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Fachkräftemangel: Vor allem Hochqualifizierte fehlen

08. Dezember 2011 (HL-Red-RB) Logistik, Gastgewerbe, Medizintechnik und Gesundheit – diese Branchen trifft der Fachkräftemangel in den kommenden Jahren besonders stark. „Aber die Wirtschaft im HanseBelt ist darauf vorbereitet und hat Strategien zur Gewinnung von Talenten.“ Dieses Fazit zog Christoph Andreas Leicht, Präses der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck auf dem dritten Kongress Fach- und Führungskräfte für den HanseBelt. Eine von der IHK in Auftrag gegebene Prognos-Studie belege eindeutig, dass die Wirtschaft wirksame und auf Langfristigkeit ausgelegte Lösungen für den Wettbewerb um Fachkräfte entwickeln muss. Bis 2030 könnten den Betrieben in der Region bis zu 21.500 vor allem hoch qualifizierte Mitarbeiter fehlen.

„Die Analyse zeigt auch, dass wir am Beginn des Fachkräftemangels stehen, in vielen Branchen ist er bereits stark ausgeprägt“, so Leicht. „Wir müssen handeln, um unsere Unternehmen sicher in die Zukunft zu führen. Mit unserer Fach- und Führungskräfte-Initiative für den HanseBelt haben wir bereits den richtigen Weg eingeschlagen. Viele Unternehmen in der Region haben ihre Personalpolitik den Herausforderungen durch den demografischen Wandel angepasst.“

„Das Thema Fach- und Führungskräfte nimmt einen ähnlich hohen Stellenwert für die Entwicklung unserer Wirtschaft im HanseBelt ein wie die Fehmarnbelt-Querung als Infrastrukturprojekt“, sagte Dr. Tamara Zieschang, Staatssekretärin im Ministerium für Wissenschaft, Wirtschaft und Verkehr des Landes Schleswig-Holstein. „Wer als Betrieb oder Region hier gut aufgestellt ist, kann entscheidende Wettbewerbsvorteile erzielen. Ich gratuliere zur gelungenen Gemeinschaftsaktion im Rahmen der HanseBelt Initiative.“

Kritisch könnte die Lage in der Medizintechnik, der Logistik und im Gastgewerbe werden, sagte Peter Kaiser, Senior Projektleiter der Prognos AG, vor rund 100 Zuhörern im Lübecker Mövenpick Hotel. „Auffällig ist, dass der Bedarf an Hochqualifizierten im Tourismus und in der Gastronomie bis 2030 um 600 Prozent ansteigt. Andererseits wird die Nachfrage nach Geringqualifizierten im Laufe der kommenden Jahrzehnte abnehmen.“ Ähnlich ist es in der Medizintechnik, die auf gut qualifizierte Mitarbeiter angewiesen ist.

Großes Wachstumspotenzial liegt der Studie zufolge in der Logistik. Die prognostizierte Steigerung der Nachfrage liegt bei 5.300 Mitarbeitern – rund 24 Prozent mehr als heute und 6,7 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Auch in der Gesundheitsbranche könnten Fachkräfte zur Mangelware werden, denn der Bedarf wird bis 2030 um 31 Prozent oder 11.800 Frauen und Männer steigen. Auch diese Branche wachse wesentlich stärker als in anderen Bundesländern. Der Durchschnitt liegt bei 9,4 Prozent. Kaiser zog das Fazit: „Die Nachfrage nach sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wird in den kommenden 20 Jahren um etwa 15,5 Prozent zurückgehen. Zugleich steigt aber der Bedarf an Hochqualifizierten.“

Sorgen bereitet IHK-Hauptgeschäftsführer Matthias Schulz-Kleinfeldt der Nachfrageboom nach gut ausgebildeten Akademikern im Gastgewerbe. „Wir müssen zügig Konzepte erarbeiten, mit denen wir Kapazitäten schaffen, um diese Fachkräfte hier in der Region zu entwickeln.“ Entscheidend sei es, alle Kräfte zu bündeln. In der von der IHK ins Leben gerufenen Fach- und Führungskräfte-Initiative hätten sich Unternehmen und Institutionen im HanseBelt zusammengeschlossen, um Lösungen im Wettbewerb um Fachkräfte zu erarbeiten und zu realisieren. Schulz-Kleinfeldt: „Das ist ein wichtiges Signal für die Wirtschaft in der Region, denn die Betriebe wissen, dass sie nicht allein sind, sondern das Know-how unseres Kompetenz-Netzwerkes nutzen können.“

Die 2009 gestartete Initiative sei mittlerweile eine wichtige Institution im Wettbewerb um kluge Köpfe geworden, betonte der Hauptgeschäftsführer. „Es ist daher an der Zeit, dass eine Persönlichkeit diese Initiative in der Öffentlichkeit repräsentiert und wir haben Gülten Bockholdt von der Bockholdt-Gebäudedienste KG, Lübeck, als Sprecherin gewinnen können. Sie ist ein Vorbild im Kampf gegen den Fachkräftemangel. Mit ihrer Personalpolitik versucht Gülten Bockholdt im eigenen Unternehmen die Ziele unserer Initiative zu erreichen.“

Mehr Neuigkeiten finden Sie im Newsroom der IHK zu Lübeck: www.ihk-schleswig-holstein.de/newsroom-ihkluebeck.


Quelle:
Industrie- und Handelskammer zu Lübeck
www.ihk-schleswig-holstein.de

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