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Berufsvorbereitende Qualifizierung unterstützt Lehrstellensuche

11. März 2011 (HL-Red-RB) Die Landtagsabgeordneten Ines Strehlau und Dr. Marret Bohn besuchen Bildungsangebot der Berufsberatung für Jugendliche in Neumünster - „Der Übergang von der Schule in die Berufswelt klappt leider nicht bei jedem Jugendlichen im ersten Versuch. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oftmals sind es die Schulnoten, die einen direkten Einstieg verhindern. Vielen Jugendlichen fehlt aber auch die Eignung, eine Berufsausbildung zu beginnen und dann auch erfolgreich zu Ende zu führen. Für diese jungen Menschen bieten wir berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen an. Sie sollen die Jugendlichen an eine Ausbildung heranführen. Für den Herbst 2011 werden wir in Schleswig-Holstein rund 4.000 Plätze bereit stellen,“ sagte Jürgen Goecke, Chef der Regionaldirektion Nord bei einem Besuch des Diakonischen Werks Altholstein in Neumünster.

Er besuchte die Einrichtung gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten Ines Strehlau und Dr. Marret Bohn, beide Bündnis 90/Die Grünen, sowie Carsten Ludwig, Vorsitzender der Agentur für Arbeit Neumünster. Den Landtagsabgeordneten ging es vor allem darum, Einblicke in das Übergangssystem Schule und Beruf zu erhalten.

Ines Strehlau: „In dem jetzigen Übergangssystem Schule-Beruf gibt es teilweise „Warteschleifen“ und eine Vielzahl an Maßnahmen. Diese Angebote sind für sich gut, aber in den letzten Jahren hat sich ein unübersichtliches Geflecht entwickelt. Wir wollen die handelnde Akteure von Schule über Maßnahmeträger bis zur Wirtschaft zusammen bringen. Dabei müssen zum Beispiel Kammern, Betriebe, Schule, berufliche Schulen und Agentur für Arbeit an einen Tisch, um aus dem Dschungel in diesem Bereich ein System zu entwickeln, das transparenter und zielorientierter wird und den Jugendlichen Maßnahmen als qualifizierende Elemente einer zukünftigen Ausbildung anbietet.“

Dr. Marret Bohn plädiert dafür schon im Kindergartenalter mit einer Förderung von sozialen Kompetenzen zu beginnen, um auf Schule und Ausbildung vorzubereiten: „Wir müssen die präventive Sozialpolitik weiter entwickeln. Ideal wäre der direkte Übergang in eine Ausbildung. Da einige Jugendliche nicht ausbildungsreif sind, ist das jedoch nicht immer möglich. Eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme ist besser als der direkte Weg in Hartz IV. Das heißt schon in den Kindergärten, Schulen und in dem Übergangsbereich Schule-Beruf mehr investieren und die immer wichtiger werdenden sozialen Kompetenzen neben den schulischen Noten fördern und stärken. Es ist auch eine intelligente Wirtschaftsförderung das oft brachliegende vorhandene Potential der jungen Menschen rechtzeitig zu entwickeln.“

Dass die Jugendlichen beim Diakonischen Werk gut auf die Erfordernisse der Berufswelt vorbereitet werden, davon konnten sich die Besucher in den Bereichen Kommunikationstraining, Hauswirtschaft, Kosmetik und Bewerbungstraining am PC überzeugen. Rund Dreiviertel der Teilnehmer beenden die Qualifizierung nach einem Jahr erfolgreich. Mehr als die Hälfte schaffen dann den direkten Sprung in eine betriebliche Ausbildung.

Einen Sprung, der vielleicht bei dem ein oder anderen Jugendlichen schon ein Jahr früher hätte realisiert werden können. Dazu müssten Arbeitgeber bei der Besetzung der Lehrstellen aber flexibler sein. „Jugendliche sind mehr als Schulnoten. Diese sind nur ein Aspekt in der Bandbreite ihrer Persönlichkeit“, richtete Carsten Ludwig, Leiter der Agentur für Arbeit Neumünster, einen Appell an die Personalverantwortlichen der Betriebe.

Diese Persönlichkeit der Jugendlichen soweit zu entwickeln, dass sie zumindest später eine Chance auf einen Ausbildungsplatz erhalten, ist eine der Aufgaben, die das Diakonische Werk als Auftrag von der Agentur für Arbeit übernommen hat. „Wir wollen vorrangig die Jugendlichen auf ihrem Weg in die Ausbildung begleiten. Dabei sind die Stabilisierung ihrer Persönlichkeit und der Zuwachs an Sozialkompetenz das Entscheidende. Wir leisten ganz viel Erziehungsarbeit“, sagte hierzu die Geschäftsbereichsleiterin der Diakonie Altholstein, Christine Hertwig.

Info:

In Schleswig-Holstein werden in diesem Herbst 4.000 Plätze für die Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme bereit gestellt. Auf den Bezirk der Arbeitsagentur Neumünster entfallen davon 650. Etwas weniger als die Hälfte (rund 300) werden in der Stadt Neumünster angeboten.


Bundesagentur für Arbeit
Regionaldirektion Nord
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