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Lübecker BUNT: Kein kommunales Futter für Flug-Heuschrecken

05. Februar 2009 (Lübeck). Nicht alle glauben an oder wollen den Lübecker Flughafen. Lesen Sie, was die Bürgervereinigung "Lübecker BUNT" dazu meint: "Lübecker BUNT glaubt nicht an einen wirtschaftlichen Erfolg des Flughafens in Blankensee - Ausstieg und Umwandlung müssen jetzt kommen: Die unabhängige Bürgervereinigung Lübecker BUNT glaubt nicht an einen wirtschaftlichen Erfolg des Lübecker Flughafens Blankensee. „Das ganze ist ein Desaster und entwickelt sich zusehends zum Albtraum für die Hansestadt“, sagt BUNT-Vorsitzende Dr. Hildegund Stamm. Jetzt sei es an der Zeit, den Ausstieg aus dem Traum vom Flughafendrehkreuz zu planen und realistische und zukunftsfähige Verwendungen für das Areal zu finden.

„Wir sind nicht prinzipiell gegen das Fliegen“, sagt Stamm. „Wir alle reisen und finden es nicht richtig, etwa deshalb gegen einen Flughafen zu sein, weil er direkt vor unserer Haustüre liegt und wir Lärm und Abgase lieber weit entfernt wohnenden Bürgern zumuten wollen.“

Nüchtern betrachtet sei klar, dass Lübeck-Blankensee auf ewig ein Subventionsloch bleiben werde und vor allem städtisches Geld verbrenne - ohne Aussicht auf Besserung. Daran ändere auch die Hoffnung nichts, das Land mit in das auf Grund gelaufene Boot holen zu können. „Wir halten es für unverantwortlich, öffentliches Geld für den Flughafen einzusetzen - egal aus welchen Töpfen es kommt. Denn es handelt sich immer um Steuermillionen der Bürger und um nichts anderes“, sagt die Bürgerschaftsabgeordnete.

Das Gerede vom einzigen Flughafen Schleswig-Holsteins gehe ihr auf die Nerven. „Unser Land hat bereits einen internationalen Flughafen. Und das ist Hamburg“. Nur hier seien genügend Fluglinien und Flugziele zu finden, die von der Wirtschaft benötigt würden. Dort bestehe ein gut ausgebauter, bestens vernetzter Flughafen, der große Kapazitäten frei habe. Die Problematik von Blankensee liege darin, dass hier auf ein sich niemals rechnendes Konzept eines Low-Cost-Airports gesetzt werde.

Dazu passe auch die Meldung vom heutigen Tage, dass der potenteste deutsche Flughafenbetreiber, die Fraport AG Frankfurt, ihren 65-prozentigen Anteil an der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH gerade an das Land Rheinland-Pfalz verschenkt habe. „Herzlichen Glückwunsch, kann man da nur sagen!“
Mit dem Ausstieg habe Fraport einen Verlustbringer beseitigt und zum Ausdruck gebracht, dass mit Billigfliegern auch langfristig keine Gewinne für seriöse Flughafenbetreiber zu erwarten seien. „Das sollten wir auch in Lübeck endlich zur Kenntnis nehmen!“, so Stamm.

Dem zu erwartenden Verlust von mindestens 23 Millionen Euro, der Lübeck jetzt wegen des waghalsigen und unverantwortlichen Vorgehens von Bürgermeister Saxe ins Haus stehe, dürfe keinesfalls weiteres öffentliches Geld hintergeworfen werden.

Betrachte man den Flughafen Hahn genauer, so erkenne man, wohin Lübeck komme, wenn nicht jetzt das Ruder herumgeworfen werde. Trotz perfekten Ausbaus in Hahn, einer Start- und Landebahn von 3,8 Kilometern Länge (Lübeck: 1,8 km), mehr als 50 Linienverbindungen, zusätzlichen Nacht- und Frachtflügen sowie rund vier Millionen Passagieren im Jahr, machen die Betreiber seit Jahren Verluste. Grund: Großkunde Ryanair - trotz zahlreicher „Gratis-Flugtickets“ eine der profitabelsten Fluggesellschaften Europas - erpresst den Flughafen, verhindert nötige Einnahmen und benimmt sich wie eine Heuschrecke, die nach Kahlfrass fett davonfliegen wird.

„Die gebetsmühlenartig wiederholte Behauptung unserer Stadtspitze, der Durchbruch in Lübeck stehe unmittelbar bevor, ist reine Phantasie und Wunschdenken“, sagt Stamm. „Blankensee wird niemals Geld verdienen, selbst wenn die seit Jahren rückläufigen Passagierzahlen wieder steigen sollten.“

Und: Der Flughafen schaffe auch kaum Arbeitsplätze. 5300 Jobs solle Lübecks Flughafen nach Angaben von Herrn Saxe bald bringen. Bislang sind es nur 140, darunter viele von Behördenangestellten (Zoll und Bundespolizei) und etliche Minilohnjobs. „Und dafür geben wir Millionen aus? Da wäre es bedeutend billiger, rund um die Uhr jeden Fluggast kostenlos nach Hamburg befördern zum lassen“, schlägt Stamm vor."

Quelle: Lübecker BUNT

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