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Agentur für Arbeit Lübeck

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Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: Juli 2009

30. Juli 2009 (HL/red.) Die Regionaldirektion Nord
der Bundesagentur für Arbeit teilt mit:
Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein: Juli 2009
• Konjunkturell bedingt: 3.000 Arbeitslose mehr als im Vormonat Juni
• Plus von 5.700 Arbeitslosen gegenüber Juli 2008
• Weiterhin leichter Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen
Beschäftigung: 4.900 zusätzliche Arbeitsplätze im Vorjahresvergleich
• Davon allein 2.200 im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen
• Ausbildungsmarkt: Noch 3.100 unbesetzte Stellen – Ferienzeit für Kontakt zur
Berufsberatung nutzen
„In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Arbeitslosen im Juli - im Vergleich zum Juni - um
3.000 oder 2,7 Prozent gestiegen. Sie liegt nun bei 110.700“, sagte Jürgen Goecke, Chef
der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, am Donnerstag (30.07.2009).
Gegenüber dem Juli 2008 habe sich die Arbeitslosenzahl um 5.700 oder 5,5 Prozent erhöht.
„Die Arbeitslosenquote lag damals bei 7,4 Prozent, aktuell liegt sie bei 7,8 Prozent.“
Ein Anstieg der Arbeitslosenzahl von Juni auf den Juli sei saisontypisch. Er bewege sich im
Rahmen der Vorjahre. Grund hierfür sei, dass vor allem junge Menschen sich nach
Beendigung der Schulzeit oder nach einer abgeschlossenen Lehre in den Sommermonaten
arbeitslos melden würden, um die Zeit bis zu einer Ausbildung, dem Beginn eines Studiums
oder einer Arbeitsaufnahme zu überbrücken.
Der Vorjahresvergleich zeige allerdings, dass auch in Schleswig-Holstein die Auswirkungen
der Finanz- und Wirtschaftskrise zu spüren sind. „Vor allem die Zahl der Arbeitslosen, die
von der Arbeitslosenversicherung betreut werden müssen, hat im Vergleich zu 2008 deutlich
zugenommen. Die Steigerung beträgt hier 21,8 Prozent. In einigen Regionen Schleswig-
Holsteins, die besonders hart durch die Wirtschaftskrise getroffen wurden - wie zum
Beispiel die Stadt Flensburg - lag der Anstieg der Arbeitslosigkeit noch deutlich darüber“.
Ein weiterer Indikator für die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage sei die Anzahl der
gemeldeten Stellen. „Sie ist seit Jahresbeginn - aktueller Bestand: 9.900 - um 18 Prozent
gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.“
Die schleswig-holsteinische Wirtschaft mit ihrer mittelständischen Struktur und einem breiten
Branchenmix sei aber insgesamt - im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands –
besser aufgestellt. Sie sei weniger krisenanfällig. „Das belegen auch die neuesten Daten zur
sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Die vorliegenden Mai-Werte zeigen
gegenüber dem Vorjahr einen im Bundesvergleich überdurchschnittlichen Anstieg - um 0,6
Prozent oder 4.900 auf 816.500. Damit hat Schleswig-Holstein“ - so Goecke - „unter den Flächenstaaten prozentual den größten Zuwachs erzielt.“ Besonders in den Bereichen
Erziehung und Unterricht (+2.200), Gesundheits- und Sozialwesen (+2.200) und im
Gastgewerbe (+900) sind in den letzten zwölf Monaten neue Arbeitsplätze entstanden.
„Diese Bereiche repräsentieren zentrale Wachstumsbranchen des Landes, die
insbesondere auf eines angewiesen sind: qualifiziertes Personal. Hier darf kein Engpass
entstehen. Dies zu verhindern und damit Wachstumschancen zu sichern, halte ich für eine
zentrale Aufgabe aller Arbeitsmarktpartner“, so Goecke weiter. Die Zeitarbeitsbranche habe
hingegen mit der wirtschaftlichen Entwicklung zu kämpfen. Konjunkturell bedingt fielen dort
2.400 Arbeitsplätze weg.
Einen wesentlichen Schutz vor Entlassung stelle aktuell die Kurzarbeit dar. „389 Betriebe
haben im Juni in Schleswig-Holstein Kurzarbeit für 4.510 Beschäftigte neu angezeigt. Sie
versuchen auf diesem Wege eingearbeitete Fachkräfte zu halten, um für den nächsten Aufschwung
gerüstet zu sein.“
Abschließend ging er auf die neuesten Ausbildungsmarktzahlen ein: „In Schleswig-Holstein
stehen derzeit 4.600 unversorgte Jugendliche 3.100 unbesetzten Stellen gegenüber. Auf
dem Ausbildungsmarkt ist noch viel Bewegung. Es handelt sich nur um eine
Momentaufnahme. Ziel muss es sein, allen geeigneten Jugendlichen eine Ausbildung zu
ermöglichen“.
Er appellierte deshalb an die Arbeitgeber, auch Jugendlichen eine Chance zu geben, die
nicht in allen Fächern Bestnoten haben. Auch hier gebe es Möglichkeiten, die Jugendlichen
nach deren Ausbildungsbeginn zu unterstützen, um die Lehre erfolgreich zu beenden.
An die Jugendlichen gewandt, sagte Goecke: „Diejenigen unter Ihnen, die noch keine
Zusage für eine Lehrstelle haben, bitte ich, die Zeit der Ferien intensiv zur Lehrstellensuche
zu nutzen. Ein Termin beim Berufsberater* bringt sie möglicherweise auch dazu, über
Alternativen zu ihrem Wunschberuf nachzudenken.“
TOP 5 der unbesetzten Ausbildungsstellen in Schleswig-Holstein
(Stand Juli 2009)
Kaufmann/frau im Einzelhandel 305
Koch/Köchin 204
Fachverkäufer/in im Lebensmittel- 179
handwerk
Hotelfachmann/frau 149
Restaurantfachmann/frau 140
Info: Arbeitslosenquoten in Kreisen und Städten
Die niedrigste Quote unter den Kreisen findet man in Stormarn mit 4,6 Prozent, die höchste
in Dithmarschen mit 9,4 Prozent. Unter den Städten hat Kiel mit 11,2 Prozent die niedrigste
Quote, Flensburg mit 13,2 Prozent die höchste.
*Über www.arbeitsagentur.de findet man die Kontaktdaten der regional zuständigen Agentur für Arbeit.
In der Rubrik „Ausbildung“ gibt es bereits zahlreiche nützliche Informationen. Einen Termin bei
der Berufsberatung kann unter der Rufnummer 01801- 555 111 (Telefonkosten entsprechend des
Teilnehmernetzbetreibers) vereinbart werden.

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