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Die FDP-Fraktion zur rot-rot-grünen Lübecker Atompolitik

18. April 2011 (HL-Red-RB) Die FDP Lübeck übermittelte folgenden Beitrag ihres Fraktionsvorsitzenden Thomas Rathcke: "In der letzten Bürgerschaftssitzung wurde durch rot-rot-grün eine Resolution zur Atompolitik verabschiedet. Unbestritten ist die Erkenntnis, dass die bisherige Atompolitik auf Bundesebene nach den fürchterlichen Ereignissen in Japan und das damit verbundene Leid, Auswirkung auf die Sehensweise mit dieser Form der Energierzeugung hat.

Jedoch rät die FDP - Fraktion hier zu mehr Sachlichkeit.
Die sofortige Abschaltung aller deutschen Atomkraftwerke würde technisch, wirtschaftlich und auch sozial große Fragen aufwerfen, bzw. ist gar nicht möglich!
Während man Verträge mit den Energiekonzernen mit großen Summen von Steuergeldern vielleicht noch auflösen könnte, ist die technische Machbarkeit schon komplizierter.
Wie soll denn der Grundbedarf gedeckt werden?
Ca. 24 % des Strombedarfes in Deutschland kommt aus Atomkraftwerken.
Die Stromwirtschaft ist europaweit vernetzt.
Wenn hier in Deutschland theoretisch alle Atomkraftwerke abgeschaltet würden, kommt der, in Deutschland nach wie vor benötigte Strom, aus Frankreich oder anderen atomfreundlichen Ländern!
Oder mit höheren Kosten aus ökologischen Anlagen, z. B. Wasserkraftwerke in Norwegen oder Österreich.
Falls die Stromnetze dieses kurzfristig überhaupt auffangen könnten!
Das Leistungsnetz in Deutschland ist heute schon nicht in der Lage, ökologisch erzeugten Strom ohne Beschränkung aufzunehmen.
Zudem schaltet man ein Atomkraftwerk nicht wie eine Herdplatte ab. Nachlaufzeiten von Atomkraftwerken und die Entsorgung der Brennstäbe stellen ein erneutes Problem da. 
Zudem wird der Ausstieg uns viel Geld kosten:
Die bereits angesprochenen Verträge mit e-on und Co. verschlängen Millionen.
Der dringende Ausbau der Netze kostet Millionen.
Das Errichten von Windkraftanlagen, Biogasanlagen oder Solarparks ist nicht unumstritten und bringt neue Probleme.
Auch das Verbrennen von fossilen Rohstoffen mit entsprechender CO2 Belastung für die Umwelt, die wir ja eigentlich schonen wollen, ist sicherlich nicht fortschrittlich und die Lösung aller atomaren Probleme.
Daher ist die von rot-rot-grün beschlossene Resolution aus unserer Sicht wieder einmal nur Show!
Bei anstehenden Verträgen über den Zukauf von Strommengen sollte daher die Vernunft und nicht die Polemik siegen! 
Sinnvoller wäre es zu überlegen, wie Lübeck z. B. mit den geplanten Windenergieanlagen sich von der Abhängigkeit der Energiekonzernen lösen kann.
Kraftwärmekopplung und die sinnvolle, freiwillige und preiswerte Nutzung von Fernwärme sind hier sicherlich sinnvolle Wege, Vorort das Energieproblem anzugehen.

Wir sollten hier vor Ort unserer eigenen Hausaufgaben machen, als lange Briefe nach Berlin zu schreiben, so der Fraktionsvorsitzende Thomas Rathcke abschließend."
 
 
 

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