre Freunde und Angehörigen sowie Fürsprecher selbständig und gemeinsam ein Wohnprojekt entwickelt. Es eröffnet für bis zu 30 junge Menschen mit Behinderung verschiedene Wahlmöglichkeiten des Wohnens in herkömmlichen Mietwohnungen oder in Wohngemeinschaften. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zu einem besseren Zusammenleben von Menschen mit und ohne Behinderung im Sozialraum.

* Neue Arbeitsplätze: Ein großer Teil aller Menschen mit Behinderungen arbeitet bisher in Werkstätten, gemeinsam mit anderen Menschen mit Behinderungen. Jetzt werden ergänzend neue Arbeitsplätze angeboten, wo Menschen mit und ohne Behinderung in herkömmlichen Unternehmen zusammenarbeiten: Die Stiftung Drachensee in Kiel schafft beispielsweise Arbeitsplätze in Kiel und Umgebung in Kindertageseinrichtungen, Behörden, oder einer Reitanlage, in denen Menschen mit Behinderungen individuell je nach Fähigkeiten, Neigungen und Interessen ihren Wunschberuf ausüben können.

* Neue Wege im Sozialraum: Neumünster gehört bei der Verwirklichung des Inklusionsgedankens zu den Vorreitern. Gemeinsam mit dem Landesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte Schleswig-Holstein e.V. arbeiten Beteiligte daran, Barrieren abzubauen - bauliche und soziale. Zu den umgesetzten Maßnahmen gehören Umbauten an Gebäuden ebenso wie Veranstaltungen, die die Gemeinschaft von Menschen mit und ohne Behinderungen stärken. So wurde beispielsweise 2008 ein Sportfest mit 4500 Besuchern unter dem Slogan "Sport spricht für alle eine Sprache" organisiert, um Unsicherheiten und Hemmschwellen im Umgang miteinander abzubauen.

In Schleswig-Holstein leben etwa 25.000 Menschen mit Behinderung, die Leistungen der Eingliederungshilfe nach dem Sozialgesetzbuch erhalten:
* 2.500 Kinder erhalten heilpädagogische und medizinisch-therapeutische Leistungen in über 50 Frühförderstellen
* 2.500 Kinder werden in 200 integrativen Kindergärten betreut
* 5.000 Erwachsene erhalten ambulante Leistungen
* in mehr als 450 stationären Einrichtungen leben 15.000 Erwachsene.
In diesem Dienstleistungsbereich sind im Land mehr als 20.000 Menschen beschäftigt.

Für die Ausweitung der ambulanten Leistungen für Menschen mit Behinderungen, die Teilhabeplanung und die Koordinierung der Leistungen konnten die Kommunen 150 zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einstellen. Insgesamt hat das Land für diese Leistungen rund 80 Millionen Euro für 2009/2010 bereitgestellt. "Der Ausbau der Teilhabeplanung ist ein Meilenstein auf dem Weg hin zu einfacher Unterstützung. Dadurch erhalten viele Menschen mit Behinderungen ihre Hilfen aus einer Hand", so Körner. Für die Ansprüche der Menschen mit Behinderung nach dem Sozialgesetzbuch XII stellt das Land den Kommunen 2009 insgesamt rund 580 Millionen Euro zur Verfügung. "Ich bin froh, dass wir den Menschen mit Behinderung, ihren Familien und den Einrichtungen und Diensten im Land damit ein verlässliches Signal für die Zukunft geben können. Wir sind eine Gesellschaft", sagte Trauernicht abschließend.

Den Zwischenbericht zur Politik für Menschen mit Behinderungen finden Sie unter www.sozialministerium.schleswig-holstein.de, und unter www.alle-inklusive.de

Quelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Familie, Jugend und Senioren/HS-Kulturkorrespondenz

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