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Agentur für Arbeit Lübeck

Arbeit Wirtschaft H'werk Politik

Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: August 2010

10. September 2010 (HL-Red-RB) Nach den "Zahlen" der Agentur für Arbeit Lübeck der Gesamtüberblick SH: Leichter Rückgang der Arbeitslosigkeit: - 400 im Vergleich zum Vormonat Juli • Aktueller Stand: 105.400 Arbeitslose • Vorjahresvergleich positiv: 6.900 Arbeitslose weniger als im August 2009 • Arbeitslosenquote liegt bei 7,4 Prozent; niedrigster August-Wert seit 1993 • Deutliches Plus bei den offenen Stellen: + 22,5 Prozent im Vorjahresvergleich • Ältere können noch nicht von der positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt
profitieren • Goecke appelliert an Arbeitgeber „Nutzen Sie alle Potenziale, stellen Sie auch ältere Arbeitnehmer ein.“

In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Arbeitslosen im August gegenüber dem Vormonat Juli
leicht zurückgegangen. Ihre Zahl sank um 400 oder 0,4 Prozent: von 105.800 auf 105.400.
Jürgen Goecke, Chef der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, betonte am
Dienstag (31.08.2010) in Kiel: „Der nur leichte Rückgang der Arbeitslosenzahl ist für den
Monat August nichts ungewöhnliches. In den Sommerferien werden üblicherweise weniger
Einstellungen vorgenommen. Ich erwarte in den nächsten beiden Monaten - September
und Oktober - einen sehr viel deutlicheren Abbau der Arbeitslosigkeit.“
Wichtig sei für ihn die langfristige Entwicklung des Arbeitsmarktes, die sich u.a. aus dem
Vergleich der Vorjahreswerte ablesen lasse. „Die Arbeitslosigkeit ist gegenüber dem August
2009 um 6.900 oder 6,1 Prozent - auf 105.400 - zurückgegangen. Die insgesamt positive
Entwicklung der letzten Monate setzt sich somit fort.“ Erfreulich sei in diesem Zusammenhang,
dass Schleswig-Holstein mit einem Wert von 7,4 Prozent (August 2009: 7,9
Prozent) die niedrigste Arbeitslosenquote in einem August seit 1993 aufweise.
„Erneut konnten arbeitslose Männer überproportional profitieren. Ihre Zahl ging gegenüber
dem Vorjahresmonat um 5.200 oder 8,4 Prozent zurück. Dass Männer auf dem Arbeitsmarkt
wieder stärker gefragt sind, ist ein positiver Konjunkturindikator. Denn sie waren und sind
vorrangig in den Branchen beschäftigt, die am stärksten von der Wirtschaftskrise betroffen
waren, “ so Goecke.
Sorge bereite ihm, dass eine Altersgruppe von der wirtschaftlichen Belebung noch nicht
profitieren konnte. „Wir beobachten bei den älteren Arbeitslosen über 55 eine Entwicklung,
die nicht dem allgemein positiven Trend entspricht. Im Vergleich zum August 2009 hat sich
die Zahl der Arbeitslosen in dieser Altersgruppe um 1.400 oder 9,9 Prozent - auf 15.500 -
erhöht.“ Goecke unterstrich, dass die Personalverantwortlichen noch stärker für die Themen
‚Drohender Fachkräftemangel‘ und ‚Potentiale der Älteren‘ sensibilisiert werden müssten.

„Natürlich gibt es vorbildliche Unternehmen. Doch wird brauchen in allen Betrieben eine
Personalpolitik, die die Beschäftigungspotentiale von Älteren stärker in ihrer Personalplanung
und -entwicklung berücksichtigt. Dazu gehört es auch:
• eventuell bestehende Vorbehalte gegenüber älteren Arbeitnehmern und Arbeitslosen
abzubauen,
• über altersgerechte Arbeitsbedingungen und Angebote zur Gesundheitsförderung
nachzudenken und
• in die Weiterbildung älterer Beschäftigter deutlich stärker zu investieren.“
„Die präventive Qualifizierung älterer Arbeitnehmer innerhalb der Betriebe - zum Beispiel
über unser Programm WeGebAU* - ist eine Möglichkeit, dass eigene Personal fit für die
Zukunft zu machen. Allein in Schleswig-Holstein stellen wir hierfür in diesem Jahr 11,7 Millionen
Euro zur Verfügung. Ich kann nur alle Arbeitgeber auffordern: Lassen Sie sich in Ihrer
regionalen Arbeitsagentur von unseren Arbeitgeberservice-Teams** über Fördermöglichkeiten
informieren. Sie unterstützen so nicht nur Ihre Mitarbeiter, Sie stärken damit auch die
Wettbewerbsfähigkeit Ihres Unternehmens.“
Dies betone er besonders mit Blick auf die aktuellen Stellenmeldungen. „Sie bestätigen die
positive Dynamik am Arbeitsmarkt.“ So seien den regionalen Arbeitgeberservice-Teams seit
Jahresbeginn 39.100 freie Arbeitsplätze gemeldet worden. „Das sind 7.200 oder 22,5
Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres“, so Goecke.
Erfreulich sei zudem, dass es in Schleswig-Holstein ein deutliches Plus bei der sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung gebe. „Zwar wurden im verarbeitenden Gewerbe (-
2.000) und im Handel (-2.600) Arbeitsplätze abgebaut, doch insgesamt stieg die Gesamtzahl
im Vergleich zum Vorjahr - es liegen aktuell die Juni-Daten vor - um 0,9 Prozent.“
Schleswig-Holstein liege damit knapp unter dem bundesdeutschen Durchschnitt von 1,0
Prozent. Das positive Gesamtergebnis - die Zahl der sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigten stieg um 7.400: von 816.000 auf 823.400 - sei vor allem auf Zuwächse im
Gesundheits- und Sozialwesen (+3.300), im Baugewerbe (+2.300) und in der Zeitarbeit
(+2.400) zurückzuführen. „Der Anstieg bei der Zeitarbeit ist ein weiterer Indikator für die sich
verbessernde wirtschaftliche Lage“, sagte Goecke abschließend.
Info: Arbeitslosenquoten in Kreisen und Städten
Die niedrigste Quote unter den Kreisen findet man in Stormarn mit 4,3 Prozent, die höchste
im Kreis Schleswig-Flensburg mit 8,8 Prozent. Unter den Städten haben Kiel und Lübeck
mit 11,0 Prozent die niedrigste Quote, Flensburg mit 12,8 Prozent die höchste.
*Sonderprogramm WeGebAU - Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmener
** Der örtliche Arbeitgeberservices ist unter der Rufnummer 01801 – 66 44 66 erreichbar(3,9 Cent/min. Festnetz;
Mobilfunkpreis höchstens 42 Cent/min.)

www.arbeitsagentur.de

Quelle:
Bundesagentur für Arbeit
Regionaldirektion Nord


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