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Kein Massenandrang von Arbeitskräften aus "Ost&Co" zu erwarten

03. Mai 2011 (HL-Red-RB) EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit: IHK erwartet keinen Massenandrang von Arbeitskräften aus Mittel- und Osteuropa: Arbeitnehmer aus Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowenien, Ungarn, Tschechien und der Slowakei können sich mit Beginn dieser Woche auch auf den Arbeitsmärkten Österreichs und Deutschlands frei bewegen. Die IHK Schleswig-Holstein rechnet zwar mit einem erhöhten Arbeitsangebot, erwartet für das nördlichste Bundesland aber keinen großen Schub ausländischer Arbeitskräfte aus Mittel- und Osteuropa.

„Bereits seit 2004 haben beispielsweise viele Polen ihr Land verlassen, um
in Schweden oder Großbritannien eine neue berufliche Heimat zu finden.
Diese Menschen kehren nun nicht einfach um, nur weil wir unsere Regeln auf
dem Arbeitsmarkt mit denen der EU-Nachbarn harmonisiert haben“, so Werner
Koopmann, Federführer International der IHK Schleswig-Holstein.

Überdies, so Koopmann weiter, habe es auch in den vergangenen Jahren
zahlreiche Möglichkeiten einer Arbeitsaufnahme in Deutschland für
Angehörige der jungen EU-Staaten gegeben, sei es als selbständiger
Dienstleister, als Saisonkraft in Gastronomie und Landwirtschaft oder im
Rahmen bestehender Werkvertragsübereinkommen. Auch hätten gefragte
Dienstleister, zum Beispiel in den Pflegeberufen, erkannt, dass auch andere
europäische Nachbarn attraktive Konditionen bieten.

Die IHK Schleswig-Holstein begreift die Öffnung der Arbeitsmärkte als
Chance für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein. „Mit Geschick und
etwas Glück können die Betriebe den einen oder anderen Facharbeitsplatz nun
mit qualifizierten Bewerbern aus Mittel- und Osteuropa besetzen – und damit
betriebliches wie regionales Wachstum ermöglichen, was auch die
Sozialkassen füllt. Mit dieser Auffassung weisen wir ausdrücklich die
Schreckensszenarien zurück, die in den letzten Tagen vor den Feiern zum
1.Mai von einigen Medien gezeichnet wurden.“

Richtig sei vielmehr, so Koopmann, dass zahlreiche Bestimmungen des
deutschen Arbeits- und Tarifrechts, darunter nicht zuletzt solche bezüglich
des Entgeltes und des Urlaubsanspruchs, über das Arbeitnehmerentsendegesetz
auf Basis von Tarifverträgen oder Rechtsverordnungen selbstverständlich
auch für Arbeitskräfte mit anderen Pässen gelten, unter anderem für das
Bauhauptgewerbe, Elektrohandwerke, die Pflegebranche oder
Gebäudereinigungsleistungen.

„Die neue Freizügigkeit regelt die Zuwanderung in den Arbeitsmarkt, nicht
den Weg in die Sozialsysteme, die den Fachkräften aus den Nachbarstaaten
auf Jahre hin verschlossen bleiben“. Die IHK ruft die Fachkräfte suchenden
Unternehmen im Land auf, sich aktiv mit den Chancen der
EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit auseinander zu setzen, um damit weiteres
Wachstum in Schleswig-Holstein zu ermöglichen.

IHK Schleswig-Holstein
Die IHK Schleswig-Holstein ist die Arbeitsgemeinschaft der IHKs Flensburg,
Kiel und Lübeck. Die IHK Schleswig-Holstein ist seit 1. Januar 2006 der
zentrale Ansprechpartner für alle Fragestellungen zum Thema Wirtschaft, die
mehr als nur regionale Bedeutung haben. Zu diesen Themen bündelt sie die
Meinung der drei IHKs in Schleswig-Holstein, so dass diese gegenüber
Politik und Verwaltung mit einer Stimme für die Wirtschaft im Lande
sprechen. Die IHK Schleswig-Holstein nimmt die Interessen von 175.000
Unternehmen mit rund 750.000 Arbeitnehmern wahr.

Quelle:
IHK Schleswig-Holstein


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