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Agentur für Arbeit Lübeck

Soziales Familie&Co Gesundheit

Qualifikationsniveau wichtigster Wettbewerbsfaktor

08. Dezember 2008 (Lübeck). Es ist schon erstaunlich: Mehr als 38 Millionen Deutsche möchten sich Studien zufolge weiterbilden, tatsächlich nehmen sie Qualifizierungsangebote aber nur an durchschnittlich 50 Tagen in ihrem gesamten Berufsleben in Anspruch. Den meisten fehlt oft der letzte Anstoß, damit aus dem Gedanken wirklich eine Handlung wird. Auch bei Arbeitgebern steht Weiterbildung grundsätzlich im Fokus. So halten 79 Prozent der Unternehmen Weiterbildung von gering qualifizierten Mitarbeitern für wichtig, doch bisher machen nur 35 Prozent der Betriebe ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechende Angebote.

Um Arbeitgeber und Arbeitnehmer noch stärker für das Thema Weiterbildung zu sensibilisieren und gleichzeitig den beiderseitigen Nutzen herauszuarbeiten, führt die Bundesagentur für Arbeit bis Jahresende eine deutschlandweite Kampagne durch.

„Lebenslanges Lernen ist ein wichtiger Faktor, um die Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen und Arbeitslosigkeit vorzubeugen. Weiterbildung bringt beiden Seiten etwas: Die Arbeitnehmer erhalten Zusatzqualifikationen und Aufstiegschancen, den Unternehmen bieten sich Wettbewerbsvorteile und bessere Zukunftsperspektiven. Wer seine Mitarbeiter weiterbildet, investiert in die Zukunft und sichert sein Unternehmen auch gegen einen drohenden Fachkräftemangel ab“, erklärt Wolfgang Werner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Lübeck. „Mit rund 15 Millionen Euro unterstützt die Agentur für Arbeit Lübeck dieses Jahr die unterschiedlichsten Qualifikationsangebote, aber es geht bei dieser Kampagne nicht um diese Förderinstrumente. Vielmehr möchten wir das Bewusstsein schaffen, wie wichtig Bildung und Weiterbildung für die Gesellschaft und für unser Land ist“, ergänzt Wolfgang Werner.

„Beispielhaft möchten wir heute die Zusammenarbeit mit der Firma H.F.MEYER GmbH & Co. KG aus Neustadt vorstellen. Sie bilden seit Jahren regelmäßig aus, bieten Arbeitslosen die Möglichkeit, sich im Betrieb einzuarbeiten und bilden Mitarbeiter im Rahmen des Förderprogramms „WeGebAU“ (Weiterbildung für gering qualifizierte und ältere Arbeitnehmer) weiter. Anfang dieses Jahres wurden zum Beispiel drei ältere Mitarbeiter mit der rechnerunterstützten Konstruktion oder englisch Computer Aided Design vertraut gemacht und zur CAD-Fachkraft Maschinenbau ausgebildet“, erläutert Wolfgang Werner.

„Wir sind sowohl in unserem Maschinenbau- als auch im Heizungsbaubetrieb auf qualifizierte Mitarbeiter angewiesen. Wir bilden Feinwerkmechaniker/-innen, Anlagenmechaniker/-innen für Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik sowie Bürokaufleute aus. In diesem Jahr haben zwei Auszubildenden parallel zu ihrer Ausbildung mit dem technischen Betriebswirt begonnen. So können sie später die Schnittstellenfunktion zwischen dem technischen und dem kaufmännischen Bereich übernehmen. Unsere Ausbildungsquote liegt zwischen 15 und 20 Prozent. Neben der Ausbildung eigenen Nachwuchses ist es jedoch ernorm wichtig, dass auch langjährige Arbeitnehmer „up to date“ bleiben. Wir müssen mit der technischen Entwicklung schritt halten, um wettbewerbsfähig zu sein. Im Heizungsbau durchläuft unser Team zum Beispiel Schulungs- und Weiterbildungsprogramme, um besser die Anwendung der regenerativen Energie beraten zu können. Von der Firma Vaillant wurden wir deshalb als zertifizierter Innovationspartner mit dem Qualitätssiegel ausgezeichnet“, erklärt Geschäftsführer Jens Reese. „Wir unterstützen unsere Arbeitnehmer auch bei der persönlichen Berufsplanung. Wenn sich Mitarbeiter zum Beispiel für ein Studium oder eine Technikerfortbildung entscheiden, wird ihr Arbeitsplatz frei gehalten. Auch während der Semesterferien können sie weiter in Kontakt zum Unternehmen bleiben“, ergänzt er.

Ein Beispiel für innerbetrieblichen Aufstieg ist Jochen Müller. Nach seiner Ausbildung zum Maschinenbauer war er mehrere Jahre als Geselle tätig und hat dann ein Studium als Maschinenbauingenieur absolviert. Nun ist er als Leiter der Abteilung Montageservice für die Zeitplanung und die Abwicklung der weltweiten Einsätze der Monteure verantwortlich. „Ich freue mich, dass mein Arbeitgeber mir diese Chance geboten hat. So konnte ich mich weiter entwickeln und mein persönliches Qualifizierungsprogramm starten. Ich konnte mehr Verantwortung übernehmen und verdiene natürlich auch mehr. Es hat sich also doppelt gelohnt“, erläutert Jochen Müller.

„Neben der demografischen Entwicklung durch ausscheidende Geburtenjahrgänge steigt der Bedarf an Fachkräften aufgrund des Strukturwandels zur Dienstleistungs-, Wissen- und Informationsgesellschaft. Das Erwerbspersonenpotenzial geht 2009 bundesweit um 130.000 zurück. Jede Fachkraft wird künftig benötigt. Gerade bei einer abkühlenden Konjunktur sollten Betriebe an die langfristige Bindung ihrer Mitarbeiter denken. Sprechen Sie mit uns, bevor Sie Mitarbeiter entlassen. Vielleicht können wir Auftragsrückgänge durch Fortbildungen oder Kurzarbeitergeld überbrücken“, appelliert Wolfgang Werner.




Foto (Agentur für Arbeit): von links: Wolfgang Werner, Jochen Müller, Jens Reese









Quelle sowie Foto/Grafik: Bundesagentur für Arbeit



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