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Ca. 540Tsd. Menschen leiden in D'land unter Rheumat. Arthritis

19. Juli 2010 (HL-Red-RB) Etwa 540.000 Menschen leiden in Deutschland unter Rheumatoider Arthritis (RA), die häufig auch als chronische Polyarthritis bezeichnet wird. 70 Prozent davon sind Frauen. Die RA ist die häufigste und folgenschwerste entzündlich-rheumatische Erkrankung. Sie befällt Gelenke, Sehnen und Schleimbeutel und kann sich auf innere Organe, Nervensystem und Augen ausweiten. Bewegungseinschränkungen und schwere Behinderungen sind Folgen der chronischen Erkrankung, die bei vielen Patienten im Alter zwischen 40 und 50 Jahren ausbricht.

Auslöser: Warum manche Menschen an Rheumatoider Arthritis erkranken, konnte die Medizin bis heute nicht eindeutig klären. Vermutlich führt eine ererbte Veranlagung in Verbindung mit äußeren Faktoren zu der Fehlregulation des Immunsystems (Autoimmunreaktion). Neue Forschungsergebnisse haben belegt, dass das Zytokin Tumor-Nekrose-Faktor alpha (TNF-) Rheumatoide Arthritis auslöst und verstärkt. Zytokine sind Botenstoffe, die die körpereigene Abwehr im Immunsystem steuern.
Symptome: Am häufigsten befällt Rheumatoide Arthritis die kleinen Gelenke an Händen und Füßen, oft auch Ellenbogen, Schultern, Hüften, Knie- und Sprunggelenke. Typische Zeichen sind schmerzhafte Schwellungen, Ergüsse und Druckempfindlichkeit. Sehnenscheiden- und Schleimbeutelentzündungen sowie auffällige Verdickungen unter der Haut an der Streckseite von Gelenken, so genannte Rheumaknoten, deuten auf einen Befall der Weichteile im Bewegungssystem hin. Ein häufiges Frühsymptom ist das Carpaltunnelsyndrom.
Weniger bekannt ist, dass Rheumatoide Arthritis alle inneren Organe und Organsysteme befallen kann. Trockene Schleimhäute von Mund und Augen, Augenentzündungen an Bindehaut und Hornhaut, Vergrößerungen von Milz und Leber oder Schwellungen von Lymphknoten sind typische Symptome.
Arthritis-Schmerzen treten vor allem in Ruhesituationen auf. Oft sind sie in der Nacht am stärksten, münden in einer ausgeprägten Morgensteifigkeit und bessern sich unter Bewegung. Appetitlosigkeit, Gewichtsabnahme, Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Depressivität beeinträchtigen die Betroffenen zusätzlich.
Diagnose: Trotz vieler typischer Symptome ist die zweifelsfreie Diagnose der Krankheit nicht ganz einfach. Blutuntersuchungen, Röntgenbilder und der so genannte Rheumafaktor liefern im frühen Stadium oft keine Hinweise. Eine hohe Genauigkeit bietet der Nachweis eines neu entdeckten Antikörpers gegen citrullinierte cyclische Peptide (anti-CCP). Allerdings findet sich der Antikörper nicht bei allen Patienten.
Verlauf: Die Zerstörung von Gelenkknorpeln und Knochen beginnt bei 40 Prozent der Patienten schon innerhalb von sechs Monaten nach Ausbruch der Krankheit. Ein Drittel der Patienten leidet nach den ersten drei Jahren unter bleibenden Verformungen und Fehlstellungen vor allem an Hand- und Fingergelenken. Fünf Jahre nach Ausbruch sind zehn Prozent der Patienten in ihrer Bewegungsfähigkeit stark eingeschränkt, einige davon sind sogar auf einen Rollstuhl angewiesen. Sind Organe befallen, ist die Sterblichkeitsrate deutlich erhöht. Die Lebenserwartung sinkt um 15 bis 20 Prozent.
Therapie
Neue Medikamente und neue Therapiekonzepte haben die Behandlung von Rheumatoider Arthritis in den vergangenen Jahren geradezu revolutioniert. Der Durchbruch beruht auf dem wachsenden Verständnis der Krankheitsprozesse und den Fortschritten in Molekularbiologie und Biotechnologie. Grundsätzlich gilt: Je früher der Arzt die tückische Krankheit diagnostiziert, desto größer sind die Chancen, sie wirkungsvoll zu kontrollieren. Fünf Medikamentengruppen, begleitet von Krankengymnastik, Ergotherapie, Patientenschulungen und psychologischer Betreuung, kommen heute in der Therapie zum Einsatz.
Schmerzmittel (Analgetika): Sie bekämpfen nur den Schmerz und beeinflussen nicht die typischen Symptome wie Gelenkschwellungen oder Morgensteifigkeit.
Cortisonfreie Entzündungshemmer (nicht-steroidale Antirheumatika): Diese Medikamente wirken sehr schnell, aber nur kurz auf die Entzündung vor Ort, also gegen Gelenkschwellung, Überwärmung und Steifigkeit. Keinen Einfluss haben sie auf die so genannte systemische Entzündung. Sie vermag weder die erhöhte Blutsenkungsgeschwin¬digkeit noch den erhöhten Anteil des c-reaktiven Proteins (CRP) im Blut zu senken.
Cortison: Mit Cortison gelingt es, akute Entzündungsschübe schnell in den Griff zu bekommen. Bei ausreichend hoher Dosierung klingen Entzündungen vor Ort schnell ab. Blutsenkung und andere Entzündungswerte normalisieren sich. Allein ist es aber nicht in der Lage, die Veränderungen an Gelenkknorpel oder Knochen aufzuhalten. Zudem hält die Wirkung nicht lange an. Eine dauerhafte Medikation ist nicht möglich, weil Cortison schwere Nebenwirkungen verursacht.
Langwirksame Antirheumatika (Disease Modifying Antirheumatic Drugs = DMARDs): Diese Medikamente sind in der Lage, einen Heilungsprozess einzuleiten. Sie reduzieren und verhindern Schäden, die durch chronische Entzündungen an Gelenkknorpel oder Knochen verursacht werden. Im günstigsten Fall leiten sie sogar die Reparatur von Gelenkschäden ein. Langwirksame Antirheumatika sind schmerzlindernd und entzündungshemmend. Die positiven Effekte werden nicht wie bei Cortison von schweren Nebenwirkungen begleitet.
Krankheitskontrollierende Medikamente (Disease Controlling Antirheumatic Drugs): Nicht alle Patienten sprechen im ausreichenden Maße auf die traditionellen Medikamente an. Neue Hoffnung gibt gerade ihnen eine neue Medikamentenklasse aus der Gruppe der biologischen Therapien: die TNF--Hemmer. Sie blockieren den körpereigenen Botenstoff TNF-, der die Entzündung auslöst und verstärkt. Klinische Studien belegen, dass diese neuen Medikamente die Zerstörung von Knorpeln und Knochen verlangsamen und sie bei einem Teil der Patienten sogar vollständig hemmen.


Quelle:
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