Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren. Klicken Sie hier für weitere Informationen.
Hier klicken, um diese Nachricht nicht mehr anzuzeigen.



Agentur für Arbeit Lübeck

Arbeit Wirtschaft H'werk Politik

SPD-Frauentagsveranstaltung in Lübeck mit vollem Haus

08. März 2011 (HL-Red-RB) Auf reges Interesse stieß die sozialdemokratische Veranstaltung zum Internationalen Frauentag in Lübeck, die als „Fraktion vor Ort“ konzipiert war. Die Lübecker Bundestagsabgeordnete Gabriele Hiller-Ohm und ihre Berliner Kollegin Mechthild Rawert hatten zur Diskussion über Lohndiskriminierung und Lohngleichheit ins „Haus der Kulturen“ an der Parade geladen. An der Ausrichtung beteiligte sich tatkräftig auch die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF).

Passend zum historischen Datum hieß das Motto der Veranstaltung: „100 Jahre – 100 Prozent!“. Termin war allerdings bereits der 6. März, und zum Empfang am Sonntagvormittag gehörte ein leckeres Brunch. Rund 50 Gäste, darunter auch einige Männer, brachten die Räumlichkeiten schon an die Grenzen ihrer Kapazität – und sorgten für eine diskussionsfreudige Atmosphäre.

Das eingehende Grußwort sprach der SPD-Kreisvorsitzende Peter Thieß, der sich nicht nur bestens über geschlechtsspezifische Diskriminierung am Arbeitsmarkt informiert zeigte – sondern auch fest entschlossen, dagegen anzukämpfen. Deutschland belege im EU-Vergleich, was die berufliche Gleichstellung zwischen Frauen und Männern angehe, einen unrühmlichen sechstletzten Platz: Dies sei keinesfalls hinzunehmen, es müssten notfalls auch Sanktionen her.

Damit war schon der Tenor für die Vorträge der beiden Bundestagsabgeordneten angeschlagen; zuvor aber referierte die Lübecker AsF-Vorsitzende und Historikerin Dr. Cornelia Östreich über den Hintergrund des Internationalen Frauentages. Anhand von eigenen Erkenntnissen aus Forschung und Unterricht und persönlichen Erfahrungsbeispielen erinnerte sie daran, wie kurz die Zeitspanne der Frauenemanzipation in Deutschland bislang gewesen sei – und wie lang folglich noch der Weg bis zu einer tatsächlichen Gleichstellung der Geschlechter. Bis 1908 durften Frauen keinem Verein als aktives Mitglied angehören, bis 1958 zumindest in Westdeutschland nicht als gleichberechtigte Partnerinnen ihrer Ehemänner auftreten: Da sei es mit „Abwarten und Cappuccinotrinken“ nicht getan, um auch die letzten Ungerechtigkeiten aus dem Weg zu räumen.

Dies konnte Gabriele Hiller-Ohm nur bestätigen und lieferte die Gründe für 23 Prozent Lohnabstand zwischen Männern und Frauen gleich mit. Wie stark Lohndiskriminierung mit gesellschaftlichen Leitbildern zusammenhängt, werde am Beispiel der ehemaligen DDR deutlich. Dort war es selbstverständlich, dass Frauen mit Kindern voll berufstätig waren. Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurde vom Staat gefördert, während in der Bundesrepublik Frauen allenfalls gesellschaftlich als „Zuverdienerinnen“ akzeptiert wurden. Bis heute wirken diese Bilder – der Lohnabstand im Westen Deutschlands beträgt 24 Prozent, im Osten hingegen nur 6 Prozent. Die traditionelle Ideologie „männlicher Ernährer – Familienmutter und Zuverdienerin“ hindere heute immer noch Frauen am beruflichen Einstieg und Fortkommen – erwiesenermaßen auch solche Frauen, die diesem Modell gar nicht entsprechen wollen. Auf ein freiwilliges Umdenken bei den Arbeitgeber/innen wurde allzu lange vergeblich gewartet – jetzt sei es Zeit für aktives Gegensteuern, denn das Grundgesetz verpflichtet zur Gleichstellung.

Mechthild Rawert erläuterte dann die einzelnen Punkte des Gesetzes zur Durchsetzung der Entgeltgleichheit, das es in der nächsten Legislatur mit einer SPD-geführten Bundesregierung geben werde. Vor allem zu den geplanten Sanktionen gegen säumige Arbeitgeber-/innen gab es interessierte, aber auch kritische Nachfragen. Im Anschluss entspann sich eine lebhafte Diskussion, in der die unterschiedlichen Erfahrungen von Frauen in West- und Ostdeutschland, auch Frauen aus anderen Staaten und Kulturkreisen, zur Sprache kamen. Da war das „offizielle“ Veranstaltungsende schon lange überschritten, aber Hiller-Ohm und AsF versprachen eine baldige Neuauflage, um den Meinungsaustausch unter den Lübecker Frauen nicht abreißen zu lassen.

Foto (Büro Hiller-Ohm): Dr. Cornelia Östreich (AsF), Gabriele Hiller-Ohm, MdB und Mechthild Rawert, MdB (alle SPD),

Quelle:
Gabriele Hiller-Ohm, MdB | SPD-Bundestagsfraktion
Mitglied im Ausschuss für Arbeit und Soziales
Mitglied im Ausschuss für Tourismus
www.hiller-ohm.de

Impressum