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Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: Juli 2011

28. Juli 2011 (HL-Red-RB) • Zahl der Stellenangebote wächst weiter: + 9,8 Prozent
• Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiterhin positiv: 16.700 zusätzliche
Arbeitsplätze im Vorjahresvergleich
• Saisonal bedingter Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat
• Aktueller Wert: 102.900 Arbeitslose; 2.700 weniger als im Juli 2010
• Niedrigste Arbeitslosenzahl in einem Juli seit 16 Jahren
• „Insbesondere ältere Arbeitslose können nicht von der sich allgemein erholenden
wirtschaftlichen Lage profitieren.“ (Friedhelm Siepe)
„Es ist erfreulich, dass sich die Nachfrage nach Arbeitskräften in Schleswig-Holstein auch
im Juli fortsetzt“, sagte Friedhelm Siepe, Geschäftsführungsmitglied der Regionaldirektion
Nord der Bundesagentur für Arbeit, heute (28. Juli 2011) in Kiel. „37.800
sozialversicherungspflichtige Stellen wurden den gemeinsamen Arbeitgeberservice-
Teams* der sieben Arbeitsagenturen und der Jobcenter seit Jahresbeginn gemeldet. Das
sind 3.400 oder 9,8 Prozent mehr als im Vorjahr.“
Allerdings falle der prozentuale Stellenzuwachs im Vorjahresvergleich deutlich niedriger
aus als in den Vormonaten. Eine ähnliche Entwicklung sei auch bei den
sozialversicherungspflichtig Beschäftigten zu beobachten.
„Zwar ist deren Zahl – es liegen die Mai-Werte vor - im Vorjahresvergleich um 16.700 oder
2,0 Prozent von 822.700 auf 839.400 gestiegen, dennoch liegt der Zuwachs deutlich unter
dem Durchschnittswert aller westdeutschen Bundesländer von 2,7 Prozent.“
„Diese unterdurchschnittliche Entwicklung“ fährt Siepe fort „hat verschiedene Ursachen.
Zum einen sind die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in Schleswig-Holstein erheblich
schwächer gewesen als in anderen Bundesländern. Deshalb sind im Umkehrschluss die
Wachstumsraten auch entsprechend geringer. Außerdem ist Schleswig-Holstein ein von
vorrangig kleinen und mittelständischen Unternehmen geprägtes Land. Die
Exportwirtschaft spielt daher keine so große Rolle wie beispielsweise in den südlichen
Bundesländern. Dem entsprechend profitiert Schleswig-Holstein weniger von einer
steigenden Nachfrage nach deutschen Produkten aus dem Ausland.“
Zusätzliche Beschäftigungsverhältnisse sind vor allem bei den wirtschaftlichen Dienstleistungen
(+5.300), im Gesundheits- und Sozialwesen (+4.300) sowie im Handel (+3.400)
entstanden. Lediglich bei den Dienstleistungen für private Haushalte (-1.300) und im
Bereich der öffentlichen Verwaltung (-500) sind Rückgänge zu verzeichnen.
Das Plus bei den offenen Stellen und die gestiegene Zahl sozialversicherungspflichtiger
Beschäftigter gegenüber dem Vorjahr bleiben natürlich nicht ohne Auswirkungen auf die
Höhe der Arbeitslosigkeit.
„Die Arbeitslosigkeit ist im Vorjahresvergleich um 2.700 oder 2,6 Prozent zurück
gegangen. Sie liegt mit 102.900 auf dem niedrigsten Stand in einem Juli seit 16 Jahren“.
Gegenüber dem Vormonat ist sie allerdings um 3.200 oder 3,2 Prozent gestiegen. Das sei
im längerfristigen Vergleich eine durchaus normale Entwicklung: „Ausschlaggebend sind
dafür nicht nur die vermehrten Arbeitslosmeldungen von Jugendlichen, die nach
Abschluss ihrer Ausbildung nicht nahtlos übernommen wurden. Darüber hinaus stellen die
Betriebe während der Ferienzeit weniger neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein“,
erläutert Siepe.
Die aktuelle Arbeitslosenquote liegt mit einem Wert von 7,2 Prozent geringfügig unter dem
Juli-Wert des Vorjahres von 7,4 Prozent.
„Schon im August wird die Zahl der Arbeitslosen - wie in jedem Jahr - zurückgehen. Ich
rechne daher damit, dass wir in Schleswig-Holstein bereits im September wieder die
100.000 unterschreiten“, so Siepe.
Anschließend ging Siepe auf die Personengruppen am Arbeitsmarkt ein: „Während die
Entwicklung bei den jüngeren Arbeitslosen im Juli mit einem Anstieg zum Vormonat und
einem Absinken der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr einen normalen Verlauf
genommen hat, bereitet mir die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei den
schwerbehinderten Menschen und insbesondere bei den Älteren Sorge“. In beiden
Personengruppen gäbe es einen deutlich überproportionalen Anstieg der Arbeitslosigkeit.
Bei den schwerbehinderten Menschen ist ein Anstieg von 8,2 Prozent gegenüber dem
Vorjahr zu verzeichnen. „Geben Sie diesen Arbeitslosen, die häufig besonders motiviert
sind, eine Chance! Die Arbeitgeberservices der Arbeitsagenturen und Jobcenter
informieren Sie gern über Fördermöglichkeiten,*“ appellierte Siepe an die Betriebe.
Bei den Arbeitslosen über 50 Jahre beträgt der Anstieg gegenüber dem Vorjahr 1.400 oder
5,1 Prozent. 27,8 Prozent aller Arbeitslosen zählen zu dieser Personengruppe. „Vor der
Wirtschaftskrise – im Juli 2008 – lag der Anteil aller Arbeitslosen über 50 Jahre bei 23,8
Prozent. Das zeigt zweierlei: Zum einen können ältere Arbeitslose nicht von der sich
allgemein erholenden wirtschaftlichen Lage profitieren. Des Weiteren wirkt sich auch der
demographische Faktor aus. Es gibt immer mehr ältere Arbeitnehmer. Somit steigt auch im
Falle von Entlassungen deren Anteil. Das ist eine Entwicklung, die wir uns in Schleswig-
Holstein langfristig nicht werden leisten können. Denn gerade das Know-How älterer
Arbeitnehmer wird benötigt, um den wirtschaftlichen Aufschwung zu tragen“, fährt Siepe
fort.

Kurz-Info: Entwicklung in den Kreisen und Städten
Die günstigste Entwicklung unter den Kreisen verzeichnet Stormarn mit einer
Arbeitslosenquote von 4,2 Prozent. Die höchste Arbeitslosenquote unter den Kreisen hat
Schleswig-Flensburg mit 8,4 Prozent.
Unter den Städten hat Lübeck mit 11,2 Prozent die niedrigste und Flensburg mit 11,8
Prozent die höchste Arbeitslosenquote.
*Beim Arbeitgeberservice der regionalen Arbeitsagenturen und Jobcenter können freie Ausbildungs- und Arbeitsplätze unter
der bundesweiten Service-Nummer für Arbeitgeber - 01801-66 44 66 - gemeldet werden. Festnetzpreis 3,9 ct/min; Mobilfunkpreise
höchstens 42 ct/min.


www.arbeitsagentur.de

Quelle:
Bundesagentur für Arbeit
Regionaldirektion Nord

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