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DGB: Löhne und Kaufkraft in Lübeck sind deutlich gesunken

19. November 2008. In der Hansestadt Lübeck ist die Bruttolohn- und -gehaltssumme der sozialversichert beschäftigten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer vom Jahre 2000 bis 2005 um insgesamt 19,36 Mio. gesunken. Dies ist das Ergebnis einer gewerkschaftlichen Auswertung, die der DGB-Vorsitzende Uwe Polkaehn der DGB-Region Schleswig-Holstein Ost veröffentlichte. Die Auswertung beruht auf den Meldungen der Arbeitgeber an die Sozialversicherung und enthält neben den Bruttolöhnen an die Arbeitnehmer auch noch die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung.

Die Arbeitgeber der Stadt zahlten 2005 insgesamt Bruttolöhne und –gehälter (inkl. Der Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitgeber) in Höhe von 1,954 Mrd. Euro. Dies waren 19,36 Mio. Euro bzw. 1 % weniger als noch im Jahr 2000. Die Verbraucherpreise sind zugleich um 7,9 % gestiegen. „Insbesondere, wenn man die hohen Steuer- und Sozialbgaben mit einbezieht wird deutlich, dass sich die Kaufkraft der Arbeitnehmer in der Stadt deutlich vermindert hat.“, sagte Uwe Polkaehn. Die Lohn- und Gehaltssumme entfiel auf rund 75.500 sozialversichert Beschäftigte in Lübeck. In der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts gingen allein in Lübeck über 5.000 sozialversicherte Jobs verloren.

Im Schnitt verdienten die Arbeitskräfte in Lübeck erheblich weniger als im Bundesdurchschnitt. So lag die Bruttolohnsumme pro Kopf 2005 bundesweit bei 25.266 Euro und in den alten Ländern bei 26.542 Euro. Für Lübeck hingegen waren dies pro Kopf im Schnitt mit nur 23.396 Euro im Jahr über 3.100 Euro weniger als in den alten Bundesländern insgesamt. „Die steigende Zahl schlecht bezahlter Jobs hat zweifelsohne dazu beigetragen, dass die Arbeitnehmerverdienste in der Region insgesamt deutlich gesunken sind“, betonte Uwe Polkaehn.

Zugleich sei die Kluft zwischen hohen und niedrigen Einkommen gewachsen. Zwischen 1995 und Mitte 2000 sanken die Reallöhne der Geringverdiener um fast 14 %, während die Gutverdiener zumindest einen Zuwachs von 3,5 % verzeichnen konnten.


Kaufkraft muss steigen
Um die Konjunktur zu stabilisieren, müssten Löhne und Kaufkraft gestärkt werden. „Gute Löhne müssen endlich für alle Beschäftigten drin sein, und der sich ausbreitende Niedriglohnsektor gehört endlich gestoppt“, sagte Polkaehn. Gerade angesichts der drohenden Rezession und des schwächelnden Exportgeschäfts müsse die Binnennachfrage gestärkt werden. Denn höhere Löhne fließen über höheren Konsum unmittelbar wieder in die Nachfrage und führen zu höherer Produktion. Mindestlöhne und Lohnuntergrenzen sind auch wegen der Finanzturbulenzen ein Gebot der Stunde. Deshalb gehört zu einem Schutzschirm für Arbeit unbedingt der Schutz vor Lohndumping durch die Aufnahme weiterer Branchen in das Entsendegesetz.

Quelle: DGB-Region Schleswig-Holstein Ost

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