Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Arbeit Wirtschaft H'werk Politik

1,5 Millionen Euro für Fischartenschutz in Schleswig-Holstein

29. Dezember 2011 (Altmühlendorf/HL-Red-RB) Weihnachtliche "Bescherung" für den Fischartenschutz zwischen Nord- und Ostsee: Fischereiministerin Dr. Juliane Rumpf hat wenige Tage vor Weihnachten dem Landessportfischerverband sowie dem Verband der Binnenfischer und Teichwirte in der Fischbrutanstalt Altmühlendorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) Förderbescheide über insgesamt 1,5 Millionen Euro übergeben, die die Arbeit für die kommenden vier Jahre sichern. "Wir werden den Fischen noch viele Jahre quasi unter die Flossen greifen müssen, um Defizite in unseren Gewässern auszugleichen. Nur so lassen sich im Moment stabile Bestände von Forellen und anderen Arten erhalten", erläuterte Frau Rumpf. Das Ziel bleibe jedoch ein intakter Zustand in allen Bächen und Flüssen in der Zukunft, um dann auf Besatzmaßnahmen verzichten zu können.
In Schleswig-Holstein werden seit schon rund 30 Jahren erhebliche Summen aufgewendet, um Forellen, Aale, Große Maränen und andere in ihrem Bestand gefährdete Fischarten zu stützen. Die jetzt geförderten Maßnahmen sind vor allem auf Forellen (ca. 760.000 Euro) und Aale (ca. 792.000 Euro) ausgerichtet. Die Mittel, die den Gewässern bzw. Fischen in vollem Umfang zugutekommen, stammen aus der Fischereiabgabe, Angler und Fischer haben sie also selbst eingezahlt.
Bei der Übergabe der Förderbescheide informierte sich die Fischereiministerin über die künstliche Erbrütung von Forelle & Co. "Die ehrenamtlichen Leistungen, die die vielen Angler vor Ort im Zusammenhang mit dem Laichfischfang und dem Aussetzen der kleinen Fischbrütlinge erbringen, sind wirklich beeindruckend", lobte sie deren Einsatz. Juliane Rumpf dankte allen Anglerinnen und Anglern sowie Fischern für die geleistete Arbeit und bat darum nicht locker zu lassen, wenn es um die Bestandsstützung der Forellen und anderer Fischarten gehe.

Zum Hintergrund: Ursprünglich waren alle gefällereichen Fließgewässer Schleswig-Holsteins mit Bach- und Meerforellen besiedelt. Durch Ausbaumaßnahmen, wie Begradigung, Einbau von Absturzbauwerken, Veränderungen am Gewässerumfeld und massive Sedimenteinträge, sind ehemals vorhandene Laichplätze der Fische entweder völlig verschwunden, in einem schlechten Zustand oder durch versperrte Wanderwege nicht erreichbar. Das führt dazu, dass natürliche Vermehrungszyklen der Fische unterbrochen sind. Durch künstliche Erbrütung und Besatz mit Jungfischen kann die im Freiland ausbleibende Fortpflanzung ausgeglichen werden.
Parallel wird daran gearbeitet, durch Renaturierung der Gewässer und Rückbau von Wanderhindernissen die Natur wieder in einen Zustand zu versetzen, um stabile Fischbestände hervorzubringen. Die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie hat dabei erhebliche Fortschritte gebracht. Inzwischen können sich die Meerforellen wieder in wenigen Bächen ohne menschliches Zutun vermehren.

In den letzten Jahren haben die Bestände des Aals ebenfalls deutlich abgenommen, so dass verstärkte Besatzanstrengungen erforderlich sind, um Aale in heimischen Gewässern zu erhalten. Die Gründe für den Rückgang sind weitgehend ungeklärt. Wissenschaftler vermuten ein Zusammenspiel aus vielen Einzelfaktoren, wie Lebensraumverluste, zu hohe Verluste durch Wasserkraftwerke, Fisch fressende Vögel und ggf. auch der Fischerei sowie klimatische Veränderungen, die wiederum Einfluss auf die Wanderung und Vermehrung der Aale im Atlantik haben können. Solange die genauen Ursachen des Rückgangs unklar sind, können nur vorsorgliche Maßnahmen getroffen werden. Aalbesatz ist eine dieser Optionen.

Das Programm "Fischartenhilfsmaßnahmen" wird vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) fachlich begleitet und finanziell umgesetzt. Für weitere Detailinformationen wenden Sie sich bitte an die Abteilung Fischerei des LLUR (Tel. 04347 - 704 311).


Quelle:
Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume
www.schleswig-holstein.de

Impressum