Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Arbeit Wirtschaft H'werk Politik

Konjunkturentwicklung SH: Aktuelle Lage besser als Stimmung

27. September 2011 (HL-Red-RB) Konjunkturentwicklung in Schleswig-Holstein im III. Quartal 2011: Aktuelle Lage besser als Stimmung: Die Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage in Schleswig-Holstein machen deutlich, dass die Schuldenkrise im Euroraum nicht ohne Auswirkungen auf die Realwirtschaft bleibt und auch vor Schleswig-Holstein nicht halt macht.

Im dritten Quartal 2011 hat sich der Konjunkturklimaindex, der einen Wert
zwischen 0 und 200 annehmen kann, im Vergleich zum Vorquartal von 128 auf
118 Punkte verschlechtert. Damit wurde auch der entsprechende Vorjahreswert
von 121 Punkten unterschritten.
Dabei sind die Einschätzungen der aktuellen Geschäftslage weiterhin
deutlich positiv: 44,4 % der befragten Unternehmen beurteilen ihre
Geschäftslage als gut, 45,0 % als befriedigend und nur 10,6 % als schlecht
(Vorquartal 45,1 %; 46,3 %; 8,6 %). Dies ergab die von der IHK
Schleswig-Holstein durchgeführte repräsentative Konjunkturumfrage bei rund
2000 Unternehmen. Dazu erklärte Christoph Andreas Leicht, Präsident der IHK
Schleswig-Holstein: „Trotz leicht abgeschwächter Exportnachfrage sind die
Auftragsbücher weiterhin überwiegend gut gefüllt. Dass sich die
Schuldenkrise in der südlichen Eurozone inzwischen auf das Stimmungsbild
der Unternehmen negativ auswirkt, wird an der starken Diskrepanz zwischen
der Beurteilung der gegenwärtigen und der erwarteten zukünftigen
Geschäftslage deutlich. Während die ganz überwiegende Zahl der Unternehmen
die aktuelle Geschäftsentwicklung mit gut oder befriedigend beurteilt,
werden die Zukunftsperspektiven jetzt deutlich zurückhaltender bewertet als
in den Vorquartalen.“

Zu den einzelnen Branchen:
Bedingt durch die leicht abgeschwächte Exportentwicklung ist der
Konjunkturklimaindex in der Industrie zwar leicht gesunken, liegt aber über
dem Vorjahresniveau und deutlich höher als in den meisten anderen
Wirtschaftszweigen. Erfreulich robust ist weiterhin die Baukonjunktur. Auch
im Einzelhandel fällt die Kluft zwischen guter aktueller Geschäftslage und
der eher pessimistischen Beurteilung der zukünftigen Geschäftsentwicklung
ins Auge. Die deutlichsten Stimmungsverschlechterungen melden der
Großhandel und das Verkehrsgewerbe mit einem Rückgang des Indikators um 24
bzw. 22 Punkte. Unbeeindruckt von Spekulationen über ein mögliches
Wiederaufleben der Finanzkrise ist die Stimmung im schleswig-holsteinischen
Kreditgewerbe weiterhin gut. Die Dienstleistungswirtschaft erweist sich
trotz leicht eingetrübter Zukunftsaussichten als Konjunkturstabilisator.

Insgesamt spürbar gesunken sind im Vergleich zum Vorquartal die Aussichten
für die Konjunkturentwicklung im weiteren Jahresverlauf. 22,4 % der
Unternehmen erwarten eine Verbesserung ihrer Situation, 59,4 % eine
gleichbleibende und 18,2 % eine schlechtere Lage (Vorquartal 31,2 %; 58,1
%; 10,7 %). Dazu Christoph Andreas Leicht: „Trotz der Stimmungseintrübung
bleibt festzuhalten, das die positiven Zukunftseinschätzungen die negativen
weiterhin überwiegen.“ Allerdings agieren die Unternehmen in ihren
Zukunftsplanungen wieder vorsichtiger, was beispielsweise in den weiterhin
positiven Beschäftigungsplänen der Unternehmen deutlich wird. Das
Beschäftigungswachstum wird sich aber verlangsamen. Auch die
Investitionsneigung hat sich leicht abgeschwächt, bleibt aber deutlich im
positiven Bereich. Das Fazit von Christoph Andreas Leicht: ,,Die
schleswig-holsteinische Wirtschaft verfügt nach wie vor über eine hohe
Wettbewerbsfähigkeit. Das hat sie in der letzten Krise bewiesen. Dass die
Stimmung in der Wirtschaft schlechter ist als die aktuelle Lage, sollte
aber ein deutlicher Hinweis an die Regierungskoalition in Berlin sein, ein
eindeutiges Signal zu setzen, wie sie die gemeinsame europäische Währung
langfristig auf stabile Beine stellen will.“

IHK Schleswig-Holstein
Die IHK Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgemeinschaft der IHKs Flensburg,
Kiel und Lübeck. Die IHK Schleswig-Holstein ist seit 1. Januar 2006 der
zentrale Ansprechpartner für alle Fragestellungen zum Thema Wirtschaft, die
mehr als nur regionale Bedeutung haben. Zu diesen Themen bündelt sie die
Meinung der drei IHKs in Schleswig-Holstein, so dass diese gegenüber
Politik und Verwaltung mit einer Stimme für die Wirtschaft im Lande
sprechen. Die IHK Schleswig-Holstein nimmt die Interessen von 175.000
Unternehmen mit rund 750.000 Arbeitnehmern wahr.


Quelle:
IHK Schleswig-Holstein

Impressum